16. Januar 2020 / 15:34 Uhr

Australien-Profi Pirmin Schwegler über Brände und Australian Open: „Gesundheit geht einfach vor“

Australien-Profi Pirmin Schwegler über Brände und Australian Open: „Gesundheit geht einfach vor“

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
„An Leistungssport war nicht zu denken“: Pirmin Schwegler.
„An Leistungssport war nicht zu denken“: Pirmin Schwegler. © Verwendung weltweit
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Die Brände in Australien versetzen seit Monaten einen ganzen Kontinent in Aufruhr: Ex-Bundesliga-Profi Pirmin Schwegler, inzwischen für die Western Sydney Wanderers aktiv, spricht über die dramatische Situation, stark brennende Augen und die Australian Open.

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Die Scheibenwischer quietschen, der Regen prasselt auf der Windschutzscheibe. Der SPORTBUZZER erreicht Pirmin Schwegler am anderen Ende der Welt in seinem Auto. „Dieses Wetter ist in der aktuellen Phase natürlich gut“, sagt der langjährige Bundesliga-Profi, der zuletzt bei Hannover 96 unter Vertrag stand und seit dem 1. Juli für den australischen Erstligisten Western Sydney Wanderers spielt. Auch in der Metropole sind die Auswirkungen der seit Monaten im Südosten des Landes sich ausbreitenden Brände immer noch spürbar. „Von dem Feuer sehen wir natürlich nichts, aber der Rauch zieht bis in die Stadt“, sagt Schwegler.

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„Die Lage ist dramatisch", berichtet der 32-Jährige, ein „bedrückender Schleier“ liege seit Wochen über dem Kontinent. „Man bekommt das hier natürlich viel intensiver mit. Wie sehr die Natur leidet, dass all die Tiere sterben und die Menschen vieles verloren haben“, so der Schweizer, den vor allem die große Solidarität unter den Australiern beeindruckt: „Es wird geholfen, wo es nur geht. Man spürt einen großen Zusammenhalt unter den Menschen.“

Schwegler: „An Leistungssport war nicht zu denken“

Im Westen Sydneys, wo Schwegler etwas außerhalb mit seinem Klub trainiert, habe es in den letzten zwei, drei Wochen ebenfalls immer mal wieder starke Einschränkungen gegeben. „An vereinzelten Tagen war die Luft extrem stickig, es hat auch stark in den Augen gebrannt“, sagt der Mittelfeldspieler. Die Einheiten wurden dann auch schon mal in den Kraftraum verlegt. „Draußen war an Leistungssport nicht zu denken. Das ist auch nicht gesund“, schildert der Fußball-Auswanderer, der in Deutschland ansonsten für 1899 Hoffenheim, Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen aktiv gewesen ist.

Das sind die Sieger und Siegerinnen der Australian Open seit 2014

<b>Stan Wawrinka(2014)</b> gewann die Australian Open gegen den Spanier Rafael Nadal mit 6/3 6/2 3/6 6/3. Seitdem hat der Schweitzer weitere Grand Slam-Titel geholt, 2015 gewann er die French Open, im darauffolgenden Jahr siegte er in Wimbeldon. Zur Galerie
Stan Wawrinka(2014) gewann die Australian Open gegen den Spanier Rafael Nadal mit 6/3 6/2 3/6 6/3. Seitdem hat der Schweitzer weitere Grand Slam-Titel geholt, 2015 gewann er die French Open, im darauffolgenden Jahr siegte er in Wimbeldon. ©

Schwegler über Australian Open: „Gibt Wichtigeres“

Die Luftqualität hatte zuletzt auch Auswirkungen auf die bevorstehenden Australian Open, Qualifikationsspiele mussten verschoben werden, eine Akteurin erlitt einen schweren Hustenanfall. Die ehemalige Topspielerin Eugenie Bouchard sprach von „Stichen in der Lunge“. Am 20. Januar startet das Tennisturnier in Melbourne. Auch Schwegler hatte sich vorgenommen für ein Match anzureisen. Sollte sich die Situation bis zum Auftakt jedoch nicht verbessern, „gibt es Wichtigeres“, findet der Fußballer, „dann geht die Gesundheit einfach vor“.