09. September 2022 / 17:37 Uhr

Premier League Inside: Warum die Trainer-Position von Klopp im Gegensatz zu der von Tuchel sicher ist

Premier League Inside: Warum die Trainer-Position von Klopp im Gegensatz zu der von Tuchel sicher ist

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jürgen Klopp startete mit dem FC Liverpool durchwachsen in die neue Saison.
Jürgen Klopp startete mit dem FC Liverpool durchwachsen in die neue Saison. © IMAGO/picture alliance/Andreas Geber/Shutterstock/sportphoto24 (Montage)
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Nach nur sechs Saisonspielen haben die neuen Besitzer des FC Chelsea Thomas Tuchel gefeuert. Auch Jürgen Klopps FC Liverpool ist in der Krise. Die Situation bei den beiden Klubs ist aber nicht vergleichbar, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

Die Frage an Jürgen Klopp ließ sich wohl nicht vermeiden. Sie bot sich an nach der 1:4-Demontage des FC Liverpool zum Champions-League-Start beim SSC Neapel. Ob er ein ähnliches Schicksal fürchte wie sein Landsmann Thomas Tuchel, der gerade beim FC Chelsea entlassen worden war, ebenfalls nach einer Blamage zum Königsklassen-Start, dem 0:1 bei Dinamo Zagreb. “Nicht wirklich, aber wer weiß?”, antwortete Klopp: “Der Unterschied ist, dass unsere Besitzer anders sind. Sie sind ruhiger und erwarten von mir, dass ich die Probleme löse, nicht jemand anders.”

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Damit hatte Klopp Recht. Was die Eigentümer des FC Chelsea und des FC Liverpool verbindet: beide stammen aus den USA. Es überwiegen aber die Unterschiede beim Vergleich beider Klubs und der Lage ihrer Trainer. Beziehungsweise, in Chelseas Fall: des Ex-Trainers.

Während die Besitzer der Londoner um Geschäftsmann Todd Boehly gerade erst auf die Bildfläche getreten sind nach dem erzwungenen Abschied von Roman Abramowitsch, ist die Fenway Sports Group schon seit 2010 in Liverpool in der Verantwortung. Chelseas Besitzer implementieren gerade ihre Ideen und kamen zu der Auffassung, dass Tuchel nicht der richtige Mann für den Neustart ist. Sein Aus war keine Reaktion auf den mäßigen Saisonstart in der Premier League und die Blamage in Zagreb, sondern eine Grundsatzentscheidung.

Liverpools Eigner arbeiten schon lange eng mit Klopp zusammen. Sie wissen, was sie an ihm haben. Er hat den Klub wieder zu einer ernstzunehmenden Größe im internationalen Fußball gemacht, ihm den Gewinn der Champions League 2019 und der Meisterschaft 2020 geschenkt. Es gibt keine grundsätzlichen Zweifel an Klopp. Er muss deshalb nicht um seinen Posten fürchten.

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Klopp gehen Erklärungen aus

Was aber stimmt: Klopp könnte in Liverpool an einer Weggabelung stehen. Der maue Start in der Premier League mit nur zwei Siegen aus sechs Spielen ließ sich noch mit den vielen Verletzten und dem Kater nach der knapp verpassten Meisterschaft und dem verlorenen Champions-League-Finale in der vergangenen Saison erklären. Die Partie in Neapel war allerdings ein Tiefpunkt in Klopps Regentschaft an der Anfield Road. Die Mannschaft wurde überrannt und hätte deutlich höher verlieren können als 1:4. “Wir müssen uns neu erfinden”, sagte der Trainer hinterher.

Wie das aussehen soll, ist unklar. Klopp will an seinem Spielstil mit hoher Abwehr festhalten, obwohl die Verteidigung in Neapel bloßgestellt wurde, und das nicht zum ersten Mal. Der normalerweise übernatürliche Virgil van Dijk in der Innenverteidigung und Torjäger Mohamed Salah sind außer Form. Die Mannschaft altert. Größere Umbauten am Kader wie sie Meister Manchester City oder Chelsea im Sommer vorgenommen haben, unterließ Liverpool.

Gut möglich, dass die Mannschaft nach der Rückkehr der Verletzten aus der Krise findet. Doch es ist auch nicht auszuschließen, dass die Frage nach Klopps Zukunft in dieser Saison noch öfter gestellt wird.

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