18. Juni 2021 / 18:30 Uhr

Portugal gegen Deutschland wird in Leipzig zum Familienduell

Portugal gegen Deutschland wird in Leipzig zum Familienduell

Tobias Wagner
Leipziger Volkszeitung
Pedro António Oliveira und Steffi Cernottorsky
Steffi Cernottorsky (l.) lernte ihren Mann Pedro António Oliveira auf der iberischen Halbinsel kennen. © Tobias Wagner
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Bei der Partie zwischen Portugal und Deutschland kommt es für Pedro António Oliveira und seine Frau Steffi Cernottorsky zu einer EM-Premiere, wobei beide auf ihre Heimatländer halten. Vom Fußball ist ansonsten nur Tochter Kira ein Fan.

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Leipzig. Pedro António Oliveira und seine Frau Steffi Cernottorsky sind keine klassischen Fußballfans. Sie sind aber auch keine klassische Familie. Pedro (Spitzname Topé) stammt aus Portugal. Steffi lernte ihren Mann 1998 kennen, als die Fremdsprachenassistentin für einige Monate auf der iberischen Halbinsel arbeitete. Heute ist die 48-Jährige Sport- und Englischlehrerin am Taro-Gymnasium am Scheibenholz, der 55-Jährige hat eine Töpferwerkstatt in Reudnitz.

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EM-Premiere für die Familie

Die Deutsche interessiert sich fürs Reiten, der Portugiese für Tennis. Auch Tochter Lisa (22) hat es nicht so mit dem Fußball. Ganz anders ihre Schwester Kira (19), die als RB-Fan von einer magischen Stimmung im Stadion spricht – freilich vor der Pandemie.

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Das Spiel Deutschland gegen Portugal (Samstag, 18 Uhr) wird für die Familie zur EM-Premiere 2021. Für Topé bedeutet Mitfiebern bei einem Match vor allem Stress. Er wünscht sich einen Sieg für sein Heimatland und tippt 2:0: „Cristiano Ronaldo ist der beste Spieler der Welt. Er alleine kann die Deutschen schlagen. Ich hoffe nur, sie sind nicht wie die Franzosen.“ Er spielt auf Dimitri Payet an, der Ronaldo im EM-Finale 2016 mit einer Attacke vom Platz beförderte.

Steffi sagt: „Insgeheim sind wir beide für unsere Mannschaften. Das bedeutet: Leider habt ihr keine Chance.“ Sie dreht den Tipp ihres Mannes um und wünscht sich ein 2:0 für Jogis Jungs. Zuschauen wollen beide im Caracan auf dem LVB-Sportplatz Neue Linie. Das bei Südeuropäern beliebte Restaurant zeigt viele Spiele. „Mal schauen, ob die Spanier für uns sind“, überlegt der Töpfer – leicht zweifelnd, aber auch hoffnungsvoll.