19. April 2021 / 12:23 Uhr

Politik schaltet sich in Super-League-Pläne ein - Boris Johnson will Umsetzung verhindern

Politik schaltet sich in Super-League-Pläne ein - Boris Johnson will Umsetzung verhindern

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Scharfe Kritik vom britischen Premierminister Boris Johnson an den Super-League-Plänen.
Scharfe Kritik vom britischen Premierminister Boris Johnson an den Super-League-Plänen. © IMAGO/motivio/Getty (Montage)
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Auch aus der Politik mehrt sich die Kritik an den Super-League-Plänen von zwölf europäischen Spitzenvereinen. Besonders der britische Premierminister Boris Johnson wurde deutlich.

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Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Pläne für eine europäische Super League erneut scharf kritisiert. "Das sind keine guten Nachrichten für Fans und auch keine guten Nachrichten für den Fußball in diesem Land", sagte Johnson am Montag bei einem Besuch in der Grafschaft Gloucestershire. Die Mannschaften seien "mehr als großartige globale Marken". "Es sind Klubs, die aus ihren Orten und Städten, aus ihren lokalen Gemeinschaften stammen. Sie sollten eine Verbindung zu diesen Fans und zur Fangemeinde in ihren Gemeinden haben", sagte Johnson. Er werde gemeinsam mit den Verbänden alles dafür tun, dass die Pläne nicht umgesetzt werden.

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Auch Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat sich gegen die von zwölf Vereinen vorangetriebenen Pläne ausgesprochen. "Die Schönheit und die Erhabenheit des großartigsten Spiels der Welt liegen eben darin, dass diese Sportart einem jeden gehört", zitierte ihn am Montag die staatliche Nachrichtenagentur MTI. Es gehe nicht an, dass sich die reichsten Klubs den Fußball aneignen wollen. Ungarn unterstütze die UEFA, die FIFA und den Ungarischen Fußballverband (MLSZ) bei den Bemühungen, die Integrität der Meisterschaften auf europäischer und nationaler Ebene zu bewahren, fügte Orban hinzu. Sein Land bekenne sich zur Einheit des europäischen Fußballs und zum Solidaritätsprinzip.

Wie in der Nacht zuvor bekannt wurde, wollen zwölf Spitzenklubs zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine europäische Superliga gründen. Das teilten mehrere Vereine wie der englische Meister FC Liverpool mit. Deutsche Klubs haben sich dem Bündnis nicht angeschlossen. Für den FC Bayern und Borussia Dortmund scheint eine Teilnahme generell nicht in Frage zu kommen. Insgesamt stieß das Vorhaben der zwölf Initiatoren für ein negatives Echo von Fanorganisationen, Vertreter anderer Vereine, Kommentatoren und Medien.