31. Juli 2020 / 11:00 Uhr

Premier League Inside: In diesen Bereichen hat Frank Lampard bei Chelsea noch viel Arbeit vor sich

Premier League Inside: In diesen Bereichen hat Frank Lampard bei Chelsea noch viel Arbeit vor sich

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Frank Lampard hat den FC Chelsea bereits in die Champions League geführt. Nun kann er mit den Blues auch den FA Cup gewinnen.
Frank Lampard hat den FC Chelsea bereits in die Champions League geführt. Nun kann er mit den Blues auch den FA Cup gewinnen. © imago images/Colorsport
Anzeige

Chelsea-Trainer Frank Lampard bekommt viel Lob für seine erste Saison in der Premier League. Doch er hat noch viel zu tun, schreibt SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

Anzeige
Anzeige

Frank Lampard hat sein Ziel schon vor dem Finale erreicht. Der junge Trainer, 42 Jahre alt, hat den FC Chelsea in seiner ersten Premier-League-Saison als Tabellenvierter in die Champions League geführt, und das unter erschwerten Bedingungen, denn erstens hatte sich Chelseas bester Mann Eden Hazard im vergangenen Sommer zu Real Madrid verabschiedet, und zweitens durfte der Klub wegen einer Transfersperre keine Verstärkung auf dem Spielermarkt beschaffen. Da ist der vierte Platz ein beachtliches Ergebnis. Das Finale des FA-Cups an diesem Samstag gegen den Londoner Rivalen FC Arsenal ist nur die Zugabe.

Mehr vom SPORTBUZZER

Lampard ist eine Chelsea-Ikone und wurde als Spieler mit dem Verein dreimal Meister und gewann die Champions League. Dass er jetzt als Trainer zurück ist an der Stamford Bridge und dabei auch noch Erfolg hat, ist eine romantische Geschichte. Insbesondere, weil er noch ein Neuling in seinem Fach ist. Seine Vorbereitung auf den Job bei den Blues umfasste nur eine Saison beim Zweitligisten Derby County, wo er den angestrebten Aufstieg verpasste.

Kein Zweifel, Lampard wurde mit der Zukunft des FC Chelsea nur deshalb betraut, weil er eine Vergangenheit bei dem Verein hat. Und weil er darüber hinaus der einzige englische Trainer bei den großen Premier-League-Klubs ist zwischen all den Deutschen (Jürgen Klopp), Spaniern (Pep Guardiola, Mikel Arteta), Norwegern (Ole Gunnar Solskjaer) und Portugiesen (José Mourinho), werden seine Taten von den konservativen Teilen der britischen Sportpresse noch ein bisschen schillernder dargestellt als sie sind.

Von Huth bis Werner: Deutsche beim FC Chelsea

Die Deutschen beim FC Chelsea: Eine Geschichte mit gemischten Ergebnissen, wie der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt. Zur Galerie
Die Deutschen beim FC Chelsea: Eine Geschichte mit gemischten Ergebnissen, wie der SPORTBUZZER zeigt. ©

Lampard hat noch Arbeit vor sich

Bei allem Lob steht nämlich auch fest, dass der Trainer noch viel zu tun hat, vor allem in der Defensive. Die Blues haben von allen Teams in der oberen Tabellenhälfte die meisten Tore kassiert, nämlich 54 – mehr als jede andere Chelsea-Mannschaft unter Besitzer Roman Abramowitsch. Besonders bei Kontern und Standards ist die Abwehrschwäche verheerend. In der Champions League droht gegen den FC Bayern das krachende Achtelfinal-Aus (Hinspiel: 0:3). Kepa Arrizabalaga, der teuerste Torwart der Welt, hat sich als Flop herausgestellt. Schwer vorstellbar, dass er noch eine Zukunft an der Stamford Bridge hat, nachdem ihn Lampard beim entscheidenden Saisonspiel gegen die Wolverhampton Wanderers erneut ausgebootet hatte.

In der neuen Saison ändert sich die Aufgabe des Trainers. Er verantwortet dann keine mit Nachwuchsspielern angereicherte Außenseitertruppe mehr, sondern ein teuer verstärktes Team mit dem Ziel, dem FC Liverpool und Manchester City Konkurrenz zu machen. Timo Werner und Hakim Ziyech stehen für zusammen fast 100 Millionen Euro schon als Zugänge fest, Kai Havertz könnte folgen. Was in seiner Premierensaison gut genug war für Lampard, nämlich der vierte Platz, ist künftig zu wenig.