18. Juni 2021 / 11:59 Uhr

Pokal-Derby: FSV Oschatz erwartet Titelverteidiger Wermsdorf

Pokal-Derby: FSV Oschatz erwartet Titelverteidiger Wermsdorf

Christian Kluge
Leipziger Volkszeitung
Dechert
Wollen am Sonnabend wieder jubeln: Ben Dechert und seine Wermsdorfer. © André Kamm
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Am Samstag empfängt im Halbfinale des Nordsachsenpokals der FSV Oschatz den FSV Blau-Weiß Wermsdorf. Beide Mannschaften einigten sich darauf, in der Nachmittagssonne zu schwitzen, um am Abend das EM-Spiel der DFB-Elf schauen zu können. Am Sonntag trifft dann in der zweiten Pokalpartie Bad Düben auf Beilrode.

Oschatz/Wermsdorf. Vergangenen Sonntag, nach dem 3:2-Sieg nach Verlängerung in Schildau, hatte der Oschatzer Coach Steffen Wiesner noch Hoffnung, dass das Halbfinale am morgigen Sonnabend gegen den Pokalverteidiger später als geplant stattfinden könnte. „Wir wollen erst 17.30 oder 18 Uhr spielen, wenn Wermsdorf einverstanden ist“, sagte Wiesner. Doch damit waren letztlich weder seine eigenen Kicker, noch die vom FSV Blau-Weiß einverstanden. Simpler Grund: Am Sonnabend um 18 Uhr trifft Deutschland in der Fußball-Europameisterschaft auf Portugal. Und das will sich keiner entgehen lassen, auch wenn vorher der eigene Schweiß in Strömen laufen dürfte.

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So soll also am Samstag pünktlich um 16.45 Uhr Schluss sein auf dem Oschatzer Kunstrasenplatz. „Ein Elfmeterschießen wie im Pokalfinale 2020 brauchen wir diesmal ganz sicher nicht“, erklärt der Wermsdorfer Trainer Dierk Kupfer. „Deswegen üben wir das auch nicht vorher.“ Denn ansonsten könnten die Kicker beider Teams nicht pünktlich zur EM den Fernseher anknipsen und den Grill anschmeißen – und das wäre nach der körperlichen Herausforderung im Kreispokal-Halbfinale der persönliche Supergau.

Kupfer zu den Chancen seiner Männer: „Natürlich hoffen wir auf den Finaleinzug. Bei uns sind alle an Deck und wir haben schon einige Male auf dem Oschatzer Kunstrasenplatz gespielt. Das ist für uns also nicht neu.“ Und wen wünscht sich der Pokalverteidiger im Finale, falls die Hürde FSV Oschatz genommen wird? „Beilrode“, erklärt der Blau-Weiß-Coach, der sich natürlich auch auf ein Endspiel bei Flutlicht im Torgauer Hafenstadion freut. „Das ist immer ein Highlight.“ Angesetzt ist diese Partie für Freitag, den 25. Juni, um 20 Uhr.


Oschatz vor 10 Jahren zuletzt im Finale

Der Oschatzer Trainer Steffen Wiesner muss seine Startelf im Vergleich zum Viertelfinale auf mindestens zwei Positionen umstellen. „Florian Naumann fällt aufgrund einer Knieverletzung aus und Oliver Erdmann hat muskuläre Probleme mit dem Oberschenkel“, berichtet Wiesner im Vorfeld. „Wermsdorf ist sicher der Favorit, aber wir wollen mit Leidenschaft und Kampfgeist dagegen halten. Am Ende muss alles passen, dann können wir gewinnen. Ich tippe auf ein 2:1 für uns.“

Es ist übrigens genau zehn Jahre her, dass die Oschatzer im Finale um den TZ-Bärenpokal standen. Damals aber noch mit einem anderen Trainer. Im Juni 2011 ging es in Torgau gegen die Reserve des ESV Delitzsch bis in die Verlängerung. Nach 90 Minuten hatte es 2:2 gestanden. Oschatz ging in der 95. Minute durch den früh eingewechselten Zoike mit 3:2 in Führung, bevor Bothur mit einem Doppelschlag (111./118.) den ESV zum 4:3-Pokalsieg schoss. Schaut man auf den Spielplan der abgebrochenen Saison in der Nordsachsenliga, dann hätte Wermsdorf am Sonnabend um 15 Uhr ein Heimspiel gehabt – gegen den ESV Delitzsch II, den Kreispokalsieger von 2011.

Schweigeminute für Menge

Auch zeigt sich, dass Blau-Weiß laut Tabellenstand der klare Favorit auf den erneuten Sieg sein müsste. Wermsdorf stand 2020/21 bis zum Abbruch ungeschlagen auf Platz drei, während Oschatz mit nur einem Saisonerfolg Rang zwölf belegte.

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Im zweiten Halbfinale um den Nordsachsenpokal werden sich am Sonntag ab 15 Uhr der FSV Beilrode und der FV Bad Düben gegenüberstehen – laut Wetterbericht ebenfalls bei Gluthitze. Beilrode hatte im Viertelfinale der beiden Kreisligisten den LSV Mörtitz mit 4:1 bezwungen. Als dreifacher Torschütze glänzte beim FSV Eric Möbius, der mit seinen beiden Treffern in der Schlussphase (87./89.) den Sieg unter Dach und Fach brachte. Nordsachsenligist Bad Düben setzte sich beim Kreisligisten Hartenfels Torgau II erwartungsgemäß mit 5:1 durch. Hier stand es schon zur Halbzeit 3:0 für den Favoriten.

Zurück zum Derby zwischen Oschatz und Wermsdorf. Für die Zuschauer sollen laut Wiesner keine Einschränkungen gelten – außer der Abstandsregel und der Kontaktverfolgung beim Einlass. Und für Nachwuchscoach Reiner Menge soll es eine Schweigeminute geben. Der 60-Jährige war vor drei Monaten verstorben und hinterlässt eine große Lücke im Trainingsbetrieb der Oschatzer Talente.