01. Mai 2020 / 12:03 Uhr

Premier League Inside: Tottenham wollte und bekam Mourinho - Pochettino mit Rückkehr-Fantasien

Premier League Inside: Tottenham wollte und bekam Mourinho - Pochettino mit Rückkehr-Fantasien

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Um José Mourinho und Maurizio Pochettino (v.li.) gibt es in der Premier League derzeit viel Tumult.
Um José Mourinho und Maurizio Pochettino (v.li.) gibt es in der Premier League derzeit viel Tumult. © imago images/Montage
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Unter José Mourinho geht es für Tottenham nicht voran, stattdessen verfällt der Trainer in bekannte Muster. Sein Vorgänger Mauricio Pochettino fantasiert von einer Rückkehr, ist aber für ein deutlich weniger romantisches Engagement im Gespräch, schreibt SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister. 

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Mauricio Pochettino ist sich sicher, dass man sich wieder sieht, vielleicht in fünf Jahren, vielleicht in zehn, vielleicht später. Irgendwann jedenfalls will er zurück zu Tottenham Hotspur, wo er in fünfeinhalb Jahren als Trainer Heldenstatus erlangte, ehe die Beziehung im November unter unglücklichen Umständen zu Ende ging.

Die Liebe des Argentiniers zu dem Verein aus Nordlondon ist geblieben, das hat er gerade dem englischen Bezahl-Sender BT Sport verraten, und auch viele Fans sehnen sich vermutlich nach dem Mann zurück, der die Mannschaft in der vergangenen Saison sensationell ins Finale der Champions League geführt hatte. Den Anhang treibt vermutlich genau wie Pochettino das Gefühl um, dass seine Mission bei dem Klub noch nicht beendet war.

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Spurs agieren unter Mourinho mittelmäßíg

Mit seinem Nachfolger haben die Spurs wenig Freude: José Mourinho, als ultimativer Bösewicht des internationalen Fußballs das genaue Gegenteil seines sanftmütigen Vorgängers, kam mit dem Versprechen auf kurzfristigen Erfolg und möglicherweise sogar endlich auf Titel.

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Doch in der Premier League spielten die Spurs bis zur Pause wegen der Corona-Pandemie nur mittelmäßig und sind Tabellenachter, und in der Champions League scheiterten sie krachend gegen das international unerfahrene RB Leipzig. Eine fußballerische Identität ist unter Mourinho nicht zu erkennen.

Mourinho verstößt gegen Social Distancing

Der Trainer verbringt wie erwartet die meiste Zeit damit, seine Mannschaft öffentlich schlecht zu machen oder Ausreden für die trüben Leistungen zu suchen. Tottenham wollte Mourinho, Tottenham hat Mourinho bekommen. Es ist keine Überraschung, dass er sich auch verhält wie Mourinho. Zuletzt verärgerte der Trainer seine Vorgesetzten, als er in einem Londoner Park eine Trainings-Session mit einigen Spielern abhielt und damit gegen das Gebot des Social Distancing verstieß.

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Trotzdem wird der Klub natürlich an Mourinho festhalten. Der Glanz des einstigen “Special One” soll auf den Verein abstrahlen, auch wenn von diesem Glanz nicht mehr viel übrig ist. Sein Vorgänger Pochettino bleibt bis auf Weiteres der begehrteste arbeitslose Trainer im Weltfußball.

Er ist im Gespräch bei Newcastle United, das vor der Übernahme durch den Staatsfonds Saudi-Arabiens steht. Die neuen Eigentümer sollen bereit sein, ihm 19 Millionen Pfund im Jahr zu zahlen. Dieses Engagement wäre für den Argentinier eine denkbar unromantische Rückkehr auf die Trainerbank nach fünfeinhalb Jahren inniger Liebe mit Tottenham.