06. Juli 2021 / 21:49 Uhr

Pokal-Duell seiner Ex-Klubs: Rizzi glaubt nicht an Preußen-Überraschung gegen Wolfsburg

Pokal-Duell seiner Ex-Klubs: Rizzi glaubt nicht an Preußen-Überraschung gegen Wolfsburg

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL Wolfsburg bei Preußen Münster: Im DFB-Pokal treffen die beiden Ex-Vereine von Michele Rizzi aufeinander.
VfL Wolfsburg bei Preußen Münster: Im DFB-Pokal treffen die beiden Ex-Vereine von Michele Rizzi aufeinander. © ROLAND HERMSTEIN /Imago Images
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Am ersten August-Wochenende muss der VfL Wolfsburg bei Preußen Münster in der ersten DFB-Pokal-Runde antreten. Michele Rizzi, bis Sommer Leistungsträger der U23 des Fußball-Bundesligisten, kennt beide Klubs bestens - rechnet aber nicht mit einer Überraschung.

Rot-Weiß Essen, FC Saarbrücken oder Holstein Kiel - viele vermeintlich kleinere Klubs haben in der jüngeren Vergangenheit im DFB-Pokal für Furore gesorgt. Das Ziel hat auch Preußen Münster, doch dafür muss der Regionalligist in der ersten Runde am ersten August-Wochenende erst mal den VfL Wolfsburg ausschalten. Dass das gelingt, daran glaubt Michele Rizzi nicht. Der Mittelfeldspieler setzt im Duell seiner Ex-Klubs klar auf den Fußball-Bundesligisten, für dessen U23 er bis zu diesem Sommer Leistungsträger war.

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Von 2016 bis 2018 hatte Rizzi die Schuhe für Preußen (damals noch 3. Liga) geschnürt, ehe er sich für einen Wechsel zum VfL II entschied. 48 Regionalliga-Partien bestritt der defensive Mittelfeldspieler innerhalb von drei Jahren für Wolfsburgs U23, die jüngst allerdings vom Spielbetrieb abgemeldet wurde. Der 33-Jährige erzielte zwölf Tore und bereitete 15 weitere Treffer vor - und ist jetzt gespannt, wie die Begegnung seiner ehemaligen Vereine läuft. "Ich finde es cool", sagt Rizzi über die Auslosung. "Es freut mich, dass zwei meiner ehemaligen Arbeitgeber gegeneinander spielen. Die Favoritenrolle ist aber klar verteilt."

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Welchem Klub er die Daumen drückt, kann Rizzi gar nicht sagen. "Es ist nicht so, dass ich für Preußen oder für Wolfsburg bin. Ich freue mich einfach auf ein cooles Spiel und bin mir sicher, dass Wolfsburg weiterkommt." Aber er weiß auch, dass es kein Selbstläufer wird. "Der Pokal ist immer sehr gefährlich", sagt Rizzi und glaubt: "Wolfsburg wird dominant sein, sie haben deutlich höhere individuelle Qualität. Münster wird wohl überwiegend verteidigen und auf Konter lauern." Einfacher könnte es werden, wenn der VfL schnell das 1:0 erzielt. "Umso länger die Null steht, desto gefährlicher wird es. Preußen hat immer eine Chance, aber Wolfsburg entscheidet, wie spannend das Spiel wird."

Er selbst würde das Duell gern live im Preußen-Stadion verfolgen, sofern es die Zeit und Corona zulassen. Auf viele ehemalige Weggefährten würde Rizzi aber nicht treffen. Seine Freunde "haben sich alle ein wenig verteilt", beispielsweise Martin Kobylanski, der bei Eintracht Braunschweig spielt. "Simon Scherder ist noch da als einziger Spieler aus meiner Zeit dort. Ole Kittner ist jetzt Psychologe bei Preußen", so Rizzi. Über eine Whatsapp-Gruppe halten die Ex-Teamkollegen aber Kontakt. Hat er ihnen schon Ratschläge für das Wolfsburg-Spiel gegeben? Nein. "Viele Tipps brauche ich nicht zu geben, sie schauen selbst die Bundesliga. Preußen weiß, was auf sie zukommt."

Was auf Rizzi in Zukunft zukommt, weiß der Mittelfeldmann indes noch nicht. Nach der Auflösung der U23 hat er noch keinen neuen Klub gefunden - das nagt an ihm. "Ich habe in den letzten Wochen sehr viele und teilweise auch gute Gespräche geführt", berichtet Rizzi. Von der 3. Liga bis zur Oberliga war alles dabei. Auch über das Karriereende denkt er nach. "Die Zukunft ist noch ziemlich offen, das macht mir auch ein wenig Angst. So eine Situation hatte ich noch nie. Ich hatte immer Sicherheit", sagt der Ex-VfLer. Auch eine Kombination aus Fußball spielen und einer anderen Tätigkeit ist für ihn denkbar. "Ich gehe nicht dahin, wo man am meisten Geld verdient, sondern wo es perspektivisch am besten ist."

Derzeit hält er sich fit - und zwar bei Oberligist Lupo/Martini Wolfsburg. "Ich trainiere dort mit. Es macht mir Spaß", sagt Rizzi. Der Kontakt ist über Francisco Coppi entstanden, der beim VfL in der Akademie als Administrativer Leiter tätig ist. "Ich habe ein gutes Verhältnis zu ihm", so Rizzi. "Er hat mir angeboten, wenn ich mich fit halten will, kann er mal bei Lupo anfragen. Daraufhin habe ich mit Trainer Giampiero Buonocore telefoniert, und er hat sofort gesagt, dass ich mitmachen kann." Momentan geht es für Rizzi aber nur um seine Fitness. Dass der Mittelfeld-Stratege zu den Italienern wechselt, ist bisher jedenfalls kein Thema. "Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, sich über mehr zu unterhalten, höre ich mir das natürlich auch an. Aber bisher haben wir über sowas noch gar nicht gesprochen."