12. Juli 2022 / 21:35 Uhr

Prämienstreit bei Frauen-EM: DFB-Direktor Bierhoff weist Bundeskanzler Scholz zurecht

Prämienstreit bei Frauen-EM: DFB-Direktor Bierhoff weist Bundeskanzler Scholz zurecht

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu einem Gespräch eingeladen.
DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu einem Gespräch eingeladen. © dpa//Montage
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Jede Spielerin der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen erhält 60.000 Euro vom DFB, sollte es mit dem Titelgewinn bei der EM in England klappen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist das offensichtlich in Relation zu den hohen Prämien für die Männer zu wenig, wie er vor dem Spiel via Twitter deutlich machte. Am Abend konterte DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

Sie begeistern aktuell bei der Europameisterschaft in England die TV-Zuschauer und haben den Titel fest im Blick: Und doch verfolgt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen seit Wochen eine Debatte um die Prämien des DFB für einen EM-Sieg: 60.000 Euro erhält jede Spielerin, sollte es mit dem neunten EM-Titel klappen. Die Männer-Nationalelf hätte bei einem EM-Sieg im vergangenen Jahr allerdings 400.000 Euro pro Kopf vom Verband erhalten. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hält das für ungerecht: "Wir haben 2022. Frauen und Männer sollten gleich bezahlt werden. Das gilt auch für den Sport, besonders für Nationalmannschaften", twitterte der deutsche Regierungschef vor dem zweiten EM-Gruppenspiel der DFB-Elf gegen Spanien. "Spanien hat da die Nase vorn. Viel Glück heute Abend @DFB_Frauen", schloss Scholz seinen Tweet ab und versehrte ihn am Ende mit #EqualPay. Bei DFB-Direktor Oliver Bierhoff kam der Vorstoß des Kanzlers gar nicht gut an.

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Bierhoff wies Scholz in der ARD am Abend zurecht: "Mich wundert die Aussage. Ich lade ihn gerne ein, dann kläre ich ihn ein bisschen über die Zahlen auf", sagte der Ex-Nationalspieler. Gleichzeitig verwies Bierhoff darauf, dass es sich bei der ausgelobten Prämie für die Frauen um eine Rekordprämie handle und hob die verbesserte Infrastruktur für die Frauen-Mannschaft hervor. "Sie haben einen genauso großen Trainerstab, die gleiche Vorbereitung im Homeground gemacht, die Infrastruktur wurde gleichgesetzt", erklärte der Europameister von 1996.

Zudem habe Spanien kein Equal Pay, wie von Scholz angedeutet, weil es um den "prozentualen Anteil" gehe, führte Bierhoff aus. Deutschland zahle dagegen die höchsten Prämien.

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Laut einer Umfrage vor EM-Start ist deutliche Mehrheit der Deutschen ist dafür, dass die Nationalspielerinnen die gleichen Erfolgsprämien bekommen sollen wie ihre männlichen Kollegen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur von Anfang Juli hervor. Demnach sind 67 Prozent der Befragten für eine gleiche Bezahlung. 18 Prozent sind dagegen.