30. April 2021 / 10:25 Uhr

Pokalspiel im Sicherheitsmodus: Chemie Leipzig bereitet sich auf Zwickau vor

Pokalspiel im Sicherheitsmodus: Chemie Leipzig bereitet sich auf Zwickau vor

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Leipzig, 31.10.2017, Alfred-Kunze-Sportpark, Fussball, sächsischer Landespokal, Achtelfinale, BSG Chemie Leipzig vs. FSV Zwickau 4:2 (2:2) , Im Bild von links: Alexander Bury (7, Chemie) und Toni Wachsmuth (14, Zwickau). , *** Leipzig 31 10 2017 Alfred Kunze Sports Park Football Saxon State Cup Round of 16 BSG Chemie Leipzig vs FSV Zwickau 4 2 2 2 In the picture from the left Alexander Bury 7 Chemie and Toni Wachsmuth 14 Zwickau
Am 31. Oktober 2017 trafen die BSG Chemie und der FSV Zwickau im Landespokal schon mal aufeinander. Hier kämpfen Chemies Alexander Bury (l.) und Toni Wachsmuth (heute Sportdirektor in Zwickau) um den Ball. © Picture Point
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Die BSG Chemie Leipzig empfängt am Sonnabend den FSV Zwickau unter Hochsicherheits-Vorkehrungen zum Sachsenpokal-Viertelfinale. Den Chemikern fehlt neben den Langzeitverletzten der komplette Sturm. Trainer Miro Jagatic hofft auf die Mithilfe des Wettergottes.

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Leipzig. Fort Knox steht jetzt in Leutzsch! Die Umstände des Pokalspieles der BSG Chemie gegen den FSV Zwickau im Alfred-Kunze-Sportpark (Sonnabend, 16 Uhr, MDR) erinnern eher an einen Hochsicherheitstrakt denn an ein Fußballspiel. Die Pandemie verhindert, dass sich das Viertelfinale im Sachsenpokal wie ein normales Fußballspiel anfühlt.

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Es ist das erste Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit seit 84 Jahren, das eine Mannschaft des Vereins austragen muss. Damals, 1937, wurde das Ortsderby zwischen der Tura (später Chemie) und dem VfB (später Lok) ohne Fans ausgetragen, weil das Hinspiel am 13. September 1936 mit fünf (!) Platzverweisen und Schlägereien von Zuschauern und Spielern eskaliert war. Nun hat ein winziges Virus für eine ähnliche Ausgangskonstellation gesorgt.

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„Da hätten wir gern drauf verzichtet“, kommentiert Chemie-Trainer Miro Jagatic das zweifelhafte Ereignis. Es reicht schon, wenn rund um das Spiel alles anders ist als gewohnt: strikte Trennung der Teams, ins Stadion dürfen nur Gremienmitglieder und absolut unverzichtbare Mitarbeiter, ein geschrumpftes Medienteam darf Interviews weder mit den Zwickauern noch überhaupt auf dem Platz führen. Und die Pressekonferenz findet ohne Presse statt. Aber es darf gespielt werden – das ist das positivste an jenem seltsamen Tag. Weil am Ende ein sächsischer Pokalsieger feststehen soll.

Leutzscher Verletzungspech

Viele halten das Geschehen für eine sportliche Farce. „Man kann es aber in der jetzigen Situation nicht allen recht machen“, wiegelt Jagatic ab und verweist auf die Chancen, die sein geschwächtes Team trotzdem habe: „Pokal, Heimspiel, gute Truppe!“ Dass es etwas schwieriger ist, weil Zwickau a) eine Liga höher spielt, b) im Gegensatz zu seiner eigenen Elf im Spiele-Flow ist, c) die Fans fehlen und somit der Heimvorteil minimal ist und d) eine halbe Stammelf fehlt, ist auch dem immer positiv gestimmten Coach bewusst. „Es wird ein richtig schweres Spiel, aber wir haben einen Matchplan, und wenn wir einen guten Tag erwischen…“

Schwer wiegt das Verletzungspech, mit dem sich die Leutzscher herumschlagen. So fehlt nicht nur der komplette Sturm mit Mvibudulu (muskuläre Probleme), Petracek (Rücken) und Kirstein (Bänderriß), sondern auch die Langzeitverletzten Nikolajewski (Hüft-OP) und Lattendresse-Levesque (Bandscheibe). Wendt und Wendschuch sind gerade wieder im Training und werden auf der Bank sitzen. „Uns bleiben gerade 16 Spieler, wenn ich den jungen Gründling dazu rechne“, sagt Jagatic.

Hoffnung auf Regen

Trotzdem bleibt der ehrgeizige Trainer positiv: „Wir wollen, dass es endlich losgeht. Wir haben ganz große Lust auf dieses Spiel!“ In den letzten Tagen gab es viel Zuspruch von den Fans. „Das tut irre gut, und ich verspreche im Namen der Mannschaft, dass wir alles raushauen werden, um unsere Anhänger stolz zu machen!“

Ein wenig hofft Miroslav Jagatic auch auf Mithilfe des Wettergottes: „Der Blick geht schon immer mal nach oben. Etwas Regen, und wir haben das berühmte Leutzscher Wetter. Dann sieht es schon wieder etwas anders aus!“ Laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes steht die Wahrscheinlichkeit für Regen für den Sonnabend bei 65 Prozent. Es bleibt also ungewiss.