17. November 2022 / 16:33 Uhr

Pizza, Pasta, Henkelpott – Vier deutsche Teams freuen sich auf die European Champions League in Rom

Pizza, Pasta, Henkelpott – Vier deutsche Teams freuen sich auf die European Champions League in Rom

Bruno Tschoner
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Kickercrew Bonn ist bei den Mädels frisch gebackene Nummer eins in Deutschland. Nun soll es neben Pizza, Pasta und Tiramisu auch den Titel geben.
Die Kickercrew Bonn ist bei den Mädels frisch gebackene Nummer eins in Deutschland. Nun soll es neben Pizza, Pasta und Tiramisu auch den Titel geben. © Nina Schütz
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An diesem Wochenende 19.11. und 20.11.22 steht mit der European Championsleague in Rom ein internationales Kickerhighlight auf dem Programm. 19 Herren- und 11 aus ganz Europa spielen Samstag und Sonntag um den Titel. Die deutschen Vertreter und Vertreterinnen kommen aus Hamburg, Bonn, Würzburg und Bamberg. Der Sportbuzzer hat mit den Captains gesprochen, bringt euch auf den Stand, wie das Turnier abläuft und auf was ihr euch im Twitch Livestream „FoosballTV“ mit Experte und Nationalspieler Benni Struth freuen dürft.

Grundsätzlich ist die Champions League im „Billardino“ ähnlich gestrickt, wie die beim großen Bruder Fußball. Die Landesmeister – in den größeren Verbänden auch der Zweitplatzierte – der Ligen im Weltverband ITSF qualifizieren sich. Samstags steht die Vorrunde auf dem Programm. Nach dem Losverfahren spielt jedes Team vier Vorrundenspiele. Bei den Damen ziehen die besten 8, bei den Herren die besten 16 weiter in die klassische K.O.-Runde am Sonntag. Gespielt wird nach dem Modus „Race to 40“, der hier kurz & bündig erklärt ist. Alle wichtigen Finalspiele gibt es auf dem Twitch-Kanal „Foosball TV“ frei zu sehen.

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Der Vergleich zum Fußball

Ein wesentlicher Unterschied zum Fußball besteht in der Zusammensetzung der Teams. Der Tischfußball steckt als Sport noch in den Kinderschuhen, ist beispielsweise auch in Deutschland noch nicht als solcher anerkannt. Deshalb gibt es auch keinen international einheitlichen Transfermarkt. Die Regel besagt lediglich: Akteure, die in einer der Bundesligen für ein Team angetreten sind, dürfen bei der ECL nur für dieses Team, nicht für ein anderes starten. Alle anderen außerhalb Europas oder aus den zweiten Ligen dürfen antreten. Das ergibt eine interessante Mischung an Teams bei der ECL, wie das Beispiel Neapel und Bamberg zeigen.

Die Italiener haben die offizielle Sportanerkennung vor kurzem erreicht. Bei der ECL kommt der Sportminister, die ECL soll ein Vorzeigeevent werden. Am besten mit italienischem Titel. Deshalb hat Neapel in der starken Kickernation USA zugeschlagen. Mit Tony Spredeman wurde kein geringerer, als der weltweit aktuell bekannteste Kickerspieler der Welt verpflichtet. Praktisch der Tom Brady des Kickerns. Dazu gesellen sich Hall of Famer Billy Pappas, Mehrfachweltmeister Blake Robertson und Brandon Munoz. Ganz anders die Voraussetzungen in Bamberg. „Wir sind super stolz, dass wir die Teilnahme an der ECL nur mit Leuten geschafft haben, die in Bamberg spielen und trainieren“, erklärt Stephan Hoppe, der eines von vier deutschen Teams anführt.

Die deutschen Teams im Blick

Hoppe ist ein aufstrebender deutscher Spieler, der viel für´s Kickern opfert. „Ich will´s wissen und irgendwann im Nationalteam spielen. Dafür lasse ich mir mit dem Studium etwas mehr Zeit“, gibt Hoppe schmunzelnd zu. Er ist Teil einer Truppe mit viel Erfahrung. Bamberg steht für wenig Spektakel, ist als Team aber sehr eingeschworen, spielintelligent und schwer zu schlagen.

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Auch die Würzburger Kickers gehören eher nicht zum Favoritenkreis. Arbeit, frisch gebackene Papas und die nicht spielberechtigten Niederländer, der spontan gewonnene Startplatz nach der Absage von Meister und Vizemeister Hannover 96 und TFVS Freiburg. Alles in allem war Captain Julian Wortmann zum Improvisieren gezwungen, freut sich aber nun über eine bunte Mische. „Wir haben mit Amon Lorenz einen super Junior und mit Klaus Gottesleben den Godfather of German Tischfußball“, erzählt Wortmann, der mit Nationalspieler Thommy Haas zu den Leistungsträgern zählt.

Bei den Damen sind die beiden besten Teams Deutschland in dieser Saison dabei. Die Löwen Hamburg wurden 2018 durch eine deutsch-dänische Kickerfreundschaft gegründet. My Linh Tran und Ecaterina Sarbulescu sind wohl die beste Stürmerin und die beste Verteidigerin der Welt, haben schon alles gewonnen – fast. „Der ECL Titel fehlt noch“, erzählt Tran. „Das ist aber unser Ziel. Das Besondere an der ECL ist nämlich, dass man mit seinem Team spielt und sehr verbunden miteinander ist“, so Tran. Erstmals dabei ist die Kickercrew Bonn. Das ausgeglichene aber in der Breite sehr starke Team ist seit 2019 zusammen. „Wir wollen gewinnen. Auch wenn es sehr schwer wird. Und wenn es nicht klappt, freuen wir uns auf alle Fälle auf Pizza, Pasta und Tiramisu“, erzählt Kapitänin Nina Schütz augenzwinkernd. Und gegen die Besten Europas spielen versteht sich.

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