21. Februar 2022 / 09:08 Uhr

Post aus Peking: Wie ich bei Olympia vom Seuchenvogel zum Goldesel wurde

Post aus Peking: Wie ich bei Olympia vom Seuchenvogel zum Goldesel wurde

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
SPORTBUZZER-Reporter Stephan Henke konnte seinen Ruf als Seuchenvogel in Deutschland lassen.
SPORTBUZZER-Reporter Stephan Henke konnte seinen Ruf als "Seuchenvogel" in Deutschland lassen. © Getty Images (Montage)
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Mit ihren starken Leistungen in Peking trotzte die deutsche Olympia-Mannschaft offenbar selbst der Anwesenheit von SPORTBUZZER-Reporter Stephan Henke. Dieser galt vor den Winterspielen in Peking nämlich nicht unbedingt als Glücksbringer, wie er in seiner Abschluss-Kolumne beschreibt.

In meiner Redaktion habe ich mir über die Jahre einen zweifelhaften Spitznamen erarbeitet: Seuchenvogel. So hatte Jürgen Klopp als damaliger Dortmund-Trainer mal einen Journalisten genannt, weil er mit seinen Mannschaften immer verloren hat, wenn der im Stadion war.

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Das war wiederum eine gelungene Vorlage für meine Kollegen, denn ich habe offenbar ein ähnliches fragwürdiges "Talent". Als Reporter bei Hertha BSC habe ich sehr häufig Niederlagen gesehen, wenn aber mal ein anderer aus dem Olympiastadion berichtet hat, gewannen die Berliner in der Regel natürlich prompt. Ähnlich war es auch bei anderen Mannschaften und Sportarten, selbst langanhaltende Siegesserien von Tabellenführern konnte ich alleine mit meiner Anwesenheit mühelos reißen lassen.

Bei den Winterspielen in Peking scheint sich mein Schicksal allerdings gewendet zu haben. Bei fünf deutschen Gold-, zwei Silber- und einem Bronzemedaillengewinn war ich vor Ort, darunter die vier ersten Plätze bei den vier Rodel-Wettbewerben. In der Redaktionschatgruppe war die Verwunderung groß, der Respekt vor den eh schon starken Leistungen der deutschen Kufenasse wuchs noch ein bisschen mehr.

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"Rodel-Gold trotz Stephan vor Ort – das ist echt stark und hat sich damit einen Platz auf unserer Titelseite verdient", war einer der Kommentare, die ich da lesen durfte. Jetzt müssen die Mannschaften in Deutschland, über die ich regelmäßig berichte, nur hoffen, dass sich mein Goldeselruf lange hält und nicht nur in China gilt.