16. Februar 2020 / 21:23 Uhr

Rassismus-Eklat: Porto-Profi Marega stürmt wütend vom Platz – Trainer: "Wir sind völlig empört"

Rassismus-Eklat: Porto-Profi Marega stürmt wütend vom Platz – Trainer: "Wir sind völlig empört"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Porto-Profi Moussa Marega stürmt gegen Guimaraes vom Platz - offenbar nach Affenlauten gegen ihn. Teamkollegen und Trainer versuchen den Malier zu hindern.
Porto-Profi Moussa Marega stürmt gegen Guimaraes vom Platz - offenbar nach Affenlauten gegen ihn. Teamkollegen und Trainer versuchen den Malier zu hindern. © imago images/Montage
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Beim Ligaspiel von Leverkusens Europapokal-Gegner FC Porto ist es zu einem offenbar rassistisch motivierten Zwischenfall gekommen. Porto-Stürmer Moussa Marega wurde von Fans des Gegners Vitoria Guimaraes unter anderem mit Affenlauten bedacht.

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Nur zwei Tage, nachdem es in der deutschen 3. Liga beim Spiel von Preußen Münster gegen die Würzburger Kickers zu einem rassistischen Vorfall gegen Kickers-Profi Leroy Kwadwo gekommen war, hat es in Portugal den nächsten Rassismus-Eklat gegeben. In der Schlussphase des Gastspiels vom Tabellenzweiten FC Porto bei Vitoria Guimaraes (2:1) wurde Stürmerstar Moussa Marega offenbar mit Affenlauten bedacht, wie Diario de Noticias berichtet. Kurz vor dem Zwischenfall hatte er das Siegtor für die Gäste erzielt, anschließend wurde jeder Ballkontakt mit Buhrufen begleitet. Porto trifft am Donnerstag in der Europa League auf Bayer 04 Leverkusen.

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Der Malier reagierte auf den Vorfall in der 69. Minute der Partie durchaus bemerkenswert: Marega trottete ruhig vom Feld und ließ sich trotz minutenlanger Diskussionen und Rangeleien mit Mitspielern und Trainer Sergio Conceicao nicht davon abbringen. Die Fernsehbilder zeigen, wie seine Teamkollegen verzweifelt und zunehmend wütend versuchen, den 28-Jährigen daran zu hindern, in die Kabinen zu gehen. Mit allen Mitteln - verbal und körperlich, teilweise zu dritt - probierten sie, den Sturmtank auf dem Spielfeld zu halten. Vergeblich.

Trainer Conceicao: "Wir sind Menschen, wir verdienen Respekt"

"Wir sind völlig empört über das, was passiert ist", schimpfte Conceicao nach dem Spiel. "Ich kenne die Leidenschaft, die für Vitoria besteht, und ich denke, dass die meisten Fans nicht die Haltung einiger Leute teilen, die Moussa seit dem Aufwärmen beleidigt haben. Wir sind eine Familie, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe und Haarfarbe. Wir sind Menschen, wir verdienen Respekt. Was hier passiert ist, ist unglücklich." Sogar ein Sitz sei in Maregas Richtung geflogen, berichteten Medien.

Während Marega noch auf dem Weg zur Bank war, traf Conceicao auf der Auswechselbank Vorkehrungen, winkte hektisch Rechtsverteidiger Wilson Manafa zu sich, der sich hinter dem Tor warm gemacht hatte. Marega, immer wieder in wütende Debatten mit Mit- und Gegenspielern verwickelt, hob seine Hände in Richtung der Fans von Guimaraes, zeigte mit beiden Daumen nach unten. Das Missfallen traf ein Publikum, das den Stürmer noch gut kennt: In der Saison 2016/17 spielte der in Frankreich geborene Malier selbst für Vitoria, schoss in 31 Spielen 14 Tore.

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Trainer Conceicao redete anschließend intensiv auf den Stürmer ein, der zunächst auf dem Spielfeld blieb und nun von fast allen Spielern umringt und regelrecht bedrängt wurde. Nach einer weiteren Minute wurde er von drei Mitgliedern von Portos Trainerstab in die Kabinen geleitet. Marega fluchte und gestikulierte dabei wütend in Richtung der Guimaraes-Fans. Genau wie Conceicao, wobei zunächst offen blieb, gegen wen sich der Ärger des Trainers richtete, der sich am Ende immerhin über einen knappen Auswärtssieg freuen konnte.

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