13. Februar 2020 / 14:43 Uhr

Hertha-Bosse Preetz und Gegenbauer schießen gegen Klinsmann: Wollte "alles entscheiden"

Hertha-Bosse Preetz und Gegenbauer schießen gegen Klinsmann: Wollte "alles entscheiden"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Werner Gegenbauer (Präsident Hertha BSC) und Michael Preetz (Manager Hertha BSC) präsentierten sich geschlossen - und teilten beide gegen Ex-Coach Jürgen Klinsmann aus (links) aus.
Werner Gegenbauer (Präsident Hertha BSC) und Michael Preetz (Manager Hertha BSC) präsentierten sich geschlossen - und teilten beide gegen Ex-Coach Jürgen Klinsmann aus (links) aus. © imago/Bernd König/Contrast
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Zwei Tage nach dem Rücktritt von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC haben die Berliner Klub-Bosse deutliche Kritik am Auftreten des Ex-Trainers geübt. Präsident Werner Gegenbauer und Sport-Geschäftsführer Michael Preetz werfen Klinsmann mehrere Fehlverhalten vor.

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Die Bosse von Hertha BSC haben das Verhalten von Jürgen Klinsmann in seiner Zeit als Trainer der Berliner scharf kritisiert. Vor allem die eigenen Kompetenzen betreffend soll der ehemalige Bundestrainer nicht vereinskonform gehandelt haben. "Es gab unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Rolle des Chef-Trainers definiert ist. Dinge, die ich gestern gehört habe, sind keine Dinge, die wir miteinander besprochen habe", sagte Sport-Geschäftsführer Michael Preetz auf der Pressekonferenz am Donnerstag mit Bezug auf die Erklärungen von Klinsmann zu seinem Rücktritt via Facebook Live. "Wenn es Probleme und Konflikte gibt, bin ich es gewohnt, dass man die bespricht. Das kann man nicht, wenn man sich umdreht und davonläuft."

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Völlig überraschend ist Jürgen Klinsmann als Trainer von Hertha BSC zurückgetreten. Der SPORTBUZZER zeigt, wie die internationale Presse auf die Nachricht reagiert! ©

Konkret habe der Ex-Coach der Hertha nie darüber gesprochen, dass die Anwesenheit des Managers auf der Trainerbank unerwünscht sei. "Es hat nie dazu ein Gespräch gegeben", erklärte Preetz. Darüber hinaus soll Klinsmann mehr Macht innerhalb des Klubs beansprucht haben, als es ihm in seiner Position zugestanden hat. "Es gab Zeichen von Jürgen Anfang des Jahres, dass er sich eine weitere Zusammenarbeit als Cheftrainer bei Hertha BSC vorstellen könnte", meinte Preetz. Dabei wären allerdings Forderungen gestellt worden. "Da ging es nicht um völlig offensichtliche Dinge" - wie beispielsweise die Mannschaftsaufstellung oder die taktische Ausrichtung, betonte er.

Preetz verteidigt sich nach Klinsmann-Kritik: Struktur "unverhandelbar"

"Wir arbeiten in einer Struktur, in der zwei Geschäftsführer dafür verantwortlich, die Geschäfte für Hertha BSC abzuwickeln", erklärte Manager Preetz, der diese Organisation auch Klinsmann gegenüber als "unverhandelbar" bezeichnete. "Aber bei ihm gab es immer den Ansatz: ,Wenn ich etwas machen möchte, dann muss ich alles entscheiden können.' Ich habe immer betont, Teamplayer zu sein. Aber in jedem Unternehmen muss es jemanden geben, der das letzte Wort hat - und das sind hier eben Ingo Schiller (Finanzgeschäftsführer Hertha BSC, d. Red.) und ich."

Auch Berlins Präsident Gegenbauer fand klare Worte zum Verhalten von Klinsmann in seiner Zeit als Chef-Coach. Demnach habe der Vereinsvorsitzende die Zukunft des 55-Jährigen über den Sommer hinaus an die Voraussetzung geknüpft, dass er "zu einhundert Prozent" für den Klub steht und damit die Berater-Rolle beim Unternehmen Tennor von Investor Lars Windhorst abgibt. Daraus habe Gegenbauer einige Lehren gezogen. "Die Sorgfalt in der Frage, wer passt zu Hertha BSC, muss noch schneller hinterfragt werden", machte der Präsident deutlich und fügte hinzu: "Da werden wir in Zukunft noch intensiver drauf achten."

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Jürgen Klinsmann trat im Februar 2020 nach nicht einmal elf Wochen im Amt als Trainer von Hertha BSC zurück. Für einige andere Übungsleiter war sogar noch früher wieder Schluss. Der SPORTBUZZER zeigt die kürzesten Trainer-Amtszeiten der Bundesliga-Geschichte! ©

Auch der Anschuldigung von Klinsmann, er hätte keinen Arbeitsvertrag bei der Hertha gehabt, widersprach Gegenbauer vehement. "Natürlich gab es einen mündlichen Arbeitsvertrag seit 27.11. und ab 1.12. einen schriftlichen Arbeitsvertrag."

Windhorst kritisiert Klinsmann: "Kann man als Jugendlicher machen"

Auch Investor Windhorst, der Klinsmann als dessen enger Vertrauter zum "Projekt Hertha" mitgebracht hatte, fand harte Worte zum Umgang des Ex-Berlin-Trainers mit dem Rücktritt. Der Geschäftsmann meinte: "Das kann man als Jugendlicher machen, aber nicht als Erwachsener im Geschäftsbereich". Er nannte die Umstände von Klinsmanns Abgang "inakzeptabel".

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