06. März 2020 / 09:40 Uhr

Premier League Inside: Wie die Wolverhampton Wanderers ein (kleines) Wunder vollbringen

Premier League Inside: Wie die Wolverhampton Wanderers ein (kleines) Wunder vollbringen

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Wolverhampton Wanderers spielen trotz wenig Personal und viel Belastung oben mit. Denn sie haben einen Trumpf in der Hand, wie <b>SPORT</b>BUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister erklärt.
Die Wolverhampton Wanderers spielen trotz wenig Personal und viel Belastung oben mit. Denn sie haben einen Trumpf in der Hand, wie SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister erklärt. © imago images/Montage
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Bei den Wolverhampton Wanderers geht Erstaunliches vor. Trotz eines kleinen Kaders und großer Belastung spielt das Team um den Champions-League-Einzug. Das liegt auch an einem besonderen Wettbewerbsvorteil, schreibt SPORTBUZZER-Kolumnist Hendrik Buchheister.

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Nuno Espírito Santo fällt auf unter den Trainern der Premier League, alleine schon wegen seines grauen Vollbarts, aber auch wegen seiner Methoden. Er regelt die Dinge gerne anders als seine Kollegen. Ein Beispiel sind die Strafen. Im Interview mit der Sunday Times berichtete er gerade, dass er nichts davon hält, die Spieler seiner Wolverhampton Wanderers zur Kasse zu bitten, wenn sie ein paar Minuten zu spät zum Training kommen.

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Der 46 Jahre alte Portugiese ist der Auffassung, dass Geld für Profi-Fußballer keine Rolle spielt. Wirksamer ist es seiner Meinung nach, wenn der Rest des Teams auf den Nachzügler warten muss, bei Wind und Wetter. Erst wenn er da ist, geht es los. So hat noch jeder Spieler seine Lektion gelernt, findet Espírito Santo.

Wolverhampton setzt die wenigsten Spieler ein

Ein weiteres Beispiel für seine Andersartigkeit: Im Gegensatz zu vielen Kollegen bevorzugt er einen möglichst kleinen Kader. Von allen Vereinen in der Premier League haben die Wolves in dieser Saison die wenigsten Profis eingesetzt. Und das, obwohl der Klub die meisten Partien bestritten hat, beginnend mit der Qualifikation zur Europa League Ende Juli.

Man sollte erwarten, dass der Mannschaft wegen des dünnen Personals und der hohen Belastung gegen Ende der Saison die Kraft ausgeht. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Wolverhampton Wanderers sind nach schwachem Start immer besser geworden, könnten mit einem Sieg an diesem Samstag gegen Brighton sogar zwischenzeitlich auf den vierten Platz vorrücken, der auf jeden Fall zur Champions-League-Qualifikation reicht, und sind in der Europa League gerade ins Achtelfinale eingezogen.

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Kontakt zu Spieler-Agent Jorge Mendes zahlt sich aus

Was bei dem Klub aus den West Midlands vor sich geht, ist ein kleines Wunder. Aber eben nur ein kleines. Die Wolves haben einen Wettbewerbsvorteil, nämlich die guten Kontakte zum Spieler-Agenten Jorge Mendes. Sein erster Klient war Mitte der 1990er: Espírito Santo, damals noch als Torwart aktiv und später unter anderem bei José Mourinhos FC Porto beschäftigt.

Mittlerweile ist Mendes neben Mino Raiola der mächtigste Berater der Welt, betreut unter anderem Cristiano Ronaldo und brachte in der jüngeren Vergangenheit eine Vielzahl seiner (portugiesischen) Kunden bei den Wolverhampton Wanderers unter. Leistungsträger wie Torwart Rui Patrício, Rúben Neves, João Moutinho oder Diogo Jota werden alle von Mendes vertreten.

Kommende Saison spielen sie möglicherweise in der Champions League.