01. März 2021 / 17:42 Uhr

Premier League Inside: Warum Southampton auf Hasenhüttls Geduld hofft  

Premier League Inside: Warum Southampton auf Hasenhüttls Geduld hofft  

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ralph Hasenhüttl erlebt mit dem FC Southampton zurzeit eine schwierige Zeit.
Ralph Hasenhüttl erlebt mit dem FC Southampton zurzeit eine schwierige Zeit. © IMAGO/PA Images
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Trotz des nächsten 0:9 und einer Rekord-Negativserie steht Ralph Hasenhüttl beim FC Southampton nicht zur Debatte. Im Gegenteil: Der Klub ist in der Pflicht, dem Trainer eine Perspektive zu bieten, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister. 

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Es gibt Trainer, die viele Worte verwenden und trotzdem nichts sagen, wenn sie gefragt werden, warum ein Spiel gelaufen ist wie es gelaufen ist. Und es gibt Ralph Hasenhüttl, der über die Leistung seines FC Southampton beim 0:3 zuletzt bei Aufsteiger Leeds United sagte: “Erste Halbzeit gut, zweite Halbzeit Desaster.” Der einstige Übungsleiter von RB Leipzig wirkt frustriert im Moment, und er hat gute Gründe dafür. Noch im November waren seine Saints kurzzeitig Tabellenführer der Premier League. Das animierte die Social-Media-Abteilung des Klubs von der englischen Südküste, sich bei Donald Trump zu bedienen: “Stop the Count!”, twitterte der Verein. Das wäre tatsächlich gut gewesen für Southampton.

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Seit einem 1:0-Erfolg zu Jahresbeginn gegen Meister FC Liverpool geht im Grunde nichts mehr. Die Mannschaft erlitt eine Rekord-Negativserie mit sechs Premier-League-Niederlagen nacheinander und musste im Zuge dessen das zweite 0:9 innerhalb von 15 Monaten hinnehmen. In der Vorsaison war Southampton gegen Leicester City mit diesem Ergebnis untergegangen, diesmal gegen Manchester United. Höher hat in der Premier League noch keine Mannschaft verloren.

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Das 1:1 gegen Chelsea vor einer Woche konnte die Krise nicht bremsen, wie die jüngste Niederlage in Leeds zeigte. Statt vom Europapokal zu träumen, muss Southampton aufpassen, nicht noch in den Abstiegskampf zu rutschen. Bei den meisten Vereinen würde der Trainer bei einer solchen Misere in Frage stehen, doch Hasenhüttl muss sich keine Sorgen um seinen Job machen. Im Gegenteil: Sein Arbeitgeber ist in der Pflicht, ihm eine Perspektive zu bieten.



Hasenhüttl hat Southampton eine spielerische Identität gegeben

Der Österreicher leistet insgesamt prächtige Arbeit und hat den Saints eine klare spielerische Identität gegeben. In der jüngeren Vergangenheit wurde Hasenhüttl mit illustren Klubs wie Arsenal, Chelsea oder Tottenham in Verbindung gebracht. Der Daily Telegraph bezeichnete den Trainer gerade als “das größte Asset” der Saints. Die aktuelle Krise ist weitgehend erklärbar durch Verletzungspech und einen dünnen Kader. Damit Hasenhüttl die Mannschaft weiterentwickeln kann, muss ihn der Verein unterstützen, und zwar mit Transfers – das ist die typisch englische Sicht auf die Situation an der Südküste.

Southampton gehört zu den sparsamsten Klubs der Premier League und gab vor dieser Saison – netto – deutlich weniger Geld aus als Konkurrenten wie Sheffield United, Newcastle United, Aston Villa oder der FC Fulham. Der Eigentümer der Saints, ein chinesischer Geschäftsmann, will den Verein verkaufen und investiert deshalb erst recht nicht im Moment. Der Klub operiert mehr oder weniger auf Standby. Wie es aussieht, geht es beim FC Southampton erst voran, wenn der Verkauf durch ist. Die Fans der Saints hoffen, dass Trainer Hasenhüttl so lange Geduld hat – und möglichen Avancen größerer Vereine widersteht.