09. Oktober 2021 / 15:34 Uhr

Piechulek "auf Wolke sieben" nach Hannover: Arc-Sieger freut sich auf Bultrenntag

Piechulek "auf Wolke sieben" nach Hannover: Arc-Sieger freut sich auf Bultrenntag

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Überglücklich: René Piechulek auf Torquator Tasso nach seinem sensationellen Sieg im Prix de l’Arc de Triomphe.
Überglücklich: René Piechulek auf Torquator Tasso nach seinem sensationellen Sieg im Prix de l’Arc de Triomphe. © imago images/Galoppfoto
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Nach seinem sensationellen Triumph im Prix de l’Arc de Triomphe schwebt René Piechulek noch immer "auf Wolke sieben". Am Sonntag geht der Jockey beim Oktoberfestrenntag an den Start und freut sich schon darauf, auf die neue Bult zurückzukehren.

Ja, „langsam“ ist er angekommen im Kopf von René Piechulek, der sensationelle Triumph am Sonntag mit 690:10-Außenseiter Torquator Tasso im Prix de l’Arc de Triomphe. Der „Alltag ist zwar da und hat mich wieder, aber es war diese Woche noch oft so, dass ich mich kneifen musste. Es war einfach irreal“, erzählt der 31-Jährige. „Die Freude ist riesig. In den Momenten, in denen ich darüber rede, ist es wie auf Wolke sieben.“

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Piechulek schwebt auf dieser Wolke am Sonntag in Langenhagen ein. Auf der Neuen Bult steht der Oktoberfestrenntag an (erstes Rennen um 13.45 Uhr).

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Große Fallhöhe

Die Fallhöhe vom wichtigsten Rennen der Welt hinunter zum Basissport in Hannover ist ziemlich groß. Doch Piechulek freut sich darauf, auf die Bult zurückzukehren, auch „weil der Oktoberfestrenntag mit seiner bayerischen Atmosphäre immer etwas Besonderes ist“.

Außerdem: „Nur weil ich ein größeres Rennen gewinnen durfte, heißt das nicht, dass ich satt bin. Im Gegenteil. Es spornt mich an, noch mehr Gas zu geben, um vielleicht noch in anderen großen Rennen dabei zu sein.“

Der Traum vom Japan-Cup

Der gebürtige Dessauer, der schon rund 450 Siege auf seinem Konto hat und allein in den letzten zwei Jahren elf Gruppe-Rennen gewann, träumt von einem Start beim Japan-Cup. Zweimal war er schon als Pfleger dabei, kennt die Atmosphäre und die „Wahnsinnskulisse“ von 120 000 Zuschauern.

Die spontane Idee, dass Torquator Tasso in Tokio startet, wurde vom Trainer und den Besitzern aber wieder verworfen. Der vierjährige Hengst bekommt seine verdiente Pause. Auch in Piechuleks Augen die „zu 100 Prozent richtige Entscheidung“.


Impressionen vom After-Work-Renntag auf der Neuen Bult

Impressionen vom After-Work-Renntag auf der Neuen Bult. Zur Galerie
Impressionen vom After-Work-Renntag auf der Neuen Bult. ©

Kopfkino für die Ewigkeit

Dem Jockey bescherte das Superpferd am Sonntag ein Kopfkino, das er nie wieder vergisst. „Ein Bild hat sich besonders eingebrannt. Der Moment an der 100-Meter-Marke, als wir am führenden Pferd vorbeiziehen“, erinnert er sich. „Ich ließ den Blick zum Zielpfosten schweifen und dachte: ,Ich kann den Arc gewinnen!‘“

Bei einem perfekten Rennverlauf hatte sich der Reiter maximal einen Geldrang ausgerechnet. Doch Torquator Tasso flog im Endspurt auf dem von ihm so geliebten weichen Boden allen davon. Piechuleks nächster Gedanke: „Jetzt nur nicht runterfallen!“

Ein ganz besonderer Sattel

Der Rest ist Geschichte. Piechulek blieb im Sattel, einem ganz besonderen. Piechulek hatte Jockey-Kumpel Filip Minarik aus Hannover Ausrüstung abgekauft, als der nach einem schlimmen Sturz im Juli 2020 seine Karriere beenden musste. „Es war einer seiner Lieblingssättel – und es ist einer meiner Lieblingssättel geworden. Einer, der nur in besonderen Rennen zum Einsatz kommt“, erklärt Piechulek.

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Weidersehen in Hannover

Im Rausch des Paris-Sieges vergaß er nicht, einen Dankesgruß an Minarik nach Hannover zu schicken, indem er den Sattel mit Namen in die Kamera hielt. Minarik antwortete prompt und respektvoll: „Ich hätte mit dem Sattel nie den Arc gewonnen.“ Am Samstag gibt’s das Wiedersehen. Piechulek übernachtet vorm Renntag bei Familie Minarik in Isernhagen.