04. Februar 2021 / 21:52 Uhr

Pokal für Wolfsburg? Ex-Trainer Hecking sieht Parallelen zu 2015

Pokal für Wolfsburg? Ex-Trainer Hecking sieht Parallelen zu 2015

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Traut Wolfsburg den Pokalgewinn zu: Ex-VfL-Trainer Dieter Hecking.
Traut Wolfsburg den Pokalgewinn zu: Ex-VfL-Trainer Dieter Hecking. © Swen Pförtner/dpa
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Der VfL Wolfsburg spielt eine tolle Saison, steht in der Fußball-Bundesliga auf Platz drei und im Pokal nach dem 1:0 gegen Schalke im Viertelfinale. 2015 gewann der VfL den Pokal, schafft er es dieses Jahr wieder? Ex-VfL-Trainer Dieter Hecking sieht "viele Parallelen" zur damaligen Saison...

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Neun Siege, acht Remis, nur zwei Niederlagen, 35 Punkte, Platz drei – der VfL Wolfsburg 2020/21 erinnert an den VfL der Saison 2014/15, als der Wolfsburger Fußball-Bundesligist nach der Meisterschaft 2009 sechs Jahre später erstmals in seiner Historie den Pokal holte. Im Finale wurde Dortmund mit 3:1 besiegt. Trainer damals: Dieter Hecking. Holt der VfL sechs Jahre später wieder einen Titel? Hecking schließt es nicht aus. Er sagt: „Es gibt schon ein paar Parallelen zu der Mannschaft, die ich damals beim VfL trainieren durfte.“

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Der 56-Jährige, seit dieser Saison Sportvorstand bei Zweitligist 1. FC Nürnberg, weiter: „2009 war der VfL deutscher Meister, 2015 dann der Pokalsieg, warum sollte Wolfsburg 2021 nicht wieder etwas holen? Manchmal schreibt der Fußball ja solche Serien...“ Vor sechs Jahren war der VfL nicht nur Pokalsieger, sondern auch Vizemeister geworden – und hatte nach 19 Spieltagen nur drei Punkte mehr (38) eingefahren als der VfL in dieser Saison bisher geholt hat. Damals waren die Wolfsburger Zweiter, jetzt sind sie Dritter.

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„Sie kommen sehr stabil daher“, sagt Hecking und lobt die „gute Achse“ des Teams. „Der VfL hat mit Koen Casteels einen herausragenden Torhüter, dann wirken sie in der Innenverteidigung mit Lacroix und Brooks sehr gefestigt. Im zentralen Mittelfeld wird Maximilian Arnold immer mehr zum Leader, das gilt auch für Josuha Guilavogui, der jetzt ein bisschen raus ist. Trotzdem: Wenn er spielt, macht er es gut. Dazu Schlager, der ist auch gut. Und vorn hast du Wout Weghorst, der immer für Tore steht. Und dann hast du viele, die gut zuarbeiten, wie etwa Renato Steffen, der selbst auch Tore schießt. Und wenn ich dann noch einen Blick auf die Bank werfe und sehe, dass da noch Pongracic, Brekalo, Bialek, Ginczek oder Philipp sitzen, muss man sagen: Der Kader hat auch eine gute Breite.“

Zusammen mit Ex-VfL-Manager Klaus Allofs und weitaus besseren finanziellen Mitteln wie sie Hecking-Kumpel und VfL-Manager Jörg Schmadtke sowie Sportdirektor Marcel Schäfer jetzt haben, wurde damals ein Top-Team geformt, das regelmäßig international spielte und mit Kevin De Bruyne (wechselte im Sommer 2015 für 76 Millionen Euro zu Manchester City) den damals besten Spieler der Liga hatte. „Kevin war einfach der Spieler, der den Unterschied ausgemacht hat, wenn wir als Mannschaft mal schlecht gespielt haben“, sagt Hecking rückblickend über den belgischen Top-Star. „Solche Spieler brauchst du, wenn du etwas Großes erreichen willst.“


Solch einen Unterschied-Spieler mit solch außergewöhnlichen Fähigkeiten habe der VfL in diesem Jahr zwar nicht in seinem Kader – und dennoch traut Hecking den Wolfsburger zu, eine ähnlich gute Saison zu spielen wie vor sechs Jahren. „Sie profitieren im Moment vielleicht auch ein Stück weit davon, dass eben andere Mannschaften da oben nicht so stabil sind“, so der ehemalige VfL-Coach, der den Klub 2016 bis ins Viertelfinale der Champions League (Aus gegen Real Madrid) geführt hatte. Dortmund etwa habe so seine Probleme, Leverkusen gerade auch. „Und wenn so etwas passiert, Mannschaften von oben vielleicht mal nicht so gut unterwegs sind, dann musst du selbst da sein – und das macht der VfL bisher sehr gut.“