05. September 2020 / 21:07 Uhr

Phönix Lübeck vor dem Regionalliga-Start: "Wir sind gerüstet."

Phönix Lübeck vor dem Regionalliga-Start: "Wir sind gerüstet."

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Die Phönix-Spieler zeigten eine starke Vorbereitung.
Die Phönix-Spieler zeigten eine starke Vorbereitung. © 54° / Koenig
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Für die "Adler" beginnt am Sonntag das Abenteuer Regionalliga - Nach einer starken Vorbereitung scheint der Kader bereit für die neue Aufgabe

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Sonnabend, 11 Uhr: Es läuft das Abschlusstraining beim 1. FC Phönix Lübeck an der Travemünder Allee. Ein letztes Anschwitzen inklusive einiger taktischer Feinheiten, bevor der Aufsteiger am Sonntag um 14 Uhr bei Altona 93 in die neue Regionalliga-Saison startet.

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Kräftemessen im Traditionsstadion

„Wir sind gerüstet“, sagte Sportchef Frank Salomon nach der rund 45-minütigen Einheit. Um 11 Uhr rollt der Mannschaftsbus der Firma Berg am Spieltag am „Flugplatz“ los. Ziel ist die 75 Kilometer entfernte, traditionsreiche Adolf-Jäger-Kampfbahn (AJK) im Hamburger Bezirk Altona im Stadtteil Ottensen. Die „AJK“ war von 1908 bis 2008 und erneut seit der Saison 2009/10 der Austragungsort der Heimspiele von Altona 93.

Die Neuzugänge des 1. FC Phönix Lübeck für die Regionalliga-Saison 2020/2021.

Julian Ulbricht (r.) kam Anfang Oktober an die Travemünder Allee und erzielte gleich in seinem ersten Einsatz beim 3:0 gegen den FC St. Pauli den von Haris Hyseni vorbereiteten 1:0-Führungstreffer. Ulbricht spielte zuvor bei Hamburger SV II und wird die Phönixer kommendes Jahr in Richtung Kanada verlassen. Zur Galerie
Julian Ulbricht (r.) kam Anfang Oktober an die Travemünder Allee und erzielte gleich in seinem ersten Einsatz beim 3:0 gegen den FC St. Pauli den von Haris Hyseni vorbereiteten 1:0-Führungstreffer. Ulbricht spielte zuvor bei Hamburger SV II und wird die Phönixer kommendes Jahr in Richtung Kanada verlassen. ©

Der erste Gegner bei der Stadioneröffnung am 30. August 1908 kam aus Lübeck. Mit 7:1 gewannen damals die Gastgeber gegen den Lübecker BC, Vorgängerverein des 1. FC Phönix. Die Vorfreude bei den Adlern ist groß. „Die Jungs warten auf den Start und sind hochmotiviert“, erzählt Salomon. Von Nervosität sei beim Abschlusstraining nichts zu spüren gewesen. „Ob das gut war, wird sich am Sonntag zeigen“, so der Sportchef weiter.

Erstes Ziel: Klassenerhalt

Fest steht, dass die Lübecker eine gute Vorbereitung hinter sich haben, was die Mannschaft laut Salomon selbstsicherer macht. „Für uns ist es etwas Besonderes, in der Regionalliga zu spielen“, betont er. Das Ziel ist der Klassenerhalt, der realistisch erscheint. In den letzten Wochen wurde vor allem an der Fitness gearbeitet. Die Stimmung im Team ist sehr positiv. Der Gegner wurde im Hamburger Oddset-Pokal gegen Eintracht Norderstedt beobachtet. Die Elf vom neuen Führungsduo, Trainer Andreas Bergmann (früher u.a. Hansa Rostock, Hannover 96, FC St. Pauli) und Sportchef Richard Golz (früher u.a. Hamburger SV, SC Freiburg, Hannover 96) sei schwierig einzuordnen. Trotz Corona sind 1000 Zuschauer zugelassen. „Mit den Fans im Rücken wird uns Altona alles abverlangen“, glaubt Salomon.

Tittel Nummer eins im "Adler"-Tor

Bei der Startformation dürfte es wenig Überraschungen geben. Bei den Torleuten geht der Ex-VfBer Kevin Tittel als Nummer eins in die neue Saison. Neuzugang Niklas Grünitz wird somit ausgerechnet bei seinem Ex-Klub auf der Ersatzbank sitzen. Diese Entscheidung teilte Salomon dem Duo am Samstag mit. „Niklas macht seine Sache auch sehr gut, wobei Kevin überragende Testspiele gezeigt hat. Einen Vorsprung hat er in der Kommunikation auf dem Platz. Niklas hat aber gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist.“

Wie sieht die neue erste Garde aus?

Tittel gehört wie auch der neue Kapitän Nico Fischer, Björn Lambach, Vize-Kapitän Kusi Kwame und Torjäger Haris Hyseni zu einer Achse, die gesetzt ist. Auch der flinke Corvin Bock (kam vom VfB Lübeck) hat einen starken Eindruck in der Vorbereitung hinterlassen. In der Innenverteidígung dürften Dustin Thiel und Kenny Korup (kam vom VfB Lübeck II) die Nase vorne haben.

Salomon über Hyseni: "Wird in der Regionalliga zu den Spitzenstürmern gehören"

Große Hoffnungen setzen die Adler in Top-Transfer Hyseni. „Schon in den Gesprächen hat man gemerkt, dass er als Person unheimlich gereift ist“, sagt Salomon. „Er wird in der Regionalliga zu den Spitzenstürmern gehören.“ Der Sportchef lässt nicht unerwähnt, dass die Weiß-Blau-Roten mit mehreren Spielern anreisen, die noch nie in der Regionalliga gespielt haben. Das Durchschnittsalter beträgt 24,19 Jahre. Absolutes Neuland betreten unter anderem Alex Hammerschmidt und Michael Saar, „die schon in unteren Spielklassen bei uns gespielt haben und am Sonntag im Kader stehen“, erklärt Salomon.

Die Rückkehr in vierte Liga

Lübecks ältester Fußballklub meldet sich am Sonntag in der Viertklassigkeit zurück. „Wir wollen uns zunächst sportlich etablieren und mit dem Neubau unseres Stadions die Weichen für die Zukunft stellen“, so der Sportchef.

Haris Hyseni gilt als Top-Transfer der Adler und konnte in der Vorbereitung überzeugen.
Haris Hyseni gilt als Top-Transfer der "Adler" und konnte in der Vorbereitung überzeugen. © 54° / Koenig

Vor dem Spiel

Phönix-Kader: Tittel, Grünitz, Blazheski, Lindenberg, Thiel, Korup, Fischer, Hammerschmidt, Erraji, Lambach, Gnerlich, Tetik, Kwame, Bock, Saar, Al-Tamemy, Aouci, Hyseni, Scharkowski

Nicht dabei: Ahn, Jeong, Schumacher, Warschewski (alle nicht nominiert), Abou Rashed, Maletzki, Hadj (alle verletzt)

Schiedsrichter: Felix Bahr (25, SV Ahlerstedt Ottendorf, sein achter Regionalliga-Einsatz), Assistenten: Jonas Behrens, Justus Bertram

Anpfiff: Sonntag, 14 Uhr, Adolf-Jäger-Kampfbahn, Griegstraße 62, Hamburg. Keine Tageskasse. Gästefans sind nicht zugelassen