02. Juni 2020 / 12:16 Uhr

Alle Premier-League-Stars mit Kniefall? Anti-Rassismus-Initiative mit klarer Forderung

Alle Premier-League-Stars mit Kniefall? Anti-Rassismus-Initiative mit klarer Forderung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die englische Anti-Rassismus-Initiative Kick it Out ist regelmäßig bei Spielen der Premier League präsent. Hier trägt Nationalspieler Antonio Rüdiger ein T-Shirt der Bewegung.
Die englische Anti-Rassismus-Initiative "Kick it Out" ist regelmäßig bei Spielen der Premier League präsent. Hier trägt Nationalspieler Antonio Rüdiger ein T-Shirt der Bewegung. © 2019 Getty Images
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Die englische Anti-Rassismus-Initiative "Kick it out" fordert von den Stars der Premier League eine "starke Botschaft", um den Protesten zum Tod des Afroamerikaners George Floyd weiteren Nachdruck zu verleihen.

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Der Vorsitzende der englischen Anti-Rassismus-Initiative "Kick it Out", Sanjay Bhandari, hat jeden Profi-Fußballer in der Premier League dazu aufgefordert, ein klares Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Dazu sollen alle Spieler zum geplanten Neustart der Liga am 17. Juni auf die Knie gehen. "Nicht nur die schwarzen Spieler. Auch die weißen - alle", sagte er dem Guardian. Das wäre eine "starke Botschaft".

Die Profis des englischen Tabellenführers FC Liverpool hatten sich mit einem symbolischen Kniefall im Training am Montag den Protesten zum Tod des Afroamerikaners George Floyd angeschlossen. So wollten sie ihre Unterstützung für die "Black Lives Matter"-Bewegung und die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA zeigen. Auch in der Bundesliga hatte es von Profis verschiedene Aktionen und Gesten gegeben. Den Statuten der Liga zufolge sind solche Aktionen untersagt.

Mehr zu den Protesten zum Tod von George Floyd

Bhandari appellierte an den Deutschen Fußball-Bund (DFB), die Spieler für ihre Proteste am vergangenen Spieltag nicht zu bestrafen. Es müsse auch im Fußball die Freiheit zum Protest geben. "Hier geht es um Gerechtigkeit. Ich sehe die Aktionen nicht als politisch an. Das ist menschlich", sagte Bhandari. Unter anderem hatten Jadon Sancho und Achraf Hakimi von Borussia Dortmund sowie Weston McKennie vom FC Schalke 04 und Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach ein Zeichen gesetzt.

DFB will Proteste "mit Augenmaß behandeln"

Der DFB kündigte zwar eine Überprüfung der Aktionen an, deutete am Dienstag aber auch an, dass man von einer strengen Regelauslegung angesichts der Hintergründe wohl Abstand nehmen werde. "Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass der Kontrollausschuss das Thema mit Besonnenheit und Augenmaß behandeln wird“, sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Bisher gab es in solchen Fällen in Deutschland auch keine Sperren oder hohe Geldstrafen. "In der Vergangenheit war es üblicherweise so, dass die betroffenen Spieler vom Kontrollausschuss ermahnt wurden", sagte der 69 Jahre alte Lorenz. Die Fälle könnten theoretisch vor dem DFB-Sportgericht landen, zunächst einmal befasst sich aber der Kontrollausschuss unter dem Vorsitz von Anton Nachreiner damit.