08. April 2021 / 20:08 Uhr

Angeliño und seine Posts: RB Leipzigs Trainer Nagelsmann erneut nicht amüsiert

Angeliño und seine Posts: RB Leipzigs Trainer Nagelsmann erneut nicht amüsiert

Gerald Fritsche
Leipziger Volkszeitung
Angelino hat mit RB Leipzig noch viel vor.
Will unbedingt spielen und gibt das auch auf Instagram preis: RB Leipzig Angelino. © Getty Images
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RB Leipzigs Angeliño ist ein genialer Fußballer. Was er auf dem Platz macht, ist bemerkenswert. Allerdings auch, was der Spanier in den Sozialen Medien ab und zu treibt. Das gefällt seinem Trainer Julian Nagelsmann nicht.

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Leipzig. Angeliño ist wieder fit. Hat er der Öffentlichkeit über seinen Instagram-Account mitgeteilt. Wieder einmal. Und damit hat er bei seinem Trainer Julian Nagelsmann erneut nicht gerade Jubelstürme ausgelöst. Es scheint so, als sei die direkte Kommunikation zwischen dem Linksverteidiger von Fußball-Bundesligist RB Leipzig und seinem Coach nicht immer die vertrauteste.

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"Gibt Dinge, die er lernen muss"

Sechs Wochen hat der Spanier zuletzt aussetzen müssen und dem Team nach seiner bislang ganz starken Saison gefehlt. Vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach (3:2) nahm ihn Nagelsmann auf Anraten der Ärzte wegen muskulärer Probleme aus dem Kader. Sehr zum Missfallen des 24-Jährigen, der daraufhin in einem Tweet bekannt gab, dass es kein Muskelproblem gebe und er fit sei. "Natürlich werden wir das mit ihm besprechen, dass er das Tweeten sein lässt in Zukunft auf dieser Art und Weise. Es war nicht das Cleverste", sagte Nagelsmann damals.

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Und nun hat er es doch wieder getan. "Rennen: Check! Schießen: Check! Richtungswechsel: Check! Kardio: Check!", postete Angeliño. Und sorgte bei Nagelsmann wieder für Kopfschütteln. Immerhin gehört Angeliño zum RB-Aufgebot für das Spiel bei Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr/Sky). "Er fährt mit, weil ein Kaderplatz frei ist. Wären alle gesund, würde er noch nicht mitfahren und sich auf das Spiel gegen Hoffenheim vorbereiten", sagte Nagelsmann. Seinen wirklichen Zustand kenne er gar nicht, da der Spanier so viel noch gar nicht mit der Mannschaft trainiert habe, bemerkte Nagelsmann.

Um dann doch etwas energischer zu werden. Es sei positiv, dass Angeliño alles probieren würde, um fit zu werden und schnell zurückzukommen. Sich aber mit einer öffentlichen Andeutung zu seinem Zustand in die Startelf schmuggeln zu wollen, sei nicht der richtige Weg. "Es gibt noch einige Dinge in seinem Leben, die er lernen muss. Zum Beispiel, mit Verletzungen richtig umzugehen oder seine Emotionen richtig zu kanalisieren", sagte Nagelsmann.

Keine Strafe

Fußballerisch habe der Spanier viel Gutes gemacht. In der Reha-Phase gab es aber Luft nach oben. "Hoffentlich hat er keine mehr, da müssen wir uns damit nicht mehr beschäftigen", mahnte Nagelsmann mehr Professionalität in Verletzungspausen bei Angeliño an. Und auch die Kommunikation über Postings zu wählen, sei ein falscher Weg.

"Man macht ja mit seiner Freundin auch nicht per SMS Schluss. Insofern verbreitet man auch keine Infos, die nicht immer positiv sind oder die vielleicht Interpretationsspielraum lassen über das Netz. Das wird er lernen müssen", sagte Nagelsmann und ergänzte: "Es gibt sicher Trainer, die das nicht entspannt sehen. Ich gehöre zu den entspannten, was diese Sache angeht und der dafür auch keine Strafen ausspricht. Aber er soll es lernen für die Zukunft, falls er mal einen anderen Trainer hat", sagte der RB-Coach.

Dass RB die Genialität des 1,70 Meter großen Spaniers benötigt, zeigten die vergangenen Partien, in denen er fehlte. Aber dem Team nützt nur ein völlig gesunder Angeliño. Im Saisonendspurt sollte er seine Fähigkeiten vor allem auf dem Platz zeigen.