10. Januar 2020 / 07:21 Uhr

Premier League Inside: Statt Ancelotti - Everton hätte einen Typ à la Klopp als Trainer benötigt

Premier League Inside: Statt Ancelotti - Everton hätte einen Typ à la Klopp als Trainer benötigt

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Carlo Ancelotti ist aktuell Trainer des Liverpooler Klubs FC Everton. Jürgen Klopp trainiert den Stadtrivalen und Champions-League-Sieger FC Liverpool.
Carlo Ancelotti ist aktuell Trainer des Liverpooler Klubs FC Everton. Jürgen Klopp trainiert den Stadtrivalen und Champions-League-Sieger FC Liverpool. © picture alliance/Andreas Geber/dpa/Montage
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Der FC Everton sehnt sich nach vergangenem Ruhm. Carlo Ancelotti ist ein großer Name und steht für die Ambitionen des Klubs. Dabei braucht Liverpools Stadtrivale einen Trainer mit langfristigem Plan, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

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Der FC Everton ist ein stolzer Verein im Moment, denn ihm ist ein Coup gelungen, zumindest nach eigener Auffassung. Er hat einen Trainer verpflichtet, der mit seinem schillernden Lebenslauf zu den Ambitionen des Stadtrivalen des FC Liverpool passt.

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Kurz vor Weihnachten hat Carlo Ancelotti die Geschäfte im Goodison Park übernommen. Milan, Paris Saint-Germain, Real Madrid und der FC Bayern sind nur einige seiner ehemaligen Arbeitgeber. Dreimal gewann er die Champions League, das ist bislang erst drei Trainern überhaupt gelungen. Jetzt soll er Everton groß machen. Wieder groß.

Die Bayern-Trainer seit Giovanni Trapattoni

<b>Giovanni Trapattoni</b> (1996-1998): In seinen zwei Jahren bei den Bayern schrieb der Italiener mit den legendären Sätzen Was erlauben Strunz? und Ich habe fertig im März 1998 Geschichte. In seiner ersten Saison konnte Bayern die deutsche Meisterschaft für sich entscheiden, kurz vor Ende von Trapattonis Amtszeit beim FCB gewannen sie auch den DFB-Pokal. Ab Sommer 1998 trainierte er dann den AC Florenz, wurde später unter anderem noch italienischer Nationaltrainer. Zur Galerie
Giovanni Trapattoni (1996-1998): In seinen zwei Jahren bei den Bayern schrieb der Italiener mit den legendären Sätzen "Was erlauben Strunz?" und "Ich habe fertig" im März 1998 Geschichte. In seiner ersten Saison konnte Bayern die deutsche Meisterschaft für sich entscheiden, kurz vor Ende von Trapattonis Amtszeit beim FCB gewannen sie auch den DFB-Pokal. Ab Sommer 1998 trainierte er dann den AC Florenz, wurde später unter anderem noch italienischer Nationaltrainer. ©

Die Toffees sind nach Manchester United, Liverpool und Arsenal immer noch der Klub mit den meisten Meistertiteln in England. Der letzte davon liegt allerdings mehr als 30 Jahre zurück. In der jüngeren Vergangenheit quälte sich der Verein im Tabellenmittelfeld, verbrannte absurde Summen für Transfers und verschliss einen Trainer nach dem anderen, zuletzt den hochgejubelten Portugiesen Marco Silva. Everton wieder in einen halbwegs erfolgreichen Verein zu verwandeln, der den so genannten Big Six Konkurrenz macht – das gilt als eine Art Mission Impossible.

Ancelotti ist ein Hollywood-Trainer

Genau das ist allerdings der Plan. Mehrheitseigner Farhad Moshiri will die Toffees ins “Hollywood des Fußballs” führen, so hat er es einst formuliert. Ancelotti ist ein Hollywood-Trainer, ein großer Name, der Erfolg verspricht. Soweit die Theorie. Doch in der Praxis ist zweifelhaft, ob er der richtige Mann am richtigen Ort ist.

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Der Ruhm des Italieners basiert darauf, dass er hochklassig besetzte Mannschaften zu Titeln führen kann. Er kann Stars bei Laune halten und sie für kurze Zeit für ein gemeinsames Ziel zu Höchstleistungen treiben. Bei Everton ist allerdings geduldige Aufbauarbeit gefordert. Der Verein braucht einen Trainer, der einen Plan entwirft, was für eine Art Fußball der Klub mit welcher Art von Spielern spielen will. Und der diesen Plan langfristig umsetzt und dabei die Fans mitnimmt. Ein solcher Trainer ist Ancelotti nicht. Zu diesem Befund kam vor einiger Zeit schon der FC Liverpool.

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Jürgen Klopp hat bis 2024 in Liverpool verlängert - und so feiert die internationale Presse den Reds-Verbleib des deutschen Coaches. ©

Als der Stadtrivale im Oktober 2015 in einer ähnlichen Lage war wie Everton im Moment, war auch Ancelotti ein Kandidat auf die Nachfolge des entlassenen Brendan Rodgers. Liverpools Besitzer entschieden sich allerdings gegen ihn – und für Jürgen Klopp. Sie sollten diese Entscheidung nicht bereuen.