20. Februar 2021 / 13:00 Uhr

Premier League Inside: Warum der Tabellenletzte Sheffield zu Recht an seinem Trainer festhält

Premier League Inside: Warum der Tabellenletzte Sheffield zu Recht an seinem Trainer festhält

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für Chris Wilder und sein Sheffield United läuft es in dieser Saison nur selten rund.
Für Chris Wilder und sein Sheffield United läuft es in dieser Saison nur selten rund. © Getty
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In der Vorsaison war Sheffield United die Sensation der Premier League, in dieser Spielzeit werden die Blades absteigen. Trainer Chris Wilder steht dennoch nicht zur Diskussion. Das ist richtig so, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

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Erfolg ist immer relativ. Für Sheffield United muss es schon als Erfolg gelten, neuerdings auf einer Stufe mit der schlechtesten Mannschaft in der Geschichte der Premier League zu stehen. Die Blades, wie der Klub aus South Yorkshire genannt wird, erleben eine Horror-Saison. Sie sind Tabellenletzter und werden ziemlich sicher absteigen. Lange sah es sogar danach aus, als würden sie den Negativ-Rekord von Derby County unterbieten, das 2007/2008 nur mickrige elf Punkte holte. Doch dieser historische Makel bleibt Sheffield United wohl erspart. Nach einem Mini-Aufschwung in den vergangenen Wochen steht das Team mittlerweile ebenfalls bei elf Zählern.

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Dass es schon als Erfolg gelten muss, nicht als ärmlichste Mannschaft der Liga-Geschichte in Erinnerung zu bleiben, belegt den dramatischen Absturz des Klubs. Noch in der vergangenen Saison war Sheffield United die Sensation in Englands höchster Spielklasse und hatte realistische Aussichten auf die Teilnahme an der Europa League. Dann kam die Corona-Pause – und damit der Einbruch der Blades. Seit dem Neustart des Spielbetriebs läuft es nicht mehr.

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Das hat verschiedene Gründe. Im Tor wurde der überdurchschnittliche Dean Henderson nach seiner Rückkehr zu seinem Stamm-Verein Manchester United zu dieser Saison mit dem mittelmäßigen Aaron Ramsdale von Absteiger Bournemouth ersetzt. Die Verletzung von Innenverteidiger Jack O’Connell ist für Sheffield United ähnlich fatal wie die Abwesenheit Virgil Van Dijks für den FC Liverpool. Die ohnehin nicht besonders fulminante Offensive trifft noch seltener. Der Überraschungseffekt von Sheffields größtem taktischen Kniff, nämlich den nach vorne stoßenden Innenverteidigern, ist verflogen. An die Stelle von Euphorie ist Verzweiflung getreten.

Dinge, die für die Blades liefen, laufen nun gegen sie

Viele kleine Dinge, die vor einem Jahr noch für die Blades liefen, laufen mittlerweile gegen sie. Der Abstieg ist für den Klub mit dem drittgünstigsten Kader der Liga die Rückkehr zur Normalität – keine Katastrophe. Genau deshalb steht auch Trainer Chris Wilder nicht zur Diskussion. Er kommt aus Sheffield, ist seit seiner Kindheit Fan des Klubs und hat die Blades aus der dritten Liga bis an den Rand der Europapokal-Qualifikation geführt. Einen passenderen Coach für diesen Verein gibt es nicht.


Wilder hat sich die Chance verdient, künftig die Mission Wiederaufstieg anzuführen. Mindestens ein Ziel hat er vorher aber noch. Er will den Negativ-Rekord von elf Punkten in einer Saison hinter sich lassen. Schon beim nächsten Spiel ist die Chance auf ein kleines Erfolgserlebnis gut – am Samstag geht es gegen den Drittletzten Fulham (21 Uhr/Sky).