15. Juni 2021 / 17:26 Uhr

Bei EM-Start gegen Ungarn: Portugal-Superstar Cristiano Ronaldo und die Jagd auf Ex-Bayern-Profi Ali Daei

Bei EM-Start gegen Ungarn: Portugal-Superstar Cristiano Ronaldo und die Jagd auf Ex-Bayern-Profi Ali Daei

Alexander Hahn
Kieler Nachrichten
Cristiano Ronaldo geht voller Ehrgeiz in die EM - am Dienstag trifft der Superstar mit Titelverteidiger Portugal auf Ungarn.
Cristiano Ronaldo geht voller Ehrgeiz in die EM - am Dienstag trifft der Superstar mit Titelverteidiger Portugal auf Ungarn. © IMAGO/Pedro Fiuza/NurPhoto (Montage)
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Am Dienstag startet neben der DFB-Elf auch Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo in die EM. Und der Torjäger von Juventus Turin ist mit 36 Jahren immer noch hochmotiviert. "Ich habe bereits gesagt, dass ich keine Rekorde jage, Rekorde jagen mich", so der Ausnahmekönner des Titelverteidigers.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Cristiano Ronaldo ist mit seinen 36 Jahren zwar einer der ältesten Akteure dieser EM. Altersmilde oder satt ist Portugals extrovertierter Superstar deshalb nicht. „Ich habe bereits gesagt, dass ich keine Rekorde jage, Rekorde jagen mich“, sagt „CR7“, so der Markenname des selbstbewussten Stürmers von Juventus Turin, vor dem Auftaktspiel gegen Ungarn an diesem Dienstag (18 Uhr, ZDF und Magenta TV) – überzeugt von sich und seinem Ausnahmekönnen ist. Ziel: erneut die EM gewinnen – und ewige Rekorde knacken.

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Der Spieler mit den meisten EM-Einsätzen (21) ist er schon, den Titel des besten Torjägers teilt sich Ronaldo noch mit Frankreichs Legende Michel Platini (beide 9). Mit weiteren Treffern für die Nationalmannschaft würde der fünfmalige Weltfußballer nicht nur alleiniger EM-Rekordtorschütze werden, sondern auch seinem Ziel näherkommen, die meisten Länderspieltore für eine A-Nationalmannschaft erzielt zu haben. 104 sind es bisher. Rekordmann Ali Daei (Ex-Bayern), der 109 Treffer für den Iran erzielte, ist nur noch fünf Tore entfernt. Für Ronaldo purer Ansporn.

Was Ronaldo antreibt, wurde sein Landsmann und Startrainer José Mourinho kürzlich gefragt. „Ich denke, Rekorde“, antwortete der Coach. „Und dass er nicht nur bei der Euro, sondern auch bei der Weltmeisterschaft spielen will.“ Wenn im November 2022 die WM in Katar beginnt, ist Ronaldo 37 Jahre alt.

Die Besessenheit, die Gier, das unermüdliche Streben nach dem Maximum machen Ronaldo – neben seinem Talent – noch immer zum Fixpunkt der „Seleção“. Bei seiner Anwesenheit auf dem Platz bleibt Topstars wie João Félix (Atlético Madrid), Bruno Fernandes (Manchester United) oder Bernardo Silva (Manchester City) nur die Rolle der Nebendarsteller an Ronaldos Seite. „Er ist noch immer eine Bestie, deshalb sollte man nichts anderes als etwas Fantastisches von ihm erwarten“, sagt Abwehr-Oldie José Fonte geradezu ehrfürchtig über Ronaldo. Und Mourinho warnt: „Als Gegner sollte man leise sein und kein falsches Wort sagen, denn das wird immer eine Motivation für ihn sein.“

Zum fünften Mal startet Ronaldo in eine EM – noch ein Rekord. Aus seinen Ambitionen macht er davor keinen Hehl: „Ich bin bei dieser Euro, als ob es die erste wäre. Ich fühle mich so motiviert oder noch motivierter als 2004 bei meiner ersten Europameisterschaft.“ Und: „Wir sind der Titelverteidiger und gehören wieder zu den Anwärtern auf die Trophäe.“ Eine mögliche Hürde vor dem ersten Kräftemessen in der schweren deutschen Gruppe F gegen den Co-Gastgeber: Schon 2016, als die Portugiesen am Ende triumphierten, erwies sich Ungarn als Stolperstein. Damals mühte sich Portugal in der Gruppenphase zu einem 3:3. Ronaldo traf doppelt.

Am Dienstag haben die seit elf Partien ungeschlagenen Ungarn auch noch Heimvorteil. 61 000 Zuschauerinnen und Zuschauer in Budapests Puskás Aréna sollen für Lärm und Rückenwind beim Underdog sorgen. „Wir haben die Riesenchance, bei dieser EM ein Ausrufezeichen zu setzen“, verkündete Innenverteidiger Willi Orban vom Bundesligisten RB Leipzig.


Portugals Hoffnung heißt Cristiano Ronaldo. „Wenn Cristiano der Mannschaft nicht das gibt, was wir wollen, müsste er natürlich auf die Ersatzbank“, sagte Nationaltrainer Fernando Santos zwar hypothetisch in Richtung seines in die Jahre gekommenen Superstars. Der Coach machte aber gleichzeitig klar: „Wenn man einen der besten Spieler der Welt hat, dann ist er unabdingbar für die Mannschaft, weil man davon ausgeht, dass er größten Einfluss haben kann.“ Bei Ronaldo ist das noch immer der Fall.