13. Dezember 2019 / 10:36 Uhr

Premier League Inside: Warum Siege gegen Mourinho und Guardiola wenig über Solskjaer sagen

Premier League Inside: Warum Siege gegen Mourinho und Guardiola wenig über Solskjaer sagen

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ole Gunnar Solskjaer ist Trainer bei Manchester United - bleibt er auch Coach der Red Devils?
Ole Gunnar Solskjaer ist Trainer bei Manchester United - bleibt er auch Coach der Red Devils? © picture alliance / Andreas Geber / Montage
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Mit Erfolgen gegen José Mourinho und Pep Guardiola hat Ole Gunnar Solskjaer Werbung in eigener Sache gemacht. Ob der Bayern-Schreck tatsächlich der richtige Trainer für Manchester United ist, muss er allerdings in anderen Spielen beweisen, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

Es ist guter Brauch geworden, dass Gegenwart und Vergangenheit bei Manchester United nach großen Siegen noch bei einem Glas Rotwein zusammen sitzen. Am vergangenen Wochenende dürfte es bei diesem Treffen zwischen dem aktuellen Trainer Ole Gunnar Solskjaer und seinem seit 2013 im Ruhestand befindlichen Ziehvater Sir Alex Ferguson besonders fröhlich zugegangen sein. Manchester United hatte das Stadtduell bei Meister Manchester City überraschend 2:1 für sich entschieden und hätte noch höher gewinnen können.

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Für Solskjaer war es der zweite wichtige Sieg nacheinander nach dem 2:1 gegen Tottenham Hotspur wenige Tage zuvor. Mit Erfolgen gegen zwei der prominentesten Vertreter der Trainer-Branche, nämlich José Mourinho und Pep Guardiola, hat sich der unerfahrene Norweger Respekt verschafft – und dafür geworben, dass er bei Manchester United nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft gestalten darf.

Der Bayern-Schreck, der bei United-Fans Heldenstatus genießt seit seinem Siegtreffer gegen die Münchner im Champions-League-Finale 1999, kam vor fast genau einem Jahr ins Amt, erst nur als Zwischenlösung, dann stattete ihn der Verein dank guter Ergebnisse inklusive riesiger Euphorie-Welle mit einem langfristigen Vertrag aus. Das war voreilig, wie sich längst herausgestellt hat.

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Solskjaer unter strenger Beobachtung

Solskjaer hat noch nicht nachgewiesen, dass er der richtige Mann ist, um den seit Fergusons Abschied wie ein manövrierunfähiger Riesentanker umher irrenden Rekordmeister wieder in die Spitze des englischen und internationalen Fußballs zu bringen. Die Klubführung will ihm Zeit für einen “kulturellen Neustart” geben, doch weil der einstige Wunschkandidat Mauricio Pochettino seit dessen Aus bei Tottenham auf dem Markt ist, steht Solskjaer unter besonders kritischer Beobachtung durch die Öffentlichkeit.

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Die beiden Siege gegen Mourinho und Guardiola geben ihm Auftrieb, doch sie sind nicht der richtige Maßstab für seine Fähigkeiten. Gegen die Topklubs der Premier League sieht Manchester United oft gut aus, weil die Mannschaft abwarten und sich auf ihre Konterstärke mit schnellen Spielern wie Marcus Rashford oder Daniel James verlassen kann.

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Ob Solskjaer wirklich der richtige Mann für die Zukunft ist, muss er gegen kleinere Gegner nachweisen, gegen die seine Mannschaft gezwungen ist, das Spiel zu machen. Die kommenden zweieinhalb Wochen haben deshalb mehr Aussagekraft als die Siege gegen Tottenham und Manchester City. Bis Jahresende geht es für Manchester United noch gegen Everton, Colchester (im Ligapokal), Watford, Newcastle und Burnley.