20. Juni 2019 / 07:51 Uhr

Phoenix-Torjägerin Angelina Lübcke ist neue "Heldin der Woche"

Phoenix-Torjägerin Angelina Lübcke ist neue "Heldin der Woche"

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Sie haben es geschafft, beim Aufstiegsspiel des FC Phoenix schaffen es die Frauen am 9. Juni 2019 den Ligaaufstieg im letzten Spiel gegen Staaken Berlin.
Sie haben es geschafft, beim Aufstiegsspiel des FC Phoenix schaffen es die Frauen am 9. Juni 2019 den Ligaaufstieg im letzten Spiel gegen Staaken Berlin. © Dirk Knofe - Picturework.eu
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45 Tore in nur 22 Spielen - eine sagenhafte Bilanz. Die beiden wichtigsten Treffer erzielte die 28-jährige Torjägerin des FC Phoenix Leipzig beim 3:1-Erfolg gegen den SC Staaken, der den Aufstieg in die Regionalliga Nordost bedeutete. 

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Leipzig. 45 Tore in 22 Spielen kann Angelina Lübcke im Trikot von FC Phoenix Leipzig in den letzten zwei Jahren verbuchen. Die zwei wichtigsten Treffer erzielte die Stürmerin aber erst vor zwei Wochen, als sie mit ihrem Doppelpack beim 3:1-Sieg gegen den SC Staaken großen Anteil daran hatte, dass der Leipziger Frauenfußballverein in die Regionalliga Nordost aufgestiegen konnte. Die Matchwinnerin wurde deshalb vom Sportbuzzer zur Heldin der Woche gekürt, Lübcke relativiert jedoch schnell: „Es war ganz sicher keine Einzel-, sondern eine Mannschaftsleistung. Der absolute Wille war bei jeder einzelnen zu erkennen und alle sind an ihre Leistungsgrenze gegangen!“

DURCHKLICKEN: Die bisherigen "Heldinnen und Helden der Woche"

<b>Antonia Pongratz (SV Lissa):</b> Markierte im Landesklasse-Duell mit ihrem Ex-Verein LFC 07 beim 3:1-Sieg das entscheidende Tor. Zur Galerie
Antonia Pongratz (SV Lissa): Markierte im Landesklasse-Duell mit ihrem Ex-Verein LFC 07 beim 3:1-Sieg das entscheidende Tor. ©
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Die Intensivpflegerin begann 2007 ihre Karriere beim Hamburger SV, damals noch als Verteidigerin und debütierte bereits mit 16 Jahren in der Bundesliga. Insgesamt bestritt die heute 28-Jährige 65 Spiele in der höchsten deutschen Spielklasse, außerdem nahm sie mit der deutschen Juniorennationalmannschaft an der U17-WM und der U19-EM und scheiterte jeweils erst im Halbfinale mit ihren Teams. Druck spürte sie in den Aufstiegsspielen gegen die Berliner Gegnerinnen aus Staaken dennoch, wie sie im Sportbuzzer-Gespräch verrät: „Natürlich hatten wir einen gewissen Ballast. Die Regionalliga war das große Ziel, besonders von den Spielerinnen, die schon länger dabei sind – auch im Profifußball. Wir wollten auf keinen Fall noch ein Jahr in der Landesliga herumdümpeln, das war kein Anspruch.“ Nun spielt der erst 2017 gegründete Club in der dritthöchsten Liga Deutschlands, gemeinsam mit RB Leipzig und Eintracht Leipzig Süd. Ohne Niederlage in einem Ligaspiel marschierten die Phoenix-Damen in zwei Spielzeiten von der Landesklasse direkt in die um einiges stärkere Regionalliga.

„Das ist gut so! Wir brauchen die Herausforderung und ich denke, wir haben das Potenzial, uns zu etablieren. Ich möchte nicht unter Platz sechs landen nächstes Jahr!“, so Lübcke selbstbewusst. Trotzdem müsse das Team weiter an Qualität dazugewinnen. Angebote prasseln rein. „Die letzten Jahre haben wir Spielerinnen versucht, andere Spielerinnen zu akquirieren. Davon hatten fünf Prozent Interesse und zwei Prozent sind gekommen. Jetzt kommen welche aus anderen Mannschaften auf uns zu und fragen: Wäre ich eine Verbesserung?“ Offen für Neuzugänge ist das Team auf jeden Fall. „Wer will, kann gerne vorbeikommen zum Probetraining. Aber bitte keine Gurken“, scherzt die gebürtige Hamburgerin.

Das Abstimmungsergebnis im Detail:

Angelina Lübcke (FC Phoenix) – 27,9 Prozent

Michael Wolf (Aufbau Waldheim) – 25,7 Prozent

Kai Fischer (Wacker Dahlen) – 23,8 Prozent

Philipp Anders (SV Tapfer Leipzig) – 22,7 Prozent

Bei Phoenix spielt ein bunter Mix aus ehemaligen Profi-Spielerinnen und Nachwuchstalenten, neben Lübcke liefen zum Beispiel auch Kapitänin Katharina Freitag und Top-Torjägerin Marlene Haberecht schon in der Bundesliga auf. Die meisten haben eine gemeinsame Vergangenheit bei Lok Leipzig und dem FFV Leipzig, beide Vereine mussten wegen finanziellen Problemen den Spielbetrieb aufgeben. Daraufhin gründeten die Spielerinnen den FC Phoenix Leipzig und starteten in der untersten Liga – weit unter ihrem Niveau. „Einige sind zu RB gegangen, aber viele waren schon aus gemeinsamen Lok-Zeiten Freundinnen und wollten nicht dorthin. Wir wollten quasi unseren alten Verein behalten, hatten auch geprüft, ob wir die Lizenz des FFV übernehmen können. Leider hätten wir da die Schulden auf uns nehmen müssen. Deswegen haben wir uns die beiden letzten Jahre angetan.“

Bei der Neugründung im Februar 2017 meinte Vorstandsvorsitzender Lutz Haberecht: „Wir wollen in einigen Jahren wieder Regionalliga spielen. Langfristig heißt unser Ziel Bundesliga. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Das Wichtigste ist, dass die Frauen und Mädels Spaß am Fußball haben.“ Nun wurde das erste Ziel eindrucksvoll erreicht. Doch das wird nicht das Ende sein. Auch Angelina Lübcke kann sich vorstellen, noch einmal im Profibereich zu spielen. „Als jemand, der schon mal ganz oben gespielt hat, ist das Traumziel klar: Irgendwann wieder dort! Die Anfragen sind auch da. Aber ich denke gar nicht an einen Wechsel und habe mich dagegen entschieden, weil wir jetzt die Regionalliga rocken!“

Jeder kann mitmachen!

Ihr habt Ideen für den nächsten "Held der Woche"? Nach jedem Wochenende können SPORTBUZZER-Nutzer bis Montagnachmittag (15 Uhr) per Mail an leipzig@sportbuzzer.de ihre Vorschläge einreichen (bitte Angabe von Mannschaft und Liga sowie eine kurze Begründung). Zudem sammelt die Redaktion auf Basis der Spielberichte Kandidaten und wählt im Anschluss aus allen vorliegenden Hinweisen drei bis sechs Kicker oder Kickerinnen aus. Die Abstimmung zum „Held der Woche“ startet immer montags um 18 Uhr auf www.sportbuzzer.de/leipzig und läuft bis zum darauf folgenden Mittwoch um 10 Uhr.

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