28. Oktober 2020 / 12:35 Uhr

Platzverweise und Sturmflaute: Dynamo Dresden hat einige Baustellen

Platzverweise und Sturmflaute: Dynamo Dresden hat einige Baustellen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dynamo Dresdens Tim Knipping sieht im Spiel gegen die Reserve vom FC Bayern München die Rote Karte.
Solche Bilder häufen sich bei Dynamo Dresden: Tim Knipping sieht im Spiel gegen die Reserve vom FC Bayern München die Rote Karte. © 2020 Getty Images
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Als Favorit in die Saison gegangen, tut sich Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden schwer, seiner Rolle gerecht zu werden. Die Sachsen schießen zu wenig Tore und kassieren zu viele Platzverweise.

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Dresden. Die nächste Sperre folgte am Montag. Max Kulke wird Dynamo Dresden nach seiner Roten Karte am vergangenen Samstag beim FC Ingolstadt (0:1) für ein Spiel fehlen. Der 19 Jahre alte Außenverteidiger steht dem Drittligisten damit am kommenden Samstag (14.00 Uhr) gegen den SV Meppen nicht zur Verfügung.

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Das Strafmaß ist gering, dennoch muss Dynamo-Coach Markus Kauczinski seine Mannschaft erneut umbauen. Angesicht der derzeit dünnen Personaldecke in der Hintermannschaft keine einfache Aufgabe. Denn Chris Löwe fehlt mit dem Außenbandriss im Knie noch mehrere Wochen, Robin Becker blieb dem Mannschaftstraining aufgrund muskulärer Probleme noch immer fern. Nur Löwe-Ersatz Jonathan Meier ist als einziger Außenverteidiger ohne Blessuren.

DURCHKLICKEN: Die Dynamo-Elf in der Einzelkritik

(1) Kevin Broll: Spielt vor der Elfmetersituation einen schlimmen Fehlpass auf Bilbija und bringt seine Vorderleute damit unnötig in Bedrängnis (3.). Kutschkes anschließenden Strafstoß (5.) kann er nicht parieren. Bewahrt Dynamo mit guten Paraden gegen Niskanen (28.) und Schröck (32.) aber vor einem höheren Rückstand. Die Niederlage geht dennoch zu einem guten Teil mit auf seine Kappe. Note: 4,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Spielt vor der Elfmetersituation einen schlimmen Fehlpass auf Bilbija und bringt seine Vorderleute damit unnötig in Bedrängnis (3.). Kutschkes anschließenden Strafstoß (5.) kann er nicht parieren. Bewahrt Dynamo mit guten Paraden gegen Niskanen (28.) und Schröck (32.) aber vor einem höheren Rückstand. Die Niederlage geht dennoch zu einem guten Teil mit auf seine Kappe. Note: 4,5 ©

Saisonübergreifend beendeten die Sachsen nur eines ihrer sechs Auswärtsspiele in kompletter Mannschaftsstärke. Der frühere Abwehrspieler Jannik Müller flog im Juni bei Holstein Kiel mit Gelb-Rot nach 39 Minuten vom Platz, Außenverteidiger Chris Löwe nur wenige Tage später mit Rot nach einer Tätlichkeit in Sandhausen nach 76 Minuten. Zum Auftakt der neuen Saison im September erwischte es Paul Will (44.) in Kaiserslautern, Tim Knipping (83.) Anfang Oktober in München. Kulke musste bereits nach vier Minuten vom Feld.

Kauczinski-Team mit Toren

„Natürlich muss es das Ziel sein, gar nicht erst in solche Situationen zu kommen und sie zu vermeiden“, gibt Kauczinski zu. Der 50-Jährige sieht sein Team jedoch nicht ausschließlich in der Schuld. „Für alles können wir auch nicht immer was. Insgesamt gibt es mit Blick auf den gesamten Fußball gerade viele Rote und Gelb-Rote Karten. Manche gibt es zu Recht, manche zu Unrecht. Man will das nicht immer bewerten.“

In Ingolstadt rückte Ransford Königsdörffer auf die rechte Abwehrseite. Der 19-Jährige ist eigentlich auf der linken Außenbahn zu Hause, erledigte seine ungewohnte Aufgabe aber überraschend gut. Dennoch war Königsdörffers Rückbeorderung zusätzlicher Ballast für den ohnehin stockenden Offensivmotor der Sachsen. Denn auch das fällt auf: Wie schon in der vergangenen Spielzeit, als Dynamo in 34 Partien nur 32 Treffer erzielte, geizt das Kauczinski-Team mit Toren. Nur fünfmal netzte Dresden bisher – genauso oft wie der Vorletzte Magdeburg und nur einmal mehr als der MSV Duisburg, der jedoch zwei Spiele weniger bestritten hat. Mehr als ein Treffer gelang in noch keiner Partie, das reicht aber für zehn Punkte.

Gegen Meppen vermutlich mit zwei Spitzen

Qualität im Sturmzentrum wurde vor der Saison verpflichtet. Angreifer Philipp Hosiner weiß, wo das Tor steht. In der vergangenen Spielzeit erzielte der Österreicher für den Chemnitzer FC 19 Drittliga-Tore. Aktuell ist der 31-Jährige mit zwei Toren auch Dynamos bester Schütze.

Doch zu oft wird Dynamos einzige Spitze gegen tief stehende Gegner allein gelassen. Das Dresdner Angriffsspiel wirkt zu behäbig, es fehlt an Tempo. Einen möglichen Ausweg zeigten die Sachsen in Lübeck. Dort bekam Hosiner in der zweiten Hälfte mit Christoph Daferner einen zweiten Angreifer an sein Seite gestellt. „Es ist gut, wenn man bei so viel Ballbesitz einen zweiten Stürmer bringt, der dann auch die Räume belaufen kann“, erklärte der Österreicher.

Das Kreieren von Torchancen wurde auch am Dienstag beim Trainingsauftakt dieser Woche intensiv geübt. Nicht ausgeschlossen, dass Kauczinski gegen Meppen auf zwei Spitzen setzt.

Jens Maßlich, dpa