25. Dezember 2020 / 09:17 Uhr

Plant der Bischofswerdaer FV den Rückzug aus der Regionalliga Nordost?

Plant der Bischofswerdaer FV den Rückzug aus der Regionalliga Nordost?

Jürgen Schwarz
Dresdner Neueste Nachrichten
Kann mit dem Saisonauftakt nicht zufrieden sein: BFV-Trainer Erik Schmidt
Trainer Erik Schmidt sieht die Chancen auf den Klassenerhalt schwinden. © Steffen Manig/Archiv
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Die Saison in der Regionalliga Nordost soll – laut aktuellem Stand – im Februar 2021 fortgeführt werden. Doch die Fortsetzung beschäftigt die Gemüter, der NOFV hat eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, um die vielen verschiedenen Vorschläge der Vereine zu verbinden. Fakt: Jede Verkürzung der Saison würde die Chancen der Schiebocker auf den Klassenerhalt minimieren. Was wird der Bischofswerdaer FV machen?

Dresden. Wie geht’s in der Regionalliga Nordost weiter? Die geplante Fortführung des Spielbetriebes im Februar 2021 und die Ermittlung des Aufsteigers und der Absteiger beschäftigt die Gemüter. Der Nordostdeutsche Fußball-Verband hat eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Uwe Dietrich, Vorsitzender des Spielausschusses, informierte, dass 19 der 20 Viertliga-Vereine Vorschläge zur Fortführung des Spielbetriebes eingereicht haben. „Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die eingereichten Vorschläge kein einheitliches Meinungsbild widerspiegeln, zum Teil nur auf die eigene Tabellensituation reflektieren und auch im Widerspruch zu den Festlegungen der Spielordnung stehen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Erik Schmidt, Trainer des Tabellenletzten Bischofswerdaer FV, hatte schon zuvor auf die Differenzen hingewiesen. So haben die Schiebocker erst zwölf von 38 Saisonpartien absolviert, der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt aber „nur“ vier Punkte. Jede Verkürzung der Saison, beispielsweise nur die Austragung der Hinrunde, würde die Chancen der Schiebocker auf den Klassenerhalt minimieren. Ähnlich problematisch stellt sich die Situation an der Tabellenspitze dar. Viktoria Berlin hat bisher alle Punktspiele gewonnen, führt das 20er Feld souverän mit 33 Zählern an. „Ein Vorsprung, den sich die Hauptstädter nicht mehr nehmen lassen würden“, ist Schmidt überzeugt. Meisterschaftsanwärter wie Carl Zeiss Jena, der 1. FC Lok Leipzig, der Chemnitzer FC und Energie Cottbus sind schon weit abgeschlagen. Der Rückstand auf die Berliner beträgt zwischen zwölf und 16 Punkten. Logischerweise plädieren beispielsweise die Cottbuser nun auf Play-Off-Spiele, um den Aufsteiger in die 3. Liga zu ermitteln.

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Der Bischofswerdaer FV schlägt den VfB Auerbach zum Auftakt der Regionalliga-Saison 2020/21 mit 2:0. Zur Galerie
Der Bischofswerdaer FV schlägt den VfB Auerbach zum Auftakt der Regionalliga-Saison 2020/21 mit 2:0. © Steffen Manig

„Bei allen Überlegungen des Spielausschusses zur Fortsetzung des Spielbetriebes stehen die Eindämmung der Pandemie und die Gesundheit eines jeden Einzelnen vor den sportlichen und wirtschaftlichen Aspekten der Vereine“, stellt der NOFV klar. „Oberste Prämisse hat zunächst die Beendigung der Hinrunde als Grundlage für weitere Entscheidungen. Der Aufstieg in die 3. Liga muss gewährleistet werden, der Abstieg im Spieljahr 2020/21 aus der Regionalliga Nordost soll zwingend erfolgen.“

BFV will eigene Zukunft zuerst den Mitgliedern vorstellen

Die AG Fortführung des Spielbetriebes wird sich am 13. Januar erneut beraten. Sicher scheint, dass das Spieljahr spätestens am 30. Juni 2021 beendet sein soll. Die meisten Regionalliga-Vereine haben den Trainingsbetrieb eingestellt – auch Bischofswerda. „Im Moment gehe ich davon aus, dass wir Anfang Januar wieder das Training aufnehmen“, sagt Schmidt. Der BFV-Trainer weiß: „Cottbus, Chemnitz oder Lok Leipzig trainieren unter Profibedingungen, teilweise mehrfach täglich. Wir müssen rechtzeitig mit der Vorbereitung auf den Restart beginnen, sonst haben wir einen zu großen Fitness-Rückstand.“

Wie es 2020/21 bei den Schiebockern weitergeht, ist offen. Ein freiwilliger Rückzug in die NOFV-Oberliga ist immer noch ein Thema. Präsident Jürgen Neumann gibt sich (noch) bedeckt: „Wir haben in unser Klausurtagung Anfang Dezember die Zukunft des BFV festgelegt, wollen diese aber erst einmal unseren Mitgliedern vorstellen , ehe wir mit dem Thema an die Öffentlichkeit gehen.“

Der ehemalige Torjäger Roci Schiemann, dessen 19 Jahre alter Sohn Bruno seit einigen Wochen auch zum BFV-Kader gehört, spricht sich gegen einen Rückzug aus: „Es wäre schade, diesen mit viel Schweiß erkämpften Viertligaplatz herzuschenken. In der Saison 2018/19 waren neben Schiebock noch Bautzen und Neugersdorf in der Regionalliga Nordost vertreten. Und 2021/22 dann gar kein Verein mehr?“ fragt der 55-Jährige.


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„Aber Fakt ist auch“, so Schiemann weiter, „dass man beim BFV an Grenzen stößt. Die wenigen Leute um Präsident Jürgen Neumann, der für diesen Verein unglaublich viel Kraft und materielle Werte eingebracht hat, arbeiten mit Herzblut und ohne auf die Uhr zu schauen. Auf Dauer kann man die vierte Liga so aber nicht sichern. Wir spielen mit dem BFV in Bautzen, beide Vereine sollen auch schon einmal über eine Spielvereinigung nachgedacht haben. Das ist doch ein Anfang.“