06. September 2020 / 15:52 Uhr

Platzverweis als Korkenzieher: Lok Leipzig siegt in Bischofswerda 2:0

Platzverweis als Korkenzieher: Lok Leipzig siegt in Bischofswerda 2:0

Rainer Kelch
Leipziger Volkszeitung
Lok Leipzigs Torjubel nach dem 1:0 durch Farid Abderrahmane (rechts)
Lok Leipzigs Torjubel nach dem 1:0 durch Farid Abderrahmane (rechts) © Steffen Manig
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Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat erstmals in dieser Saison zwei Spiele in Folge in der Regionalliga Nordost gewonnen und rückt mit sieben erkämpften Punkten innerhalb einer Woche in der Tabelle weiter nach oben.

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Bautzen. Lok-Coach Almedin Civa musste – im Vergleich zum 3:0 gegen den FSV Luckenwalde am Mittwoch – eine Änderung in der Startaufstellung vornehmen. Da hatte Rechtsverteidiger Robert Berger kurz vor Schluss eine dumme Gelb-Rote Karte gesehen und musste somit eine Sperre absitzen. Die personellen Alternativen sind bei Lok Leipzig derzeit bekanntlich sehr eng gestrickt, sodass es keine große Überraschung war, dass Gabriel Boakye ins Team rückte. Der agierte in der 4-2-3-1-Formation auf dem rechten offensiven Flügel, Maik Salewski rückte dafür nach rechts hinten.

Von Anfang an waren die Blau-Gelben dominant, setzten Bischofswerda mit starkem Pressing und schönem Kombinationsspiel unter Druck. Doch echte Torgelegenheiten blieben zunächst Mangelware, der letzte Pass in die Spitze kam nicht an, die Lok-Offensive nicht zum Abschluss. „Korkenzieher“ war eine Situation in der 32. Minute: Bischofswerdas Sanin räumte Djamal Ziane unsanft ab. Schiri Rauschenberg zückte Gelb – und weil Sanin schon verwarnt war – gleich Rot hinterher.

DURCHKLICKEN: Die Fotos vom Auswärtssieg von L.O.K. in Bischofswerda

Die Spieler aus Bischofswerda (weiß) und Lok Leipzig betreten das Stadion in Bautzen. Zur Galerie
Die Spieler aus Bischofswerda (weiß) und Lok Leipzig betreten das Stadion in Bautzen. © Steffen Manig

Die Gastgeber nur noch zu zehnt und Lok plötzlich torgefährlich. Als Erster fasste sich Farid Abderrahmane ein Herz, sein strammer Schuss aus 25 Metern zischte nur knapp links am Kasten vorbei (33.). Ein wunderschöner Angriff sorgte dann für die Lok-Führung: Sascha Pfeffer schickte den auf links startenden Mehmedovic auf die Reise, der passte fast von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr, wo Abderrahmane aus zehn Metern nur einschieben musste (37.).

Civa brachte Nattermann als zweite Spitze

Robert Berger sagte in der Halbzeit: „Der letzte Pass kam nicht so, wie er kommen sollte. Dann haben wir beim Tor alles richtig gemacht: Über links in den Rücken der Abwehr und dann eiskalt abgeschlossen – so einfach kann Fußball sein.“ Zur allgemeinen Situation bei Lok Leipzig: „Mit den Möglichkeiten, die wir haben, schlagen wir uns zurzeit sehr gut. Daran hat auch der Trainer einen großen Anteil.“

Zur Pause stellte Civa um, wollte im 4-4-2 noch offensiver agieren, um Bischofswerda gar nicht erst zur Entfaltung kommen zu lassen. Dafür opferte er Kapitän Paul Schinke und brachte Tom Nattermann als zweite Spitze, der sich fortan um Zielspieler Ziane herum bewegte. Dieser Schachzug machte sich sofort bezahlt, als sich Nattermann in der 49. Minute auf rechts schön in den Strafraum durchtankte und den Ball scharf in die Mitte passte. Dort stand Ziane goldrichtig und drückte den Ball aus Nahdistanz an den rechten Innenpfosten und ins Tor.

Das Spiel war entschieden, plätscherte anschließend vor sich hin. Bischofswerda war bemüht, aber einfach nicht gut genug, Lok in echte Verlegenheit zu bringen und die Blau-Gelben gaben sich damit zufrieden, die Führung zu verwalten und über die Zeit zu schaukeln.

Lok Leipzig: Tasche - Salewski, Urban, Heynke, Mehmedovic – Piplica, Abderrahmane – Boakye (79. Jäpel), Schinke (46. Nattermann, Pfeffer – Ziane.Schiedsrichter: Rauschenberg (Eisenach).Gelb-Rote Karte: Sanin/Bischofswerda (32. wdh. Foulspiel).
Tore: 0:1 Abderrahmane (37.), 0:2 Ziane (49.).Zuschauer: 720.