25. September 2019 / 16:40 Uhr

Phönix Lübeck: Reduzierung der Sperre von Marcello Meyer - Eutin 08 bleibt beim Einspruch

Phönix Lübeck: Reduzierung der Sperre von Marcello Meyer - Eutin 08 bleibt beim Einspruch

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Marcello Meyer muss nach dem Aussetzen der Sperre noch ein Spiel absetzen.
Marcello Meyer muss nach dem Aussetzen der Sperre noch ein Spiel absetzen. © Agentur 54°
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Rechtsanwalt Kolja Hein hält den Beschluss über die Aussetzung der Sperre für nicht anfechtbar. Pokalspiel gegen TuS Lübeck wird angerechnet.

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Am Dienstag fand in Neumünster die mündliche Verhandlung im Fall von Marcello Meyer von Oberliga-Aufsteiger 1. FC Phönix Lübeck statt. Der Klub hatte Berufung gegen die Sperre von fünf Spielen aus dem Spiel beim TSB Flensburg (1:5) eingelegt.

Rechtsanwalt Kolja Hein fand widersprüchliche Aussagen

Nach Anhörung von Meyer und Schiedsrichter Lars Jansen aus Kiel wurde das Urteil um ein Spiel auf vier Spiele reduziert. „Zunächst war im Spielbericht des Schiedsrichters die Rede von einer Tätlichkeit, die im Normalfall eine Strafe von mindestens vier Spielen mit sich zieht. In der Begründung steht aber unsportliches Verhalten. Dafür sind normal drei Spiele vorgesehen. Das ist eine widersprüchliche Aussage“, erklärte der Hamburger Rechtsanwalt Kolja Hein, der „Cello“ Meyer vertreten hat. Jansen gab in der Verhandlung an, dass er vom Lübecker „einen Schlag mittlerer Intensität“ in den Bauch bekommen habe.

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Pokalspiel gegen TuS Lübeck wird angerechnet

Dass das Urteil nachträglich nicht auf drei Spiele, wie von einigen erwartet, reduziert wurde, liegt daran, dass der SHFV-Verband das Strafmaß für eine Beleidigung von Meyer gegenüber dem Schiedsrichter von einem Spiel nicht zurückgenommen hat. Offen war indes die Frage, ob das Kreispokalspiel der „Adlerträger“ gegen den TuS Lübeck 93 (der Kreisligist war nicht angetreten) mitzählt. Diese Fragestellung gab das Sportgericht des SHFV-Verbands an Klaus Schneider weiter. Der Vorsitzende des Herrenspielausschusses teilte dem Klub schließlich mit Schreiben vom 24. September mit, dass das „nicht zur Austragung, aber gewertete, Kreispokalspiel auf die Sperre angerechnet wird.“ Schneider teilt weiter mit: „Zu Beginn muss gesagt werden, dass in unseren Regularien nichts vorgesehen ist, wie mit nicht zur Austragung gekommenen Spielen während einer Sperrstrafe umzugehen ist. Aufgrund dessen hat der SHFV-Herrenspielausschuss länger mit der Sache befassen müssen... Da im Laufe der Spielserie bereits ein ähnlich gelagerter Fall vorgekommen ist, wurde hier aufgrund der Gleichbehandlung aller Vereine so entschieden. Es muss hier auch gesagt werden, dass man sich weiter mit dem Thema befassen wird, um zur Spielserie 2020/2021 eine in den Regularien festgeschriebene Vorgehensweise zu implementieren.“

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Meyer war laut Hein gegen Eutin 08 spielberechtigt

Nachdem Meyer schon zwei Spiele ausgesetzt hatte, wirkte er in den Spielen gegen Eutin 08 (1:0) und beim SC Weiche Flensburg 08 II (3:1) wieder mit. Der Mittelfeldspieler war laut Hein spielberechtigt, „weil die Vollstreckung des Urteils durch Beschluss ausgesetzt wurde. Der Beschluss ist nicht anfechtbar. Die Sperre beginnt erst jetzt weiter zu laufen, da die Aussetzung der Vollstreckung erst in der mündlichen Verhandlung beziehungsweise im Urteil wieder aufgehoben wurde“, sagte der Rechtsanwalt. Ursprünglich war die mündliche Verhandlung erst im Oktober geplant. Damit fehlt Meyer letztmalig am Sonnabend (28. September) im Aufsteigerduell gegen den SV Preußen Reinfeld (Flugplatz-Stadion, 14 Uhr).

Eutin hält am Einspruch fest und will Klarheit

Eutin 08 bleibt derweil beim Einspruch gegen die Spielwertung. „Wir ziehen den Prozess durch. Wir wollen es jetzt wissen“, teilte der sportliche Leiter Eddy Schulz auf Nachfrage mit. „Mit einer Sperre von vier Spielen haben wir nicht gerechnet. Ich dachte, die Sperre wird auf drei Spiele reduziert, so dass der Verband locker aus der Sache gewesen wäre.“ Das Problem sei, dass der von den Ostholsteinern beauftragte Rechtsanwalt Peter Meyer-Grage (Kiel) bislang keine Akteneinsicht erhalten habe. „Diese wurde uns verwehrt. Das Urteil spielt uns in die Karten. Wir gucken, was herauskommt. Der SHFV muss sich äußern. Für die Vereine ist es wichtig, wie solch ein Präzedenzfall künftig zu händeln ist“, betonte Schulz gegenüber dem LN-Sportbuzzer.

1. FC Phönix Lübeck - Eutin 08 (1:0) 14.09.2019

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