08. Februar 2022 / 07:26 Uhr

Platz vier bei der Abfahrt – oder anders gesagt: eine unschöne Familientradition

Platz vier bei der Abfahrt – oder anders gesagt: eine unschöne Familientradition

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
 James Crawford wurde bei der Abfahrt der Männer Vierter. 
James Crawford wurde bei der Abfahrt der Männer Vierter.  © imago images/UPI Photo
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Freude und Enttäuschung liegen manchmal dicht beieinander. Wie im Fall von James Crawford, der bei der Abfahrt der Männer nur den vierten Platz belegte. Für den Kanadier eine unschöne Tradition, wie SPORTBUZZER-Redakteur Stephan Henke berichtet. 

Die kanadische Fernsehjournalistin konnte ihr Glück hoch oben in der Mixed-Zone im Skigebiet von Yanqing kaum fassen. Gerade war ihr Landsmann James Crawford bei der Männerabfahrt ins Ziel gerast, als Platz zwei hinter dem bis dato führenden Matthias Mayer auf der riesigen digitalen Anzeigetafel aufblitzte. Jubelschreie und ein Abklatschen mit dem Kameramann, ein bisschen Patriotismus bei der Sportgroßveranstaltung darf wohl erlaubt sein – schließlich lässt sich eine Olympiamedaille doch immer besser verkaufen als Platz fünf, elf oder 23.

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Doch ihr Glück – und damit auch das von Crawford – währte nicht sonderlich lange, denn Beat Feuz und Johan Clarey fuhren mit noch besseren Zeiten ins Ziel und damit im Endklassement auch vor den 24-Jährigen, der damit beim Olympiasieg von Feuz auf dem undankbaren vierten Platz landete – nur acht Hundertstelsekunden hinter Mayer. Das Tragische dabei ist, dass er damit eine kleine, unschöne Familientradition fortschreibt. Im vergangenen Jahr war er schon Vierter des Kombinationsrennens bei der Weltmeisterschaft in Cortina D’Ampezzo. Und 1972, also vor genau 50 Jahren, fuhr seine Tante Judy Crawford auf den vierten Platz beim olympischen Slalom im japanischen Sapporo.

Vielleicht sollte Crawford mal beim frischgebackenen Rodelolympiasieger Johannes Ludwig nachfragen, wie man solch eine Pechsträhne abschneidet. Der Deutsche wurde sogar fünfmal Vierter bei Weltmeisterschaften – jetzt ist er Olympiasieger. Da würde die kanadische Kollegin wohl ausrasten.

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