27. März 2020 / 10:37 Uhr

Premier League Inside: Roy Hodgson glänzt bei Crystal Palace – eine romantische Geschichte

Premier League Inside: Roy Hodgson glänzt bei Crystal Palace – eine romantische Geschichte

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Roy Hodgson ist der älteste Trainer der Premier League - und hat noch immer Erfolg.
Roy Hodgson ist der älteste Trainer der Premier League - und hat noch immer Erfolg. © imago images/Sportimage
Anzeige

Roy Hodgson ist seit mehr als vier Jahrzehnten als Trainer auf Wanderschaft. Dass der älteste Premier-League-Coach überhaupt bei seinem Heimatverein Crystal Palace überraschenden Erfolg hat, ist eine romantische Geschichte, findet SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

Anzeige
Anzeige

Englische Fußballfans sind besessen von kuriosen Fakten und abenteuerlichen Statistiken. Ein Beispiel gefällig? Bitteschön: Roy Hodgson, der Trainer von Crystal Palace, ist älter als das Bernabéu-Stadion. Und zwar genau 127 Tage. So viel Zeit liegt zwischen Hodgsons Geburt am 9. August 1947 und der Eröffnung der ikonischen Spielstätte von Real Madrid am 14. Dezember des gleichen Jahres.

Mehr vom SPORTBUZZER

Dieser Schnipsel skurrilen Wissens hat in England gerade wieder die Runde gemacht in den Sozialen Medien, und zwar aus zwei Gründen. Erstens suchen die Menschen Zerstreuung in der Corona-Krise. Und zweitens hat der 72-Jährige Hodgson gerade noch einmal seinen Vertrag verlängert, um ein Jahr, bis 2021. Der älteste Trainer in der Geschichte der Premier League hat noch keine Lust auf den Ruhestand. Warum auch, es läuft ja prächtig. Crystal Palace steht als Tabellenelfter besser dar als erwartet und hat den Klassenerhalt praktisch schon sicher, bevor die Liga weitergeht, wann auch immer das sein wird.

Roy Hodgson bei Crystal Palace: Eine Geschichte mit romantischen Zügen

Die Geschichte hat romantische Züge, denn Hodgson ist ein Weltreisender, der heimgekehrt ist. Er kommt aus der Gegend und begann bei dem Londoner Klub seine mäßig erfolgreiche Spielerkarriere, ehe er auf Wanderschaft ging. 16 Vereine und vier Nationalmannschaften hat er in seiner mehr als vier Jahrzehnte dauernden Trainer-Laufbahn betreut, mit wechselhaftem Erfolg. Er gewann mehrere Meisterschaften in Schweden, führte die Schweiz erstmals seit fast 30 Jahren wieder zur WM und schaffte mit dem kleinen FC Fulham 2010 sensationell den Einzug ins Europa-League-Finale.

Bei Inter Mailand dagegen wurde er vom Hof gejagt nach der Niederlage im UEFA-Cup-Finale 1997 gegen Schalke 04, der Aufgabe beim FC Liverpool war er nicht gewachsen, und als englischer Nationaltrainer hatte er die die größte aller Blamagen des Landes bei großen Turnieren zu verantworten, nämlich das Achtelfinal-Aus gegen Island bei der EM 2016.

Diese Deutschen spielen in der Premier League

Leroy Sané, Moritz Leitner und Mesut Özil gehören zum deutschen Premier-League-Kontingent. Doch welche ihrer Landsleute sind noch in Englands Oberhaus am Ball? Zur Galerie
Leroy Sané, Moritz Leitner und Mesut Özil gehören zum deutschen Premier-League-Kontingent. Doch welche ihrer Landsleute sind noch in Englands Oberhaus am Ball? ©

Auf die alten Jahre wird Hodgson beständig

Hodgson wird nicht als Trainer-Genie in die Geschichte eingehen. Seine Lebensleistung ist es, dass er so lange in der Branche überlebt hat. Und das, obwohl er oft nur Kurzarbeiter war. Im Schnitt hielt es ihm bei seinen Stationen weniger als zwei Jahre. Auch bei Crystal Palace, dem Klub des deutschen Profis Max Meyer, war er bei seiner Ankunft 2017 eigentlich nur als Feuerwehrmann vorgesehen. Sollte er seinen neuen Vertrag erfüllen, hätte er dem Verein fast vier Jahre gedient. Auf seine alten Jahre wird Hodgson beständig.