23. Mai 2020 / 17:35 Uhr

Pokal-Fluch und Klaus-Rot: Wolfsburg verliert 0:2 gegen Borussia Dortmund

Pokal-Fluch und Klaus-Rot: Wolfsburg verliert 0:2 gegen Borussia Dortmund

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wolfsburg-Frust: Der VfL kassierte die neunte Niederlage in den letzten zehn Spielen gegen den BVB
Wolfsburg-Frust: Der VfL kassierte die neunte Niederlage in den letzten zehn Spielen gegen den BVB
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Der VfL Wolfsburg kann gegen Borussia Dortmund einfach nichts holen. Am Samstag gab es ein Geisterspiel-0:2 in der VW-Arena. Seit dem Pokalfinale 2015 hat der VfL damit zum zehnten Mal keinen Sieg gegen die Westfalen eingefahren. Felix Klaus sah die Rote Karte.

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Es war das zehnte Duell zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund seit dem Pokafinale 2015 - und zum zehnten Mal hatte der VfL nichts zu feiern. Mit 0:2 (0:1) unterlagen die Wolfsburger am Samstag im Geisterspiel gegen den BVB. In der Bilanz der letzten fünf Jahren stehen für den VfL gegen diesen Gegner nun ein 0:0 und neun Pleiten. Der Pokal-Fluch bleibt. Borussia Dortmund bleibt dagegen im Titelrennen der Fußball-Bundesliga am FC Bayern München dran - am Dienstag steigt das Spitzenspiel gegen den deutschen Meister.

Ein Spieler, der beim BVB offensichtlich besonders gut mit der Atmosphäre in den leeren Stadien zurechtkommt, ist der Portugiese Raphael Guerreiro. Eine Woche nach seinen beiden Treffern zum 4:0-Derbysieg gegen den FC Schalke 04 schoss der Europameister von 2016 auch in der leeren Volkswagen-Arena das wichtige Führungstor (32. Minute). Der zweite Außenverteidiger Achraf Hakimi machte in der 78. Minute alles klar.

<b>Koen Casteels</b>: Da, wenn er gebraucht wurde, musste jedoch nie sein ganzes Können auspacken, beim Gegentor chancenlos. Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde, musste jedoch nie sein ganzes Können auspacken, beim Gegentor chancenlos. Note: 3 ©

Die Dortmunder spielten so abgeklärt und gut organisiert, dass sie nicht viel mehr Tormöglichkeiten brauchten. Nur in der zweiten Halbzeit hatten sie bei einer Wolfsburger Großchance Glück. Nach einem Foul an Hakimi und der Zuhilfenahme des Videobeweises sah VfL-Profi Felix Klaus in der 82. Minute noch die Rote Karte.

Obwohl der Sonderspielbetrieb der Bundesliga in dieser Corona-Zeit erst seit einer Woche wieder läuft, haben beide Clubs schon so etwas wie eine Geisterspiel-Routine. Denn sowohl Wolfsburg als auch Dortmund mussten bereits im März vor der zweimonatigen Saison-Unterbrechung im Europapokal ohne Zuschauer spielen.

Der BVB in der Einzelkritik: Die Noten gegen den VfL Wolfsburg

Borussia Dortmund gastierte am Samstag beim VfL Wolfsburg und konnte einen Arbeitssieg verbuchen. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Einzelkritik der BVB-Profis. Zur Galerie
Borussia Dortmund gastierte am Samstag beim VfL Wolfsburg und konnte einen Arbeitssieg verbuchen. Der SPORTBUZZER zeigt die Einzelkritik der BVB-Profis. ©

Der VfL gab sich besondere Mühe, um seine Fans so nahe wie möglich an das Geschehen heranzubringen. Auf seinen Internetkanälen zeigte der Club eine viereinhalbstündige Liveshow zu diesem Spiel. Beim Aufwärmen wurden dann über die Stadionleinwand Videogrüße eingespielt, die die Wolfsburger Anhänger zuvor einsenden konnten.

Die Wölfe TV Live Show

Doch trotz dieser Unterstützung wussten die Gastgeber danach nicht, was sie gegen diesen BVB anstellen sollten. Die Dortmunder ließen den Ball laufen - und die Wolfsburger hetzten bloß mit großem Aufwand hinterher. Nach vorne ging für den Europa-League-Teilnehmer eine Halbzeit lang so gut wie gar nichts, denn schon kurz hinter der Mittellinie stellte die taktisch sehr reife Borussia alle Räume zu.

Allerdings wechselte Trainer Lucien Favre in der Halbzeitpause den angeschlagenen Mats Hummels aus, um ihn für das Spiel gegen dessen Ex-Club FC Bayern zu schonen. Und prompt ging dem BVB für einen Moment die Ordnung verloren. Der Schweizer Renato Steffen, mit vier Toren in den vorangegangenen sechs Spielen so etwas wie der Raphael Guerreiro vom Mittellandkanal, tauchte auf einmal frei vor Torwart Roman Bürki auf, schoss aber unbedrängt über das Tor (48.).

VfL Wolfsburg gegen Borussia Dortmund: Die Bilder des Geisterspiels

BVB-Jubel vor leeren Rängen Zur Galerie
BVB-Jubel vor leeren Rängen ©

Die Borussia büßte in der zweiten Halbzeit etwas von ihrer Spielkontrolle ein. Wolfsburg hatte deutlich mehr Ballbesitz, spielte streckenweise auch richtig gut nach vorn und verlagerte das Geschehen viel häufiger in die Dortmunder Hälfte. Anstelle von Hummels besetzte dort nun der eingewechselte Emre Can das Abwehrzentrum, der sich gerade selbst erst von muskulären Problemen erholt hat. Vorne blieben - ebenfalls noch nicht zu 100 Prozent fit - zunächst Jadon Sancho und Giovanni Reyna auf der Bank.

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Obwohl auch Marco Reus noch immer verletzt ist, reichte es für Mario Götze selbst unter diesen Umständen nicht für einen Platz in der Startformation. Die seit Monaten absehbare Konsequenz: Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc bestätigte in einem Sky-Interview, dass der BVB den auslaufenden Vertrag mit dem Weltmeister von 2014 nach dieser Saison nicht verlängern wird. „Wir sind in einer Situation, die für beide Seiten nicht zufriedenstellend ist“, sagte Zorc.