30. September 2018 / 11:19 Uhr

Poulsens erfolgreiche Körperteile und RB Leipzigs Plan gegen die eigene Taktik

Poulsens erfolgreiche Körperteile und RB Leipzigs Plan gegen die eigene Taktik

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Spieler feiern nach dem Abpfiff in Sinsheim mit ihren Fans.
RB Leipzigs Spieler feiern nach dem Abpfiff in Sinsheim mit ihren Fans. © Getty Images
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Yussuf Poulsen wird nicht nur wegen seines Doppelpacks gegen Hoffenheim zum Man of the Match. Ralf Rangnick hat gegen Julian Nagelsmann genau die richtige Taktik gefunden und ist mit RB Leipzig inzwischen seit fünf Bundesligapartien unbesiegt.

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Sinsheim. Julian Nagelsmann blickte nach der 1:2-Niederlage gegen seinen künftigen Verein RB Leipzig konsterniert aus der Wäsche. Ralf Rangnick, sein Chef in spe, genoss den Moment des Triumphs, ohne es seinem Nachfolger verbal aufs Brot zu schmieren. Denn der 60-Jährige wusste: Für diesen Sieg hatte er den Hebel an der richtigen Stelle angesetzt. Nach den tiefen Wunden der 0:4 und 2:5 Debakel des Vorjahres, sollten die Rasenballer nicht noch einmal mit ihren eigenen Waffen besiegt werden.

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TSG 1899 Hoffenheim - RB Leipzig (1:2) Zur Galerie
TSG 1899 Hoffenheim - RB Leipzig (1:2) ©
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Torhüter Peter Gulacsi sagte nach dem starken Auftritt bei der TSG: „Wenn wir ehrlich sind, hat uns Hoffenheim letzte Saison zweimal mit unserer Taktik geschlagen. Da wollten wir nicht ein drittes Mal erleben. Deshalb sind wir ein bisschen tiefer angelaufen, haben die Bälle nicht in die Mitte reingespielt, wo sie richtig gute Fußballer haben, um ihr Umschaltspiel zu starten.“ Der entscheidende Faktor war die mannschaftliche Stärke im Pressing: „Ich habe mir alle Werte angeschaut, ob Eckbälle oder Schüsse aufs Tor. Der einzige, bei dem wir weniger hatten als Hoffenheim, war der Ballbesitz. Diesen Weg müssen wir in Zukunft ganz konsequent weiter gehen“, forderte Rangnick.

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Seine Umstellung auf Dreier – beziehungsweise Fünferkette war die taktische Maßnahme, mit der er wohl auch seinen Gegenüber Nagelsmann überraschte. Denn so hatte RB in dieser Saison noch nie begonnen. Mit vier Wechseln in der Defensive im Vergleich zum Stuttgartspiel ging der 60-Jährige auch ein gewisses Risiko, wie er zugab – und wurde belohnt. In den vergangenen zwei Partien kassierten die defensivgebeutelten Leipziger nur ein Gegentor – auch dank des erneut starken Keepers Gulacsi.

Poulsen-Power: Bestwerte und Premiere

Die meisten Lorbeeren hatte sich Yussuf Poulsen nach dem Erfolg gegen den Champions-League-Teilnehmer verdient: „Für mich war er nicht nur wegen der zwei Tore heute Man of the Match. Er hat auch unglaublich viel für die Mannschaft gearbeitet. Er hat technisch einen Schritt nach vorne gemacht“, sagte sein Coach. Poulsen schnürte den ersten Doppelpack in der Bundesliga, war gegen Hoffenheim an der Hälfte der 18 Leipziger Torschüsse beteiligt und gewann die meisten Zweikämpfe (13) bei RB.

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(1) Peter Gulacsi: Klasse gegen Grillitsch, guckt Belfodils Kopfball an die Latte. Rettet aus Nahdistanz gegen Szalai und auch gegen Joelinton. Somit ein Vater des Sieges. Note 1. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Klasse gegen Grillitsch, guckt Belfodils Kopfball an die Latte. Rettet aus Nahdistanz gegen Szalai und auch gegen Joelinton. Somit ein Vater des Sieges. Note 1. ©

Der Stürmer entwickelt sich aktuell vom Wegbereiter, zum Vollstrecker – hatte am Samstag aber auch ein bisschen Glück. Das 1:0 erzielte er mit einem abgefälschten Schuss, das 2:0 mit verschiedenen Körperteilen, „halb Oberschenkel, halb Eier“, wie er nach dem Spiel gut gelaunt zusammenfasste. Doch was sind die Gründe für seine neue Abschlussstärke? Papa wird der 24-jährige Däne trotz Spekulationen in den kommenden Monaten nicht. Er spürt in seinem dritten Bundesligajahr eine Entwicklung, die ihn in den richtigen Situationen zum richtigen Punkt in den Strafraum schickt, meint Poulsen selbst.

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Kevin Kampl (RB Leipzig): Man hat gesehen, dass es hin und her ging. Vor allem die erste Halbzeit hat viel Kraft gekostet. Ich denke, wir können heute richtig stolz auf uns sein. Der Elfmeter am Ende ist unnötig. Das müssen wir vermeiden. Aber wir haben alles gegeben und verdient gewonnen. Wir haben eine Super-Serie, sind seit fünf Bundesliga-Spielen ungeschlagen. Heute können wird richtig stolz auf uns sein. Zur Galerie
Kevin Kampl (RB Leipzig): "Man hat gesehen, dass es hin und her ging. Vor allem die erste Halbzeit hat viel Kraft gekostet. Ich denke, wir können heute richtig stolz auf uns sein. Der Elfmeter am Ende ist unnötig. Das müssen wir vermeiden. Aber wir haben alles gegeben und verdient gewonnen. Wir haben eine Super-Serie, sind seit fünf Bundesliga-Spielen ungeschlagen. Heute können wird richtig stolz auf uns sein." ©

Der sechste Bundesligaspieltag war für RB Leipzig einer, wie er im Bilderbuche steht. Den künftigen Trainer in die Knie gezwungen, seit fünf Partien im Fußball-Oberhaus unbesiegt, der Sprung auf den internationalen Platz sechs. Es ist wieder eng an der Spitze. Seit dem Salzburg-Debakel vor anderthalb Wochen hat sich einiges getan, unterschreibt Dauerbrenner Kevin Kampl: „Im Moment machen wir einen super Job. Alle. Man sieht, dass immer mehr Spieler in ihre Topform kommen. Das ist sehr wichtig für uns.“

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