13. Februar 2020 / 18:44 Uhr

Polizei-Anwärterin Michelle Thurau: Es könnte ihre Abschiedssaison werden

Polizei-Anwärterin Michelle Thurau: Es könnte ihre Abschiedssaison werden

Jürgen Hansen
Peiner Allgemeine Zeitung
Sprunggewaltig und groß: Michelle Thurau hebt zum Wurf ab. Edemissens Rückraum-Spielerin ist mit dem Abschneiden der HSG Nord sehr zufrieden.
Sprunggewaltig und groß: Michelle Thurau hebt zum Wurf ab. Edemissens Rückraum-Spielerin ist mit dem Abschneiden der HSG Nord sehr zufrieden. © Fotos: Ralf Büchler
Anzeige

Bei Edemissens Landesliga-Handballerinnen fühlt sich Michelle Thurau pudelwohl. Und doch könnte es für die 21-Jährige die Abschiedssaison bei der HSG Nord werden. Denn die Polizei-Anwärterin zieht im Sommer aus beruflichen Gründen nach Berlin.

Anzeige
Anzeige

Eine Klasse tiefer als zuvor spielt Michelle Thurau, die im Sommer von Oberligist Vater Jahn Peine zu Edemissens Landesliga-Handballerinnen gewechselt ist. Ein kompletter Neuanfang war das nicht, denn schon in der Jugend durchlief sie mehrere Mannschaften der HSG Nord. Mit ihrem aktuellen Team setzt sie am Sonntag im Heimspiel gegen den Tabellensiebten MTV Vorsfelde auf Sieg.

HSG Nord Edemissen – MTV Vorsfelde (Sonntag, 17 Uhr). Bei der jüngsten Niederlage gegen Spitzenreiter Geismar offenbarten die Edemisserinnen Abwehrschwächen. Thurau fordert daher für die kommende Aufgabe eine Steigerung. „Wir müssen hinten vor allem aggressiver sein, denn anders kannst du gegen die Vorsfelderinnen nicht bestehen. Die gehen nämlich sehr robust zur Sache“, erinnert sie sich an die 23:32-Hinrunden-Niederlage. Jetzt müsse man eine Schippe drauflegen. „Schaffen wir das, bestehen gute Siegchancen.“

Thurau wird das kommende Heimspiel jedoch verpassen, da sich die Polizei-Anwärterin auf ihre mündliche Abschluss-Prüfung vorbereiten muss. Die Berufsausbildung führt die Braunschweigerin auch als gewichtigen Grund dafür an, weshalb ihr vierjähriges Engagement beim MTV Peine im Sommer endete. „Unter der Woche lerne ich seit längerer Zeit im Polizei-Ausbildungszentrum Eschwege in Hessen, komme erst Freitag nach Hause. Mehr als einmal Training pro Woche liegt auch jetzt nicht drin. Leistungsmäßig bin ich sehr abgesackt, bekam bei Jahn im Laufe der Zeit immer weniger Spielanteile. Hinzu kamen die weiten Auswärtsfahrten. Beim Spiel dann nur auf der Bank sitzen, das macht keinen Spaß. Irgendwann sagte ich mir, es hat keinen Sinn, weiter Oberliga zu spielen. Dann lieber eine Klasse tiefer.“

Mehr von der HSG Norde Edemissen

Aus dem Auge verloren hat die 21-Jährige die positive Entwicklung ihrer vorherigen Mannschaft, die derzeit Spitzenreiter ist, nicht. „Anfangs verfolgte ich die Ergebnisse von Vater Jahn aufmerksam. Inzwischen weniger, die vielen Erfolge nagen am Ego“, räumt die Rückraumspielerin ein, für die der MTV Peine mit ziemlicher Sicherheit die Meisterschaft holen wird.

Keine realistischen Chancen auf Platz eins hat die derzeit auf Platz fünf liegende HSG Nord. Thurau ist mit dem Abschneiden aber zufrieden. „Ich hatte im Sommer gesagt, wenn wir unter den ersten Fünf landen, wäre das eine coole Sache. Viel mehr liegt aber nicht drin, zumal Dine Neugebauer wegen ihrer Jochbein-Verletzung mindestens sieben Wochen ausfällt. Gebrochen ist ihr Jochbein zum Glück wohl nicht“, verweist sie auf die Blessur, die Edemissens Spielmacherin vorigen Sonntag in der Partie gegen Geismar erlitt.

Nur noch rund vier Monate im Amt bleiben wird HSG-Damen-Trainer Gundolf Deterding. Thurau, die als Fünfjährige beim Braunschweiger Verein SV Süd ihre ersten Handball-Schritte machte, bedauert sein Ausscheiden. „Ich habe schon in der Jugend unter Gundolf trainiert, schätze ihn sehr. Er war damals ein guter Trainer und ist es heute genauso.“

Kann die HSG Nord mit einem neuen Trainer auf absehbarer Zeit den Aufstieg schaffen? „Es könnte irgendwann klappen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Mannschaft zusammenbleibt.“ Doch ob Thurau selbst bleibt, ist noch ungewiss. „Denn im Sommer werde ich berufsbedingt nach Berlin ziehen, werde eine Stelle bei der Bundespolizei annehmen und mir dort eine Handballmannschaft suchen. Mal sehen, vielleicht hole ich mir eine Doppelspielberechtigung für zwei Vereine, so etwas ist möglich So könnte ich weiter für Edemissen spielen. Es ist noch alles offen.“

Fest steht für sie hingegen, dass es ihr schwer fallen würde, die HSG Nord zu verlassen. „Denn ich fühle mich wohl in der Mannschaft, bei uns sind alle nett. Viele Spielerinnen kenne ich seit der Jugendzeit. Deshalb muss ich es mir sehr gut überlegen, ob ich das alles aufgeben will.“

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Peine
Sport aus aller Welt