20. März 2020 / 09:48 Uhr

Premier League Inside: Der FC Liverpool und das bittere Corona-Dilemma

Premier League Inside: Der FC Liverpool und das bittere Corona-Dilemma

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jürgen Klopp ist mit dem FC Liverpool haushoher Tabellenführer in der Premier League. Die Meisterschaft hat der Deutsche dennoch nicht sicher.
Jürgen Klopp ist mit dem FC Liverpool haushoher Tabellenführer in der Premier League. Die Meisterschaft hat der Deutsche dennoch nicht sicher. © Getty
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Kein Zweifel, der FC Liverpool wäre der verdiente Meister der Premier League. Für Jürgen Klopps Klub ist es eine gute Nachricht, dass die Saison auf jeden Fall zu Ende gespielt werden soll. Doch in der Corona-Krise kann sich die Lage schnell ändern, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

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Es ist bemerkenswert, zu welchen Themen es alles Umfragen gibt, auch in diesen Tagen noch, in denen die Corona-Krise die Welt zum Stillstand bringt. Die Meinungsforscher von YouGov haben Englands Fußball-Fans befragt, ob dem FC Liverpool die Meisterschaft in der Premier League zugesprochen werden sollte, falls die laufende Saison nicht ordnungsgemäß zu Ende gespielt werden könnte. 68 Prozent sprachen sich dafür aus.

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Und es stimmt ja auch: Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp wäre der einzig verdiente Champion in England am Ende dieser Spielzeit, daran können nicht einmal Fans des Erzrivalen Manchester United oder des blamierten Titelverteidigers Manchester City zweifeln. Zumindest nicht ernsthaft. Zu gut, zu überlegen sind die Reds. Nachdem sie in der vergangenen Spielzeit nur eine Niederlage kassiert und den Titel um einen Punkt verfehlt hatten, spielen sie in dieser Kampagne mit der gleichen Konstanz weiter, sind im Grunde seit Weihnachten nicht mehr einzuholen und thronen aktuell mit einem monströsen Vorsprung von 25 Punkte an der Tabellenspitze.

Liverpool hätte am Wochenende Meister werden können

Wäre nicht die Corona-Krise dazwischen gekommen, hätte Liverpool die Meisterschaft wohl schon an diesem Wochenende rechnerisch sicher gestellt, so früh in der Saison wie noch keine Mannschaft in England.

Premier League will Saison auf jeden Fall zu Ende spielen

Die Menschen in Merseyside haben deshalb mit besonders großer Erleichterung auf den Beschluss der Premier League von Donnerstag reagiert, die Saison auf jeden Fall zu Ende zu spielen. Egal, wie lange das dauert. Und sie nicht etwa abzubrechen und für ungültig zu erklären. Das hatte unter anderem Karren Brady vorgeschlagen, die Vizepräsidentin des (abstiegsbedrohten) Londoner Klubs West Ham United. Der FC Liverpool wartet seit 30 Jahren auf die Meisterschaft, da wird er es verkraften können, dass das Warten noch ein paar Wochen (oder Monate) länger dauert. Die Reds-Gemeinde ist überzeugt davon, dass die Krönung nur aufgeschoben ist, sie aber in jedem Fall stattfindet. Und das mit gutem Recht.


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Trotzdem bleibt natürlich Ungewissheit – einfach deshalb, weil alles ungewiss ist im Moment. Die Lage ändert sich rasant. Noch vergangene Woche Mittwoch spielte Liverpool beim Achtelfinal-Aus in der Champions League gegen Atlético Madrid vor voll besetzten Rängen. Ein Szenario, das aus heutiger Sicht absurd ist. Die Premier League ging noch bis vor acht Tagen davon aus, dass der Spielbetrieb trotz Corona-Krise ohne Unterbrechung weitergehen könne. Auch das, mit dem Wissen von heute: absurd.

Wie haltbar der Plan ist, die Saison zu Ende zu spielen, wird sich erst dann zeigen, wenn das letzte Spiel beendet ist. Und wenn Liverpools Kapitän Jordan Henderson auch wirklich den Meisterpokal in die Höhe stemmt.