29. November 2021 / 08:55 Uhr

Platzverweis und drei Gegentore in der Schlussphase: FC Eilenburg kassiert Klatsche in Berlin

Platzverweis und drei Gegentore in der Schlussphase: FC Eilenburg kassiert Klatsche in Berlin

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
Noah Baumann (Mitte, in einem früheren Spiel) erzielte den zwischenzeitlichen FCE-Anschlusstreffer.
Noah Baumann (Mitte, in einem früheren Spiel) erzielte den zwischenzeitlichen FCE-Anschlusstreffer. © Thomas Jentzsch
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Der FC Eilenburg wurde nach dem Platzverweis für Kapitän Philipp Sauer von den Hertha-Bubis überrannt und verlor deutlich mit 1:5. Nun muss die Knaubel-Truppe den Rückschlag im Abstiegskampf schnellstmöglich verdauen, denn am kommenden Wochenende gastieren die Muldestädter bei der BSG Chemie Leipzig.

Berlin. Der FC Eilenburg hat seine Berliner-Woche mit einer deftigen Niederlage abgeschlossen. Das 1:5 am Sonntag bei der Reserve von Hertha BSC liest sich klar und deutlich – und genau das ist es, was Trainer Nico Knaubel enorm ärgerte: „Jeder denkt, wir hatten keine Chance, und haben regelmäßig Gegentore kassiert. So war es aber nicht.“ Ganz im Gegenteil. Bis zur 81. Minute lag der FC Eilenburg nur mit 1:2 zurück. Erst in den letzten Minuten ging der Aufsteiger gegen aufstrebende Hertha-Talente baden. „Mich wurmt die hohe Niederlage, aber es war nicht alles schlecht“, sagte Knaubel.

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Im Vergleich zum 0:1 am Mittwoch beim SV Babelsberg tauschte Knaubel auf fünf Positionen. Noah Baumann, Philipp Sauer, Alec Nathe, Paul Meseberg und Christopher Schulz rotierten ins Team. „Wir brauchten nach den zwei Spielen innerhalb von vier Tagen Frische. Dongmin Kim war zudem angeschlagen und Andi Naumann hat am Montag eine wichtige Abschlusslehrprobe als Lehrer“, begründete Knaubel die Wechselspiele.

Ähnlich rasant, wie die Schlussphase in Babelsberg endete, begann das Spiel gegen die Hertha. Adam Fiedler hatte nach wenigen Minuten die Chance zur Führung, stattdessen schockten die spielstarken, jungen Gastgeber in Person von Timur Gayret und Marten Winkler den FCE mit einem Doppelschlag (3., 8.). Fiedler hätte vom Elfmeterpunkt ausgleichen können, traf aber nicht. Wenig später vollendete Baumann einen traumhaften Angriff zum 2:1 (26.). Branden Stelmak und Fiedler hatten weitere gute Chancen, auch die Hertha tauchte immer wieder gefährlich vor dem Tor auf.


Eilenburg wehrte sich tapfer

Ein 4:4 zur Pause, das Endergebnis vor einer Woche gegen Lichtenberg, war in einer verrückten ersten Halbzeit durchaus denkbar. „Wir lagen unverdient zurück, hatten nach 30 Minuten mehr Spielanteile und die besseren Chancen“, resümierte Sportchef Stephan Hofmann.

Nach dem Wechsel griff dann aus Eilenburger Sicht ein negatives Rad in das nächste. Die Beine wurden schwerer und der Gastgeber immer beweglicher. „Wir wurden hinten reingedrückt, haben aber kaum etwas zugelassen“, erzählte Knaubel. Eilenburg verteidigte geschickt. Manchmal auch mit unerlaubten Mitteln. Kapitän Philipp Sauer, gerade von einer Gelbsperre zurück, langte kurz hintereinander zweimal hin und sah folgerichtig Gelb-Rot (66.).

Nach dem Platzverweis wehrte sich der FC Eilenburg weiter tapfer, doch nach dem 1:3 durch Derry Scherhant (81.) war der Haken dran und das Spiel gelaufen. Besonders ärgerlich aus Eilenburger Sicht war, dass die Nordsachsen sich noch zwei Treffer einfingen und sich damit eine Klatsche abholten. Maurice Covic (83.) und der unglückliche Raimison Dos Santos per Eigentor (90.) besorgten den Endstand. Nach nur einer Niederlage aus den zurückliegenden fünf Spielen muss der FCE den Rückschlag im Abstiegskampf nun schnellstmöglich verdauen. Am kommenden Wochenende wird es nicht leichter. Dann geht es zu Chemie Leipzig – den Zuschauerbonus haben die Grün-Weißen dann nicht. Favorit sind sie dennoch.

FC Eilenburg: Schulz, Nathe (73. Möbius), Majetschak, dos Santos, Meseberg (46. Michael), Baumann, Rücker (82. Rücker), Fiedler, Moutsa (56. Pa. Sauer), Ph. Sauer, Stelmak (73. Wadewitz)