20. Mai 2018 / 10:46 Uhr

Pokalheld von Eintracht Frankfurt - Wer ist eigentlich Ante Rebic?

Pokalheld von Eintracht Frankfurt - Wer ist eigentlich Ante Rebic?

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Man of the Match: Ante Rebic führte Eintracht Frankfurt zum Pokalsieg. 
Man of the Match: Ante Rebic führte Eintracht Frankfurt zum Pokalsieg.  © Getty
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Mit zwei Toren im Finale des DFB-Pokals avancierte Ante Rebic am Samstag gegen Bayern München zum Helden. Doch der Weg bis zum großen Triumph war denkbar steinig. Der SPORTBUZZER stellt den Stürmer von Eintracht Frankfurt vor.

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Endspiele scheinen Ante Rebic zu liegen. Schon in der vorherigen Saison hatte der Kroate die Frankfurter Eintracht im DFB-Pokalfinale gegen Dortmund in Führung gebracht. Am Ende reichte es zwar nicht zum Sieg - doch Geschichte wiederholt sich. Dieses Mal mit positivem Ausgang für die Hessen: Auch am Samstag traf der 24-Jährige wieder in Berlin und feierte schließlich das ersehnte Happy End. Der sensationelle Pokalsieg gegen den scheinbar übermächtigen FC Bayern geht zu einem guten Stück auf sein Konto. Rebic, der Doppeltorschütze, Rebic, der Pokal-Held.

Rebic: "Die Mannschaft ist das wichtigste"

"Zuerst bin ich froh, dass wir nach 30 Jahren einen Pokal gewonnen haben. Die Mannschaft ist das Wichtigste und hat mir heute geholfen, die Tore zu machen. Ich habe Kovac Danke gesagt, dass ich diese Tore machen und den Pokal gewinnen durfte. Wir sind eine Mannschaft und das gewinnt immer am Ende", sagte der Kroate nach der Sensation bescheiden. Doch eines ist garantiert: Rebic wird irgendwann als Legende in die Eintracht-Geschichtsbücher eingehen.

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Dass es mal dazu kommen könnte, haben noch vor zwei Jahren wohl wenige vermutet. Und das liegt nicht allein daran, dass die Eintracht damals noch um Haaresbreite (eines mikroskopisch kleinen Haares) am Abstieg vorbeischrammte. Auch für Rebic lief es damals alles andere als gut. Der Stürmer mit den exzellenten Anlagen, der 2013 als großes Talent aus Kroatien zum AC Florenz gewechselt war, dümpelte bei der Fiorentina als nun ungewollter Spieler in der hintersten Kaderecke herum. Als Leihgabe hatte es der Angreifer erst bei RB Leipzig in der 2. Bundesliga, dann bei Hellas Verona probiert. Doch durchgesetzt hatte sich der Kroate nirgends. 33 Spiele mit drei Toren in drei Jahren lautete die wenig ansehnliche Bilanz. Die Karriere stand auf der Kippe. Seine vielleicht letzte Chance für den großen Durchbruch: Frankfurt.

Hübner: "Ante hat Riesenpotenzial"

Dorthin wechselte Rebic 2016, wiederum als Leihgabe. "Ante hat Riesenpotenzial", schwärmte damals Sportdirektor Bruno Hübner und betonte: "Wir freuen uns, dass wir die Empfehlung unseres Trainers umsetzen konnten und Ante Rebic von Florenz zur Eintracht holen können. Niko Kovac ist davon überzeugt, dass uns Rebic in der Offensive als hängende Spitze oder auf der Außenbahn helfen kann." Der nun scheidende Eintracht-Trainer ist die entscheidende Figur in dieser Geschichte, die allen Grundregeln eines klassischen Fußball-Märchens entspricht.

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Mit Kovac hatte Rebic endlich einen Förderer gefunden. Ein Coach, der ihn förderte und antrieb, noch mehr aus sich rauszuholen. Extrawürste bekam der junge Stürmer nicht von seinem Landsmann, im Gegenteil: Nach einer schwachen ersten Halbserie bei den Hessen wurde Rebic von seinem Trainer öffentlich ermahnt. Der Angreifer beherzigte diese Kritik, steigerte sich und wurde in der Rückrunde zum Stammspieler. Die Kaufoption über drei Millionen Euro ließ die Eintracht dennoch verfallen - nur um ihn im Sommer zu günstigeren Konditionen erneut auszuleihen.

Rebic liegt der deutsche Fußball

Die zweite Spielzeit bei den Hessen wurde zum Durchbruch für Ante Rebic. Der inzwischen 24-Jährige zeigt auf dem Platz einen erstaunlichen Mix aus Technik und Zweikampfstärke. Rebic wirft sich in jedes Duell, will jeden Ball holen, um dann mit großem Tempo und starker Übersicht den Gegenangriff zu starten. Der robustere Fußball in Deutschland liegt dem Kroaten, der an seine Landsleute Mario Mandzukic oder auch Ivica Olic erinnert. Rebic ist (noch) kein Torjäger, aber ein Arbeiter vor dem Herrn.

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Eintracht Frankfurt ist sensationell DFB-Pokal-Sieger. Das schreibt die internationale Presse zum Triumph gegen den FC Bayern München. Klickt euch durch unsere Galerie! Zur Galerie
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Nächstes Ziel: Die WM in Russland

2018 könnte für den 24-Jährigen zum goldenen Jahr werden. Nach seiner starken Saison im Trikot von Eintracht Frankfurt, gekrönt durch den Pokalsieg, ist die WM in Russland die nächste Station. Rebic gehört zu Kroatiens erweitertem Aufgebot, hat im Angriff allerdings starke Konkurrenz: Mandzukic, Ivan Perisic, Andrej Kramaric - Trainer Zlatko Davic hat die Qual der Wahl. Doch vielleicht hat Rebic mit dem Pokal-Auftritt ja das entscheidende Argument für eine Nominierung geliefert.

So oder so dürften spätestens nach Samstagabend aber zahlreiche andere Klubs aus Deutschland und Europa auf den Nationalspieler aufmerksam geworden sein. Auf Rebic und Eintracht Frankfurt kommt ein spannender Sommer zu, zumal mit Niko Kovac sein großer Förderer den Verein gen München verlässt. Immerhin: Der 24-Jährige fühlt sich nach eigenen Worten "sehr wohl" in der Metropole am Main. Gut möglich also, dass der Pokalheld Rebic auch in der nächsten Saison für die Hessen wirbelt.

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