02. September 2022 / 17:42 Uhr

Potenzial verschenkt, Kritik von Ex-Star: Wie Julian Draxler bei PSG verbrannte Erde hinterlässt

Potenzial verschenkt, Kritik von Ex-Star: Wie Julian Draxler bei PSG verbrannte Erde hinterlässt

Alexis Menuge 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Julian Draxler konnte sein Potenzial bei PSG nie wirklich ausschöpfen.
Julian Draxler konnte sein Potenzial bei PSG nie wirklich ausschöpfen. © IMAGO/Revierfoto
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Er hatte die Wahl zwischen regelmäßiger Spielzeit oder Vertrag aussitzen – und er entschied sich im letzten Moment für ersteres: Julian Draxler wechselt leihweise für ein Jahr von Paris Saint-Germain zu Benfica Lissabon. Seine Zeit beim französischen Star-Ensemble wird man nicht in guter Erinnerung behalten.

Lange hat man geglaubt, Julian Draxler würde die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar im November und Dezember verpassen. Bundestrainer Hansi Flick hat in den vergangenen Wochen regelmäßig angekündigt, dass er nur Spieler für die WM nominieren wird, die bei ihren jeweiligen Klubs konstant spielen. Nun hat der deutsche Nationalspieler im allerletzten Moment einen Verein gefunden, wo er diese nötige Spielpraxis erhalten soll: Portugals Rekordmeister Benfica Lissabon.

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In Paris gab es für Julian Draxler keine Perspektiven mehr. Ein sofortiger Weggang war die einzige Möglichkeit, demnächst wieder für positive sportliche Schlagzeilen zu sorgen. Seit Anfang Juli durfte der 28-Jährige nur noch in der Trainingsgruppe 2 bei Paris Saint-Germain mittrainieren. In einem Vieraugengespräch hatte ihm Trainer Christophe Galtier mitgeteilt, dass er in seinen Plänen keine Rolle spielt und dass er sich gefälligst einen neuen Arbeitgeber suchen soll.

Daraufhin vermeldete der Radiosender RMC Sport, dass Draxler keine Absicht habe, den französischen Meister zu verlassen, obwohl der Klub genau das gern hätte. Bis zu seinem Vertragsende am 30. Juni 2024 will er sein volles Gehalt kassieren. Angeblich habe er das Sportdirektor Luis Campos in einem persönlichen Gespräch auch schon mitgeteilt, was für gewisse Anspannungen auf dem PSG-Trainingsgelände Camp des Loges gesorgt haben soll.

Ex-Werder-Star Micoud: Draxler seit "vielen Jahren in seiner Entwicklung stehen geblieben"

"Es ist ganz schön traurig, zu sehen, dass Julian seit so vielen Jahren in seiner Entwicklung stehen geblieben ist", meint der französische Ex-Werder-Bremen-Profi Johan Micoud. "Er vermittelt schon länger den Eindruck, satt zu sein und sich mit seiner Reservistenrolle bei Paris Saint-Germain zufriedenzugeben, obwohl er ein unglaubliches Potenzial hat, das er im Endeffekt zu selten abrufen konnte. Nun kann er in Lissabon zeigen, dass er nach wie vor konkurrenzfähig ist", sagt Micoud.

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Inzwischen hat der sommerliche Transfermarkt seine Türen geschlossen und Draxler wurde für ein Jahr in die portugiesische Hauptstadt ausgeliehen – ohne Kaufoption. Außerdem übernimmt PSG den größten Teil seines Gehaltes. Laut Le Parisien wollte Draxler zuletzt eigentlich zurück in die Bundesliga, um sich wieder ins Schaufenster zu stellen. Gerüchten zufolge bestand ein Interesse von Borussia Mönchengladbach für den offensiven Mittelfeldspieler, doch die "Fohlen" verpflichteten lieber den französischen U21-Nationalspieler Nathan Ngoumou vom Toulouse FC für 8 Millionen Euro. Draxler war es zudem ein Dorn im Auge, dass die Gladbacher international nicht vertreten sind.

Flick beobachtet auch Draxler mit Benfica in der Champions League

Immerhin hätte er in der Bundesliga die Gelegenheit gehabt, sich in Hinblick auf eine WM-Teilnahme wieder mehr in den Fokus zu spielen. Der 28-Jährige braucht dringend Spielpraxis und hätte diese bei den "Fohlen" mit Sicherheit bekommen. Sein großes Glück ist jedoch, dass Flick überall in Europa Woche für Woche herumreist und all seine Kandidaten persönlich vor Ort unter die Lupe nimmt. So soll er auch geplant haben, am 14. September nach Turin zu reisen, wo Benfica in der Champions-League-Gruppenphase bei Juventus zu Gast ist.

Am kommenden Dienstag beginnt die neue Champions-League-Saison. In einem Monat gibt es für Draxler mit Paris Saint-Germain schließlich das große Wiedersehen. Dann wird der Aussortierte Trainer Galtier mit Sicherheit zeigen wollen, was er wirklich draufhat. In Paris hätte sich Draxler weiter mit der Reservemannschaft fit halten sollen. Bei Benfica muss er sofort liefern.

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