08. August 2021 / 20:56 Uhr

Pokal-Aus am grünen Tisch: Das gab es für den VfL Wolfsburg schon einmal!

Pokal-Aus am grünen Tisch: Das gab es für den VfL Wolfsburg schon einmal!

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Pokal-Aus 2004: Marian Hristov (r.) spielte trotz Rotsperre in Köln, Manager Peter Pander (l.) musste gehen.
Pokal-Aus 2004: Marian Hristov (r.) spielte trotz Rotsperre in Köln, Manager Peter Pander (l.) musste gehen.
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Dem VfL Wolfsburg droht wegen eines Wechselfehlers das Pokal-Aus am grünen Tisch - das weckt Erinnerungen. Schon 2004 schieden die Niedersachsen aus, weil sie Regularien nicht beachtet hatten.

Wegen eines Wechselfehlers droht dem VfL Wolfsburg das Pokal-Aus am grünen Tisch - für die Niedersachsen ist das keine neue Erfahrung. Schon vor 17 Jahren schieden sie in der ersten Runde aus, weil ihnen ein Sieg nachträglich aberkannt wurde. Diesmal wird dem VfL eine sechste Einwechslung beim 3:1-Sieg in Münster zum Verhängnis, damals hatte Wolfsburg das Spiel beim 1. FC Köln II schon mit dem Anpfiff verloren.

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Denn damals stellte VfL-Trainer Erik Gerets den gerade aus Kaiserslautern geholten Marian Hristov im Mittelfeld auf. Doch Hristov hätte nicht spielen dürfen, er war nach einer Roten Karte im Pokalfinale 2003 (Kaiserslautern gegen Bayern) noch gesperrt. Keiner beim VfL hatte daran gedacht. Ein Info-Fax, das der DFB eigentlich immer zur Sicherheit einige Tage vorm Spiel verschickt, kam in Wolfsburg nicht an. Die Kölner wussten damals von Hristovs Sperre, aber sie schwiegen, bis das Spiel angepfiffen und ihnen der Sieg am grünen Tisch sicher war.

Der VfL Wolfsburg bei Preußen Münster - Die Bilder

Trikottest: Jan Dahlke gegen Maxence Lacroix . Zur Galerie
Trikottest: Jan Dahlke gegen Maxence Lacroix . ©

Das eigentliche Ergebnis (3:0 für den VfL) war Makulatur, die Spielwertung für die Kölner Amateure wurde noch am selben Tag bestätigt. „Es tut mir leid für die Mannschaft”, sagte Manager Peter Pander damals auf der Pressekonferenz. Und: „Ich muss dafür die Verantwortung übernehmen”.

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Pander musste sich am Tag nach dem Spiel einer lange geplanten Fuß-OP in Köln unterziehen. Einen weiteren Tag später traf er sich in Wolfsburg mit Lothar Sander, VW-Vorstand und Aufsichtsratschef des VfL. Pander musste nach 13 Jahren im Amt gehen. Der Abschied wird offiziell als Rücktritt verkauft - das Pokal-Aus war nur der Anlass, innerhalb der VfL-Führung hatte es zuvor schon geknirscht.

Zehn Jahre später schilderte Pander in der AZ/WAZ seine Sicht auf das Pokal-Aus 2004: "Es gab keine Begründung. Keiner hat gesagt: 'Herr Pander, Sie waren da zu achtlos' oder etwas in der Art. Bis heute nicht. Und es konnte auch keiner sagen, ob es dieses Fax gab. Ich habe telefoniert, keiner wusste es. Es ist ja auch sonst niemandem aufgefallen, auch nicht in der Pressekonferenz zwei Tage vorm Spiel, bei der ja noch über Marian Hristov geredet wurde. Ich bin dann erst am Spieltag angereist, weil einen Tag vorher mein Sohn eingeschult wurde. Als mein Kölner Kollege Andreas Rettig dann kurz nach dem Anpfiff diesen Zettel aus der Tasche zog und sagte: 'Ihr habt da ein Problem', traf mich das völlig unvorbereitet." Rettig entschuldigte sich später für diesen Ablauf: "Ich hätte das anders machen müssen."