05. August 2019 / 13:34 Uhr

Pokalduell zwischen Kollegen: Berenbostel setzt sich in hitzigem Derby gegen Frielingen durch

Pokalduell zwischen Kollegen: Berenbostel setzt sich in hitzigem Derby gegen Frielingen durch

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Berenbostels Jan Marcus Witt (links) wird erfolgreich von Maximilian Bendlin vom Ball getrennt.
Berenbostels Jan Marcus Witt (links) wird erfolgreich von Maximilian Bendlin vom Ball getrennt. © Christian Hanke
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Beide Trainer sind seit rund 20 Jahren Arbeitskollegen. Doch in der ersten Runde des Kreispokals herrschte keine ruhige Arbeitsatmosphäre zwischen dem SV Frielingen und dem TSV Berenbostel. TSV-Coach Ahmet Cagli wurde bereits nach zwölf Minuten hinter die Bande geschickt.

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Die erste Runde des Kreispokals. Pflichtspielauftakt. Ein erstes langsames Herantasten? Von wegen. Im Derby zwischen dem gastgebenden SV Frielingen und der Mannschaft des TSV Berenbostel ging es von Beginn an mächtig zur Sache. Das Aufeinandertreffen der Ligakonkurrenten und Lokalrivalen bot Kampf, Spannung, Tore und Emotionen pur, schlicht alles, was ein packendes Pokalduell ausmacht.

Die Berenbosteler von Coach Ahmet Cagli waren am Ende mit 4:1 (1:1) die lachenden Gewinner. „Ich erwarte, dass Jürgen uns einen Kaffee aufsetzt“, sagte Cagli augenzwinkernd. „Meinetwegen kriegt Ahmet auch noch einen Siegerkuchen mit Kerzen dazu“, konterte der angesprochene Frielinger Trainer Jürgen Siegel. Die Routiniers an der Seitenlinie sind seit rund 20 Jahren Arbeitskollegen bei der Stadt Garbsen und tauschen sich in gemeinsamen Pausen (fast) täglich zum Thema Fußball aus.

Bilder vom Spiel der 1. Runde des Kreispokals zwischen dem SV Frielingen und TSV Berenbostel

Frielingens Torwart Renke Lampen hat beim 1:0-Treffer von Berenbostels Onur Yayan das Nachsehen. Zur Galerie
Frielingens Torwart Renke Lampen hat beim 1:0-Treffer von Berenbostels Onur Yayan das Nachsehen. ©

"Eigentlich ist Ahmet freundlich und friedlich"

Die erste Großchance der Partie hatten die Platzherren: Als der Referee nach einem Foul an Patrick Olbrich auf den Punkt zeigte, legte sich Marc Becker das Leder zurecht – er traf den Ball nicht richtig, das Schüsschen war sichere Beute von Gäste-Keeper Dominck Bluhm (12.). In derselben Minute musste TSV-Akteur Angelo Meyer verletzt raus, für ihn kam Sascha Pohl. Zeitgleich verwies der Unparteiische Cagli des Platzes, der Coach hatte sich fortwährend lautstark über jede Schiri-Aktion aufgeregt. „Eigentlich ist Ahmet freundlich und friedlich, wir können gut reden, frotzeln gern rum“, sagte Siegel – aber während des Spiels ginge wohl manchmal das Temperament mit ihm durch.

Der Schiedsrichter habe ihn von Anfang an auf dem Kieker gehabt, meinte hingegen Cagli, der das Geschehen fortan hinter der Bande verfolgte. Torwarttrainer Jens Ewald übernahm das Coaching - und sah das Führungstor durch Onur Yayan, nach schöner Kombination über Can Günay und Marc Lorente (16.). Frielingens Olbrich setzte eine Bogenlampe zum Ausgleich in die Maschen (37.).

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Sonderlob für TSV-Offensive

Während Cagli in der zweiten Hälfte durchweg spielerische Vorteile und ein deutliches Chancenplus bei seinem Team ausmachte, sprach Siegel von einer total ausgeglichenen Partie mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Fakt ist, die Kreisliga 2-Kontrahenten lieferten sich ein hitziges und umkämpftes Pokalderby. Yayan brachte den TSV per Elfmeter auf die Siegerstraße (67.). Die Frielingen warfen in der Schlussphase alles nach vorn, Günay (80.) und Lorente (90.) konterten jeweils erfolgreich. „Am Ende eine klare Sache“, konstatierte Cagli, „wir waren zweifellos die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen.“

Ein Sonderlob zollte er seinem starken Offensivtrio Yayan, Günay und Lorente. „Ich bin zufrieden“, betonte Siegel ungeachtet des Aus: „Wir haben gegen eine gute Berenbosteler Mannschaft ein prima Spiel gezeigt. Von einer Pokalniederlage geht die Welt nicht unter.“ Im Garbsener Rathaus dürften die Diskussionen der Trainer über dieses Spiel noch lange weitergehen.