17. August 2021 / 17:00 Uhr

Pokal-Aus: Wolfsburg legt Berufung gegen DFB-Urteil ein

Pokal-Aus: Wolfsburg legt Berufung gegen DFB-Urteil ein

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nächste Runde: Gegen das DFB-Urteil zum Auswechsel-Fehler in Münster legt der VfL Wolfsburg Berufung ein.
Nächste Runde: Gegen das DFB-Urteil zum Auswechsel-Fehler in Münster legt der VfL Wolfsburg Berufung ein. © Frank Rumpenhorst/dpa
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Der VfL Wolfsburg hat am Dienstag wie erwartet Berufung gegen das DFB-Urteil zur Spielwertung in Münster eingelegt. Das DFB-Sportgericht hatte das Spiel zugunsten von Preußen Münster gewertet, weil der VfL zu oft ausgewechselt hatte.

Das juristische Nachspiel rund um den Wechselfehler des VfL Wolfsburg bei der DFB-Pokal-Partie in Münster geht in die nächste Runde. Am späten Dienstagnachmittag hat der VfL wie erwartet fristgerecht Berufung gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts eingelegt. Dieses hatte am Montag entschieden, die Partie mit 2:0 für den Viertligisten zu werten, weil die Wolfsburger sechs statt der erlaubten fünf Spieler eingewechselt hatten. Die Wolfsburger Berufung bezieht sich vor allem darauf, dass die Rolle des vierten Offiziellen und des Schiedsrichters beim Wechselfehler nicht genügend berücksichtigt wurde.

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Nun ist die nächsthöhere Instanz, das DFB-Bundesgericht, am Zug und muss festlegen, ob es eine erneute mündliche Verhandlung ansetzt oder - was wahrscheinlicher ist - in einem schriftlichen Verfahren entscheidet. Die Zeit drängt: Sollte es zu einem Wiederholungsspiel kommen, müsste das in der nächsten Woche stattfinden, um den Termin für die Auslosung der zweiten Pokalrunde (29. August) nicht zu gefährden.

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Im Kern geht es darum, ob Schiedsrichter Christian Dingert und der vierte Offizielle Thomas Fritsch die sechste Auswechslung (Admir Mehmedi kam für Maximilian Philipp) nicht hätten verhindern müssen - und ihnen damit ein Großteil der Schuld an dem Wechselpatzer zuzuschreiben ist. In dem Fall, so argumentiert der VfL, müsste es statt einer Spielwertung zugunsten der Preußen ein Wiederholungsspiel geben.

Die Schiri-Experten von "Colinas Erben" haben sich via Twitter geäußert - und teilen eher die VfL-Sicht. "Der Schiedsrichter darf einen solchen Wechsel nicht einfach geschehen lassen", heißt es da. "Der Hinweis auf das erschöpfte Wechselkontingent wird dabei so gut wie immer genügen, um ihn abzuwenden."

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DFB-Richter Stephan Oberholz hatte dagegen in seiner Urteilsbegründung ausgeführt, dass es "zu den Grundpflichten" des VfL gehört hätte, "sich über die Auswechselmöglichkeiten zu informieren und entsprechend zu handeln. Gegen diese Pflicht hat der VfL Wolfsburg verstoßen und damit leichtfertig und vermeidbar den zentralen Fehler beim unzulässigen sechsten Einwechselvorgang begangen." Die Wolfsburger könnten daher auch kein "entlastendes Verschulden des Schiedsrichterteams" anführen. Es könne darum auch "offen bleiben, ob der vierte Offizielle beim Wechselvorgang die Verantwortlichen des Klubs falsch beraten oder unzutreffende Auskünfte erteilt hatte. Selbst wenn man eine solche falsche Information unterstellt, ist der zentrale Ausgangsfehler dem Verein anzulasten, sodass eine etwaige Mitverantwortlichkeit der Schiedsrichter vollständig zurücktritt."

So sieht's auch Preußen-Trainer Sascha Hildmann. "Alles andere als diese Entscheidung wäre für mich nicht nachvollziehbar gewesen”, sagte er gegenüber Sport1. Dass die Wechsel für den Spielausgang - Wolfsburg gewann nach Verlängerung mit 3:1 - entscheidend waren, steht außer Frage. Auch für Hildmann. “Es steht 1:1 und bei Wolfsburg werden zwei Wechsel vorgenommen. Bornauw kommt rein und legt das 2:1 auf. Und auch Mehmedi wird eingewechselt - für Wolfsburgs gelb-rot-gefährdeten Philipp", so der Preußen-Coach. "Mein Spieler Marvin Thiel hatte sich den Daumen gebrochen und musste weiterspielen, weil ich nicht mehr wechseln konnte. Er war dann im entscheidenden Zweikampf auch gehandicapt."

Unterm Strich seien durch den sechsten, regelwidrigen VfL-Wechsel "so viele Vorteile für Wolfsburg entstanden, dass es gar nicht anders ging, als dieses Spiel für uns zu werten. Es war ein sportlicher Eingriff und deshalb ist diese Entscheidung völlig richtig und absolut nachvollziehbar.” Zum Wechselfehler seines Kollegen van Bommel sagte Hildmann: „Menschen machen nun mal Fehler, ich glaube aber, dass Mark van Bommel das sehr gut verkraften kann und wird.“

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