10. Oktober 2020 / 17:06 Uhr

Phönix Lübeck bezwingt auch den HSV

Phönix Lübeck bezwingt auch den HSV

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Phönixer feiern Torschütze Haris Hyseni.
Die Phönixer feiern Torschütze Haris Hyseni. © Agentur 54°
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Adlerträgern feiern nach 1:0 den ersten Regionalliga-Heimsieg vor 500 Fans auf dem Buni – Kapitän Fischer: „Zwölf Punkte sind überragend.“

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Der „Gesetzesbrecher“ hatte ein breites Grinsen im Gesicht: „Ich gebe gleich meine Anwaltsurkunde ab“, flachste Kapitän Nico Fischer (31) nach dem 1:0 des 1. FC Phönix Lübeck in der Regionalliga gegen den Hamburger SV II. Und Youngster Conor Gnerlich (21) meinte nach zwei Siegen bei zwei Startelfeinsätzen auch mit Blick auf die Blitztabelle etwas ungläubig: „Cool, dann wären wir ja in der Aufstiegsrunde nicht unter Druck...“

Horst Hrubesch auf dem Buni

Den Phönixern waren die Steine anzumerken, die ihnen unter den Augen von HSV-Nachwuchskoordinator Horst Hrubesch nach dem ersten Heimdreier im dritten Anlauf von den Schultern gefallen waren. „Das war wichtig – und verdient“, strahlte Kusi Kwame, der am Tor des Tages maßgeblich beteiligt war, als er in der 79. Minute im Strafraum gefoult worden war, ehe er auf Haris Hyseni abgelegt hatte. Schiedsrichter Duschner ließ kurz Vorteil gelten und pfiff dann doch. Hyseni, der beim 0:3 gegen Norderstedt noch vom Punkt gescheitert war, schnappte sich die Kugel und versenkte sie platziert links unten (80.).

Der spielentscheidende Elfmeter. Haris Hyseni macht das 1:0.

Besuch von VfB-Fans?

„Wir sind froh, die ersten drei Punkte auf eigenem Platz eingefahren zu haben. Wir hatten mehrere Chancen. Ich denke da an Kusi nach der Pause oder meinen Pfostenkracher. Wir hätten das Spiel schon vorher entscheiden können“, meinte Hyseni zur Partie im Ausweichstadion Buniamshof – am Adlerhorst hatte es in der Nacht offensichtlich Besuch von VfB-Fans gegeben, die diverse Sticker angeklebt hatten.

Aouci als belebendes Element

Im ersten Durchgang hatten beide Teams nach den Wochenspielen noch etwas schwere Beine. Neuzugang Kubilay Büyükdemir („Bei mir machte ein Muskel im Oberschenkel zu, nach sechs Punkten aus zwei Spielen ist das aber zu verschmerzen“) musste in der 40. Minute für Luca Aouci vom Platz, der sich als äußerst belebendes Element erweisen sollte. Nur Hyseni (26.) und Robin Meißner (25.) hatten vor dem Toren jeweils für Alarm gesorgt.

Kwame vergibt Großchance

Erst nach der Pause nahm die Partie Fahrt auf: Julian Ulbricht bediente nach einem frech geklauten Ball und einem schnellen Konter Kwame, der frei an Torwart Leo Oppermann scheiterte (48.). Aouci (50.), Hyseni (61., 71./Pfosten nach Linksflanke von Aouci) und Björn Lambach (61./Nachschuss) hatten die Führung auf dem, Fuß, die schließlich Hyseni vom Punkt gelingen sollte.

„Zwölf Punkte sind überragend“

Nach zuvor einem Sieg, zwei Niederlagen, einem Sieg und zwei Niederlagen sowie dem 3:0 gegen St. Pauli war das Gesetz der Serie gebrochen, was Fischer & Co. sich so fest vorgenommen hatten. Meißner setzte den Ball bei der Hamburger Schlussoffensive noch an die Latte des Tores von Kevin Tittel, aber wie gegen St. Pauli stand am Ende die Null. „Zwölf Punkte sind überragend“, meinte Fischer: „Der Sieg war wichtig für den Kopf, zu wissen, dass es nicht nur auswärts geht. Das hat Spaß gemacht. Die Entwicklung stimmt bei uns. Zwei Siege in Folge sind prima.“

Der Jubelkreis des 1. FC Phönix nach dem Heimsieg

"Lübecker Sieg geht in Ordnung"

„Aufgrund der zweiten Halbzeit geht der Lübecker Sieg in Ordnung“, analysierte HSV-Trainer Pit Reimers. Und Lübecks Coach Daniel Safadi befand: „Unser Matchplan ist insgesamt aufgegangen. Wir wussten, dass Mittwoch ein unheimlich anstrengendes Spiel war, dass unsere Spieler schwere Beine haben werden. Wir wollten dem HSV das Spielfeld überlassen, uns tiefer reinstellen, wenig zulassen, um in der zweiten Halbzeit dann doch die Aktionen nach vorne zu suche. Das ist uns auch ordentlich gelungen. Nut hätten wir vielleicht vorher schon das eine oder andere Tor machen müssen.“ gie/sta

1. FC Phönix Lübeck - Hamburger SV II (10.10.2020)

Die Spieler des 1. FC Phönix feiern bei Sonnenschein am Buniamshof den ersten Heimsieg. Zur Galerie
Die Spieler des 1. FC Phönix feiern bei Sonnenschein am Buniamshof den ersten Heimsieg. ©

Die Statistik zum Spiel

1. FC Phönix Lübeck: Tittel - Korup, Fischer, Thiel (69. Jeong), Gnerlich - Büyükdemir (40. Aouci), Lambach, Kwame, Ulbricht (69. Scharkowski) - Hyseni, Warschewski (77. Erraji).
Hamburger SV II: Oppermann - Heil (67. Kabuya), Pinckert, Hornschuh, Hein (60. Alidou)- Rohr - Bukusu (60. Fabisch), Limani, Siya (77. Fagerström) - Meißner, Kwarteng.
SR.: Duschner (Bremen). Z.: 500 (coronabedingt ausverkauft). Tor des Tages: Hyseni (80./Foulelfmeter). Gelbe Karten: Aouci (2.), Kwame (1.) – Bukusu, Limani.