18. Februar 2022 / 18:45 Uhr

Post aus Peking: Wie Volunteers bei Olympia für helfende Hände an jeder Ecke sorgen

Post aus Peking: Wie Volunteers bei Olympia für helfende Hände an jeder Ecke sorgen

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Volunteers tragen die Maskottchen der Winterspiele zum Podest.
Volunteers tragen die Maskottchen der Winterspiele zum Podest. © IMAGO/Xinhua/RND (Montage)
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Bei den Olympischen Winterspielen in Peking gibt es eine große Zahl an freiwilligen Helfern – mehr als doppelt so viele, wie noch vor vier Jahren in Pyeongchang. Ohne diese würde eine solche Großveranstaltung nicht funktionieren.

Die Teenagerin reagierte gedankenschnell, so als hätte sie ihren Schlittschuhsprint schon lange geplant gehabt. Während die kanadischen Eishockeyspielerinnen ihre Handschuhe, Helme und Schläger in die Höhe warfen und nach der Schlusssirene den fünften Olympiasieg für ihre Nationalmannschaft feierten, da raste die freiwillige Helferin zum verloren auf der Eisfläche liegenden Final-Puck und sicherte sich das runde Andenken. Sie ist eine der vielen Volunteers, die beim Wintersportspektakel in China helfen, wo sie können.

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Meist sind sie jung und freundlich, stehen an jeder Ecke, wo man sie braucht – und manchmal auch an Ecken, wo man sie eher nicht braucht. Die Masse ist gewaltig, 39 000 – 27 000 für die Winterspiele, 12 000 für die Paralympics – sind es, in ihren blau-weißen Jacken sind sie schon von Weitem zu erkennen. In Pyeongchang vor vier Jahren waren es weniger als die Hälfte.

Beim Eishockey-Finale wurden sie mit einer Durchsage gewürdigt, einige durften als Gäste zuschauen. Viele sind Studenten, erzählen sie, kommen aus Peking oder der Umgebung. Bei zweistelligen Minusgraden stehen sie von früh morgens bis spät abends an den Bushaltestellen und Wettkampfstätten, geben Auskunft, kontrollieren die Akkreditierungen oder verteilen Wärmepads für die frierenden Durchreisenden. Sicher ist nur, dass ohne sie solch eine Großveranstaltung nicht funktionieren würde. Dafür nehmen sie einiges auf sich: Unter anderem dürfen sie erst zwei Wochen nach den Winterspielen die Olympia-Blase wieder verlassen.

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