05. September 2019 / 15:58 Uhr

Pokalduell gegen Hansa Rostock – für Doberaner FC das Spiel des Jahrhunderts

Pokalduell gegen Hansa Rostock – für Doberaner FC das Spiel des Jahrhunderts

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Engagierter Trainer beim Doberaner FC: Ronny Susa. Seine Mannschaft trifft in der 2. Runde des Landespokals auf den FC Hansa Rostock.
Engagierter Trainer beim Doberaner FC: Ronny Susa. Seine Mannschaft trifft in der 2. Runde des Landespokals auf den FC Hansa Rostock. © Jens Upahl
Anzeige

In der 2. Runde des Landespokals erwartet der Bad Doberaner FC den Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock. Für die Amateure aus der Münsterstadt ein ganz besonderes Duell. Das Stadion ist mit 2000 Zuschauern ausverkauft. 

Anzeige
Anzeige

An den Tag, an dem die Pokalbegegnungen ausgelost wurden, erinnert sich Ronny Susa noch ganz genau: „Ich saß im Auto, bin durch Bad Doberan gefahren. Ich hatte den Livestream an, als das Los Hansa Rostock aus dem Topf gezogen wurde. Danach fuhr ich ins Funkloch.“ Als die Verbindung nach ein paar Sekunden wieder stand, fiel der Name seines Bad Doberaner FC. Nur dass Susa, Trainer der Münsterstädter, nicht wusste, ob Hansa schon einen anderen Gegner zugelost bekommen oder seine Doberaner das Traumduell erwischt hatten.

Die Vorfreude auf den Pokalabend am Freitag (Anstoß 17.30 Uhr) ist groß im Team des Landesligisten. „Nachdem klar war, dass wir gegen Hansa spielen werden, nahm die Trainingsbeteiligung spürbar zu“, berichtet der Coach. Andererseits weiß er, dass er einige seiner 24 Kicker enttäuschen wird. Susa darf nur 18 Spieler aufstellen. Ob der langjährige Kapitän der Münsterstädter Tino Capito dabei sein wird, ließ Susa offen. Für den 40-Jährigen, der sich schwer verletzt hatte, könnte der Einsatz im Spiel gegen den FC Hansa der letzte seiner Karriere werden.

Unabhängig von der Aufstellung sagt Susa den Rostockern den Kampf an: „Wir werden uns wehren und versuchen, Hansa zu stören. Unser Ziel ist es nicht, weniger als zehn Gegentreffer zu kassieren.“

Er hat in diesem Jahr schon eine Mannschaft betreut, die gegen den Drittligisten antrat. Am 22. Juni führte Susa eine Sportbuzzer-Auswahl mit Amateurfußballern aus MV in ein Testspiel gegen die Hanseaten – die Freizeitkicker unterlagen mit 2:10.

Die Vorzeichen für das Pokalspiel der Doberaner seien andere, weiß der 39-Jährige. „Jetzt geht’s um etwas“, sagt der Mann, der bei der Ostseesparkasse arbeitet. Sein Arbeitgeber präsentiert den Spieltag auf dem Platz am Doberaner Busbahnhof.

Das Aufeinandertreffen weckt Emotionen: „Dass ich jetzt mit meinem Doberaner Team im Pokal auf Hansa treffe, finde ich großartig. Für den Verein ist es vielleicht sogar das Spiel des Jahrhunderts. Soweit ich mich erinnere, ist der DFC noch nie auf Hansa getroffen“, berichtet Susa.

Einer, der jeden Tag mit dem FC Hansa zu tun hat, aber das Doberaner Trikot tragen wird, ist Jeppe Lauenstein. Der 22-Jährige, der in der Ticketabteilung des FC Hansa beschäftigt ist, tritt mit gemischten Gefühlen an. Im Vordergrund steht für ihn der Sport. „Unser sportlicher Ehrgeiz ist so groß wie der Klassenunterschied beider Mannschaften. Ich denke, dass wir Hansa das Leben schwer machen können“, hofft Lauenstein.

Dass die Profis die Aufgabe unterschätzen werden, glaubt Trainer Susa nicht. „Jens Härtel (Hansas Trainer / d. Red.) ist ein akribischer Coach. Er hat auf Kunstrasen trainieren lassen, auf dem wir spielen werden. Außerdem war Torwarttrainer Dirk Orlishausen in Doberan, um uns zu beobachten.“

Sein Verein hofft, das Pokal-Duell gut vorbereitet zu haben. Klubchef Andreas Jahncke (55) hat 40 ehrenamtliche Helfer mobilisiert und freut sich auf ein Fußball-Fest. Die 2000 Karten sind so gut wie ausverkauft.

Trainer Susa, dessen Team in der Landesliga in dieser Saison noch kein Spiel verloren hat (zwei Siege, zwei Unentschieden), macht sich und sein Team heiß: „Unser Motto lautet: ‚Unser Finale‘.“ Mit dieser Einstellung will der Außenseiter ins Spiel gehen – und versuchen, das scheinbar Unmögliche zu schaffen.

Interview: Vor dem mit Spannung erwarteten Derby des Doberaner FC gegen den FC Hansa Rostock erzählt DFC-Kicker Jeppe Lauenstein über seine Erwartungen und Hoffnungen.

Wie fühlt es sich an, wenn man gegen die Mannschaft seines Arbeitgebers spielt?

Es ist ein zwiespältiges Gefühl. Aber der sportliche Ehrgeiz ist groß, gerade weil der Unterschied in der sportlichen Klasse so groß ist.

Welche Chancen rechnen Sie sich aus?

Ich denke, dass wir Hansa das Leben schwer machen können. Vielleicht spielen wir nicht so aggressiv wie im Sommer, als Trainer Ronny Susa und ich als Spieler mit einer Sportbuzzer-Auswahl gegen Hansa angetreten sind, sondern lieber ein bisschen kompakter.

Ihr Trainer hat gesagt, er wäre eher der Typ, der auf frühes Attackieren setzt...

Ich erwarte, dass wir eine gute Mischung spielen. Klar wird man uns sicher mal im Pressing erleben. Aber ich denke nicht, dass wir 60 Minuten nur anlaufen werden.

Der DFC hat einige Spieler mit Hansa-Vergangenheit in seinen Reihen. Sie selbst, den Trainer und Nino Dowe. Ist es ein Vorteil?

Unabhängig davon, dass wir bei Hansa waren. haben wir eine gute Vorstellung davon, was uns erwartet. Die Spiele der Profis kann sich ja jeder ansehen. Ich denke, dass wir gut vorbereitet sind.

Am Freitag kommen 2000 Zuschauer zum Spiel – ungefähr zehnmal so viele wie bei DFC-Spielen sonst üblich. Macht Sie das nervös, oder spornt es an?

Jeder Sportler - ob Amateur oder Profi - der sich dadurch nicht anspornen lässt, ist für mich Fehl am Platz.

ANZEIGE: 50% auf dein Spieler-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Mecklenburg Vorpommern
Sport aus aller Welt