13. Februar 2021 / 15:25 Uhr

Premier League Inside: Tottenham und Gareth Bale – Trauerspiel um den verlorenen Sohn

Premier League Inside: Tottenham und Gareth Bale – Trauerspiel um den verlorenen Sohn

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gareth Bale gibt seit seiner Rückkehr zu Tottenham Hotspur keine gute Figur ab.
Gareth Bale gibt seit seiner Rückkehr zu Tottenham Hotspur keine gute Figur ab. © IMAGO/Montage
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Die Rückkehr von Gareth Bale zu Tottenham Hotspur war eine romantische Geschichte – und eine Kampfansage. Doch das Leihgeschäft ist ein Debakel. Mittlerweile irritiert der Superstar sogar Trainer José Mourinho, schreibt SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister. 

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In dieser Woche hat Gareth Bale überrascht. Es war allerdings keine freudige Überraschung, die der Waliser in Diensten von Tottenham Hotspur seinem Trainer José Mourinho bescherte, sondern eine Überraschung, die Irritation beim portugiesischen Coach hinterließ. Bale hatte im Achtelfinale des FA Cups beim FC Everton (4:5 nach Verlängerung aus Spurs-Sicht) auf eigenen Wunsch gefehlt, weil er sich angeblich nicht fit fühlte für einen Einsatz – so schilderte es Mourinho und glaubte diese Version offensichtlich selbst nicht. Von einer Verletzung könne jedenfalls keine Rede sein, beteuerte der Trainer.

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Die rätselhafte Abwesenheit des Angreifers war die nächste Episode in der unglücklichen Geschichte, die seine Rückkehr zu Tottenham bislang ist. Die Nordlondoner hatten Bale im September per Leihgeschäft aus seinem misslichen Dasein bei Real Madrid befreit und damit einen Coup gefeiert. Der verlorene Sohn war zurück bei dem Klub, bei dem er zwischen 2007 und 2013 zum Superstar aufgestiegen war. Es war ein kitschiger Transfer und ein PR-Coup zugleich. Mit der Verpflichtung des viermaligen Champions-League-Siegers wollte Tottenham-Vorstand Daniel Levy zeigen, dass seine oft verspotteten Spurs mittlerweile ein Klub von Weltrang sind.

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Nach aktuellem Stand allerdings ist Bales Heimkehr ein Debakel. Er spielt kaum, kam in der Premier League erst auf sechs Einsätze, nur zwei davon von Beginn an, und steht bei einem einzigen Tor. Trainer Mourinho ignorierte ihn zuletzt demonstrativ, dabei klaffte im Angriff ein Loch wegen der Knöchelverletzung von Torjäger und Talisman Harry Kane. Selbst als Tottenham in der vergangenen Woche beim 0:1 gegen Thomas Tuchels FC Chelsea Inspiration von der Bank dringend benötigt hätte, blieb der Marschbefehl für Bale aus. Die nächste Chance auf einen Einsatz könnte er am Samstag gegen Tabellenführer Manchester City (18.30 Uhr/Sky) bekommen.



Doch Mourinho bevorzugt in der Offensive Spieler wie Lucas Moura, Erik Lamela und Steven Bergwijn. An Heung-min Son und Kane (wenn fit) gibt es ohnehin kein Vorbeikommen. Ein Trio aus diesen beiden und Bale – diese Vorstellung versetzt die Spurs-Gemeinde bei der Ankunft des Walisers im September in Euphorie. Knapp fünf Monate später ist Bales Rückkehr zu seiner alten Liebe ein Trauerspiel für alle Seiten. Für ihn, für den Verein und für Trainer Mourinho.

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