22. März 2021 / 08:33 Uhr

Vier Wochen Pause, drei Wochen Stress: Quarantäne stellt 96 vor Belastungsprobe

Vier Wochen Pause, drei Wochen Stress: Quarantäne stellt 96 vor Belastungsprobe

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gute Laune nach der Quarantäne: Die Profis von Hannover 96 beim Training. Im April wird es stressig für den Zweitligisten.
Gute Laune nach der Quarantäne: Die Profis von Hannover 96 beim Training. Im April wird es stressig für den Zweitligisten. © Florian Petrow / Screenshot/Google
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Vier Wochen Pause liegen hinter Hannover 96, wenn der Zweitligist am Ostersonntag auf den Hamburger SV trifft. Danach folgen sechs weitere Spiele in knapp drei Wochen. Die Mannschaft hat eine Menge vor sich, Trainer Kenan Kocak setzt auf den Spaßfaktor nach der unsinnigen Quarantäne.

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Wenn denn kein neuer Corona-Fall dazwischenkommt, wird Hannover 96 am Ostersonntag zum nächsten Punktspiel gegen den Hamburger SV antreten. Dann werden zwischen der letzten Partie in Aue (1:1) und dem HSV-Spiel vier lange Wochen Pause liegen. Das auch, weil die 96-Mannschaft für eine Woche weggesperrt war – und das nur wegen eines fehlerhaften PCR-Tests bei Genki Haraguchi, den 96 nicht zu verantworten hatte.

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Sechs Tage Trainingsausfall, vier Wochen kein Wettkampf – Kenan Kocak hätte allen Grund, verärgert zu sein. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. „Grundsätzlich sind wir in der glücklichen Lage, negativ gewesen zu sein und zu Hause sein zu dürfen, da gibt’s schlimmere Fälle“, sagte Kocak gestern nach dem zweiten Trainingstag. „Ich versuche, das positiv zu sehen. Wir können es nicht mehr ändern und die Zeit nicht rückgängig machen“, meint der 40-Jährige. „Wir wollen uns auch nicht mehr damit beschäftigen und aus der Situation das Beste machen.“ Kocaks angewandte Weisheit: „Alles hat seinen Sinn und Zweck im Leben.“

Bilder vom Training von Hannover 96 (20. März)

Hendrik Weydandt erwartet voller Vorfreude einen Schuss vom Coach. Zur Galerie
Hendrik Weydandt erwartet voller Vorfreude einen Schuss vom Coach. ©

Spieler machen gelösten Eindruck

Vielleicht hat der Unsinn des falschen Quarantänebefehls den Zweck, dass die Spieler nach einer Woche Ballverbot mit neuer Lust zur Arbeit gingen. Am Samstag noch mehr als am Sonntag machten die Spieler einen gelösten Eindruck. Sehr ausgelassen, weil rausgelassen aus dem Hausarrest. Am ersten Tag spielte Kocak mit, legte per Flanke Marvin Ducksch ein Kopfballtor vor. „Es ist wichtig, Spaß bei der Arbeit zu haben“, freute sich Kocak. „Das ist die Basis, dass man erfolgreich ist.“

"Die Mannschaft war sehr ehrgeizig und eifrig"

Nach sechs Tagen ohne Ballarbeit bemerkte Kocak einen Trainingsrückstand, lobte aber: „Die Mannschaft war sehr ehrgeizig und eifrig, ich bin sehr zufrieden mit den zwei Tagen.“

Sieben Spiele in drei Wochen

Die Zeit in der Länderspielpause braucht 96 dringend, denn den Roten steht ein harter April bevor. Es geht los mit „Premier-League-Feeling in Hannover“, wie Kocak über die englische Heimspielwoche scherzt: Am 4. (HSV), 8. (Würzburg) und 11. (Heidenheim). Danach am 14. (in Kiel), am 17./18 (in Bochum, noch nicht festgelegt), am 20./21. (Regensburg), am 24./25. April (in Sandhausen). Sieben Spiele in drei Wochen nach vier Wochen Pause – das ist das neue Corona-Programm für 96.