31. Januar 2019 / 11:31 Uhr

"Prämisse" erfüllt: Ole Laabs bleibt Kapitän des TB Uphusen

"Prämisse" erfüllt: Ole Laabs bleibt Kapitän des TB Uphusen

Patrick Hilmes
Weser-Kurier
Glücklich über die Wiedervereinigung beim TB Uphusen: die Brüder Ole (links) und Nils Laabs.
Glücklich über die Wiedervereinigung beim TB Uphusen: die Brüder Ole (links) und Nils Laabs. © KARSTEN KLAMA
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Trotz des Zugangs von Nils Laabs, der seinen Bruder schon einmal beim Bremer SV als Mannschaftsführer ersetzte, bleibt der 33-Jährige weiter im Amt

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Nils Laabs ist wohl der Königstransfer des Oberligisten TB Uphusen in dieser Winterpause. Doch wie bei vielen Wechseln üblich, insbesondere im Winter, galt es vorher mit Nils Laabs selbst und seinem vorherigen Verein, dem Regionalligisten SSV Jeddeloh, zu verhandeln. Alle Formalitäten zwischen Vereinen und Spieler waren bereits geklärt und der Wechsel schien in trockenen Tüchern zu sein. Doch da hob einer noch den Finger und stellte eine kleine Prämisse. Und das war Nils Laabs eigener Bruder Ole.

Ole Laabs ist es, der seit seinem Wechsel nach Uphusen vor einem Jahr die Kapitänsbinde der Arenkampkicker trägt. Und die wollte er auch unbedingt behalten. Daher lautete die Voraussetzung, unter der sein Bruder Nils zum TBU kommen darf: Nur wenn Ole Laabs auch seine Binde behalten darf. „Das war eher scherzhaft gemeint. Ich hätte es Fabrizio (Coach Fabrizio Muzzicato, Anm. d. Red.) auch nicht zugetraut, dass er das nochmals macht. Aber ja, es ist gefallen“, gesteht Ole lachend.

Zur Erklärung: Für die Brüder ist der TB Uphusen die dritte gemeinsame Station im Herrenfußball. Zuvor kickten sie bereits zusammen für den FC Oberneuland und den Bremer SV. Als Nils Laabs zur Saison 2016/2017 zum BSV wechselte, trug sein Bruder Ole die Binde beim Bremenligisten. Der damalige Trainer, Fabrizio Muzzicato, nahm Ole das Amt des Mannschaftsführers jedoch ab und gab es an Nils weiter.

Die Geschichte wiederholte sich jedoch nicht, Ole Laabs wird weiterhin als Kapitän des TBU auflaufen. „Ich hab das C am Arm noch nie gebraucht. Daher habe ich auch jetzt kein Problem damit, dass mein kleiner Bruder die Binde hat und den Ton angibt“, betont der 34-jährige Nils Laabs. Sein um ein Jahr jüngerer Bruder legt ebenfalls nicht den ganz großen Wert auf das Kapitänsamt, doch in Vergessenheit gerät die Geschichte nicht. „Wir haben ja viele Spieler, die Kapitän sein könnten. Wer sie trägt, ist im Endeffekt egal. Aber es tut schon weh, wenn man sie weggenommen bekommt“, gesteht er schmunzelnd.

Nun sind beide glücklich mit der erneuten Zusammenkunft. Die war neben der erfüllten Prämisse von Ole auch abhängig von Jeddeloh. „Ich hatte ja noch einen Vertrag und den hätte ich auch erfüllt, wäre es nicht zu der Vereinbarung gekommen. Nun passt alles – mit meiner Familie, mit meinem Bruder, die Mannschaft, der Trainer und Florian (Florian Warmer, Sportlicher Leiter Uphusens, Anm. d. Red.)“, betont Nils Laabs, der sich nun freut, wieder mit seinem Bruder zusammenzuspielen. Friede, Freude, Eierkuchen ist deshalb aber kein Dauerzustand – immerhin sind es Brüder. „Im Training kommt es schon mal zum Konflikt, wenn wir gegeneinander spielen. Das ist dem Ehrgeiz geschuldet. Das war früher in der Kindheit schon so und ist heute im Erwachsenenalter immer noch so. Aber das tut gut“, erzählt Nils lachend. Ehrgeiz ist auch das Stichwort für die Mannschaft des TB Uphusen generell. Mit Nils Laabs ist ein weiterer erfahrener Mann zu der eh schon erfahrenen Truppe gestoßen.

In den Jahren zuvor stellte der TBU immer eines der jüngsten Oberliga-Teams, mittlerweile ist eher das Gegenteil der Fall. Ist die Mannschaft noch bissig genug, fehlt die Mitte zwischen den Routiniers und Greenhorns? „Jeder trägt den Willen, erfolgreich Fußball zu spielen, in sich. Gerade bei den Älteren merkt man nicht, dass sie nachlassen. Da würde ich eher der jüngeren Generation den Ball entgegenspielen. Bei ihr hat man manchmal eher den Eindruck, dass sie nicht so sehr und über den Punkt gehen wollen“, entgegnet Nils. Den gleichen Ton schlägt auch sein Bruder an: „Zwischenmenschlich passt es super im Team. Ja, es fehlt etwas die Mitte. Aber es wird angeschoben, wie jetzt mit Rilind (Rilind Neziri, 23-jähriger Winterzugang vom BSV Rehden, Anm. d. Red.).“

Beide sind überzeugt von der Konstellation beim TB Uphusen, beide wissen aber auch, was bisher noch fehlte. Nils Laabs hatte sich in der Hinrunde zwei Spiele des TBU angesehen und gleich festgestellt: „Vor dem Tor fehlte die Geradlinigkeit.“ Und genau dafür soll er sorgen. Er ist der Stürmer, den sich Fabrizio Muzzicato so lange gewünscht hatte. Einer, der seinen Körper reinstellen, Bälle festmachen und verteilen kann. Die Erwartungen sind hoch an den 34-Jährigen. „Mit Druck und Verantwortung muss man umgehen können“, entgegnet er trocken. Und eine Verantwortung muss er ja diesmal nicht tragen, die des Kapitäns.

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