31. Januar 2020 / 12:37 Uhr

Premier League Inside: Warum der persönliche Pokal-Boykott von Liverpool-Trainer Jürgen Klopp respektlos ist

Premier League Inside: Warum der persönliche Pokal-Boykott von Liverpool-Trainer Jürgen Klopp respektlos ist

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Liverpool-Coach Jürgen Klopp geht zunehmend aktiver gegen den aus seiner Sicht überladenen Spielplan vor.
Liverpool-Coach Jürgen Klopp geht zunehmend aktiver gegen den aus seiner Sicht überladenen Spielplan vor. © picture alliance/Andreas Geber/imago images/Steven Paston/Montage
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Jürgen Klopp will seinen Profis eine Pause gönnen und deshalb im FA-Cup eine Nachwuchsmannschaft aufstellen – aus nachvollziehbaren Gründen. Dass der Trainer selbst dem Wiederholungsspiel gegen Shrewsbury Town fernbleiben will, findet SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister allerdings falsch.

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Gerade kam die Nachricht, dass das Wiederholungsspiel im FA-Cup zwischen dem FC Liverpool und Shrewsbury Town am kommenden Dienstag nicht im englischen Fernsehen übertragen wird. Das ist schade. Man hätte sich gerne vorgestellt, wie Jürgen Klopp die Partie in einem Pub in seinem hübschen Wohnort Formby schaut, vielleicht mit ein paar Freunden und einem guten Pint, auf jeden Fall aber tief entspannt. Klopp hat ja Urlaub. So hat er das entschieden.

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Gleich nach dem 2:2 im Hinspiel gegen den Drittligisten, das ein zweites Treffen notwenig gemacht hat, kündigte der Trainer an, seine Profis zu schonen und stattdessen Liverpools U23 zu schicken. An der Seitenlinie wird an Klopps Stelle Nachwuchs-Trainer Neil Critchley stehen.

Es ist schon das zweite Mal nach der Partie im Ligapokal bei Aston Villa (0:5) im Dezember, dass der enteilte Premier-League-Tabellenführer die Reserve antreten lässt. Damals ging es nicht anders, weil Liverpools erste Mannschaft einen Tag später bei der Klub-WM in Katar vorstellig werden musste. Diesmal begibt sich Klopp mit seinem Boykott gezielt auf Konfrontationskurs zu den Verbänden.

Klopp will seinen Spielern freie Tage lassen

Schon lange beklagt er die steigende Belastung für Fußball-Profis durch immer mehr Spiele. Dass seine Mannschaft jetzt auch noch in der erstmals abgehaltenen Mini-Winterpause zum Wiederholungsspiel antreten soll, will Klopp nicht akzeptieren. Er hat seinen Fußballern ein paar freie Tage gewährt, und die sollen sie auch bekommen. Zumal die Premier League die Klubs zu Saisonbeginn schriftlich darum gebeten hatte, die neue Unterbrechung im Spielplan zu respektieren und keine Partien zu Test- oder Werbezwecken anzusetzen. Allerdings wurden die Vereine auch darüber in Kenntnis gesetzt, dass Wiederholungsspiele im FA-Cup eben doch in diese Zeit fallen könnten.

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Klopps Streik ist ein politisches Manöver, mit dem er zeigen will, dass das Glas – beziehungsweise: der Terminkalender – voll ist. Und natürlich ist es sein gutes Recht, im Pokal gegen einen unterklassigen Gegner seine viel beschäftigten Stars zu schonen. Schließlich ist die Saison noch lang für Liverpool. Neben der zu 99,99 Prozent sicheren Meisterschaft will der Klub die Titelverteidigung in der Champions League schaffen.

Dass auch Klopp selbst dem Spiel fernbleiben will, fühlt sich allerdings falsch an. Es ist respektlos gegenüber Shrewsbury Town – und gegenüber Liverpools Nachwuchsspielern. Für sie wäre es ein Zeichen der Wertschätzung, wenn der deutsche Welttrainer an der Seitenlinie stehen würde.