11. Dezember 2019 / 22:38 Uhr

So viel DFB-Geld bekommen Brandenburger Vereine für ihre U-Nationalspieler

So viel DFB-Geld bekommen Brandenburger Vereine für ihre U-Nationalspieler

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Jannis Lang, Sophie Weidauer und Marton Dardai (v.l.) brachten ihren Jugendvereinen insgesamt 8.250 Euro für ihre Einsätze in den U-Nationalmannschaften in der Saison 2017/18.
Jannis Lang, Sophie Weidauer und Marton Dardai (v.l.) brachten ihren Jugendvereinen insgesamt 8.250 Euro für ihre Einsätze in den U-Nationalmannschaften in der Saison 2017/18. © imago, Rene Teichmann, imago
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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schüttet jährlich Prämien für die Jugendvereine ihrer U-Nationalspieler aus. Für die Saison 2017/18 erhielten die Vereine 8.250 Euro - es war allerdings auch schon einmal deutlich mehr.

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Seit kurzem haben Pal Dardai und seine Frau Monika einen Schal des Seeburger SV. Die Dardais sind schon lange mit dem Verein verbunden, zum Ende seiner Spielerkarriere bei Hertha BSC leitete Dardai Jugendtrainings in Seeburg, wo er bis 2010 mit seiner Familie wohnte. Deshalb traten auch die Söhne Palko und Marton für den SSV erstmals gegen den Ball, was sich im Nachblick nun auch wieder für den Seeburger Verein auszahlt.

Dardai-Brüder bringen Seeburger SV 2900 Euro

So erhielt der SSV im November einen Scheck über 1200 Euro, weil Marton Dardai (17) inzwischen schon 15 Spiele für deutsche U-Nationalmannschaften absolviert hat. Das Geld kommt vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und ist für die Vereine gedacht, die an der Ausbildung der Jugendnationalspieler beteiligt waren. „Das tut schon gut, wir haben ja ständig irgendetwas im Verein. Ob es nun Trikots sind oder Trainingsanzüge oder Ballfangnetze, die Löcher haben. Was wir aber genau von dem Geld als erstes anschaffen, wissen wir noch nicht“, sagt Peter Wersig, der Vorsitzende des Seeburger SV.

Für diese SpielerInnen bekamen Brandenburger Vereine in fünf Jahren die DFB-Prämie

Jannis Lang, Leon Schaffran und Lennart Czyborra (v.l.) zählen zu den Brandenburger Talenten, für die ihre Jugendvereine in den vergangenen fünf Jahren eine DFB-Prämie kassierten. Zur Galerie
Jannis Lang, Leon Schaffran und Lennart Czyborra (v.l.) zählen zu den Brandenburger Talenten, für die ihre Jugendvereine in den vergangenen fünf Jahren eine DFB-Prämie kassierten. ©

Für Martons Bruder Palko, der bei Hertha BSC zum Profikader gehört, bekam der SSV sogar 1700 Euro, weil er noch länger dort gespielt hat. Damals konnte Dardai Senior nicht zur Scheckübergabe kommen, dieses Mal war er dabei. „Ich kenne fast alle hier. Im Dorf hast du nette Menschen und das ist fast wie eine große Familie“, sagt Dardai über den Seeburger SV.

SG Geltow bekommt dieses Jahr am meisten Geld

Doch nicht nur der Verein an der Grenze zu Berlin profitierte in diesem Jahr von der DFB-Prämie für die Saison 2017/18. Die SG Geltow erhielt sogar 2450 Euro für die Ausbildung von Jannis Lang, die Potsdamer Kickers und Energie Cottbus für denselben Spieler jeweils 1200 Euro. Der in Potsdam geborene Lang (17) spielt seit 2017 beim VfL Wolfsburg und lief bislang 16 Mal für die Juniorenmannschaften des DFB auf. Und Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam erhält für die Ausbildung von Sophie Weidauer insgesamt 2200 Euro.

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Hartmut Lenski, Vorsitzender des Fußballkreises Havelland, hält die DFB-Prämien für die Vereine für eine gute Sache. „Es gab aber auch schon Jahre, da gab es mehr Entschädigungen. Gerade bei den Mädchen hatten wir auch schon Schecks über 8000 und 9000 Euro“, erzählt Lenski. Noch im Vorjahr erhielt Turbine beispielsweise 6650 Euro, 2016 waren es sogar 15 650 Euro. In der Saison 2014/15 erhielten alle Brandenburger Vereine zusammen 34.300 Euro.

Ludwigsfelder FC bekommt auch Geld von der DFL

2017 war der Ludwigsfelder FC „Spitzenreiter“ bei den Prämien in Brandenburg, als der Verein für die Einsätze von Gina Chmielinski (Turbine Potsdam) in der Junioren-Nationalmannschaft insgesamt 4200 Euro bekam. Der Fußball-Oberligist bekam aber nicht nur vom DFB Geld für die erfolgreiche Jugendarbeit, sondern auch eine Prämie im niedrigen vierstelligen Bereich von der Deutschen Fußball Liga (DFL) für den Profivertrag von Arne Maier bei Hertha BSC. Außerdem gab es von den insgesamt 15.000 Euro, die der DFB für Maiers Fritz-Walter-Medaille in Silber bezahlte, 3000 Euro für den LFC, der Rest wurde an die Hertha überwiesen. „Wir freuen uns, wenn dieses Geld kommt, dann kann man dem Jugendbereich etwas Gutes tun“, sagt Marcel Penquitt, der Präsident des LFC.

Seeburgs Vereinsvorsitzender Peter Wersig (M.) mit Pal und Monika Dardai.  
Seeburgs Vereinsvorsitzender Peter Wersig (M.) mit Pal und Monika Dardai.   © Tanja M. Marotzke
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Mehr als vier Millionen Euro kann die DFL pro Saison an die Amateurvereine ausschütten. In Extremfällen wie beispielsweise bei Hendrik Weydandt (Hannover 96), der 13 Jahre für seinen Heimatverein Landringhausen spielte, kann die Prämie auch schon einmal mehr als 50 000 Euro betragen. Penquitt kritisiert allerdings, dass die Prämienregelung nicht ganz so einfach zu durchschauen sei und für die Vereine nicht klar sei, wie viel sie genau bekommen werden.

Beim Seeburger SV könnte es derweil im nächsten Jahr zu einer weiteren Scheckübergabe kommen. Denn mit Marleen Rohde wechselte eine talentierte Jugendspielerin zu Turbine Potsdam, die ebenfalls schon für den DFB auflief.

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